Zeitzeugengespräch mit Max Mannheimer bei der Hanns-Seidel-Stiftung

26 Mai

Als Dr. Gudrun Hackenberg-Treutlein in ihrer Begrüßung zumindest einen Teil der Auszeichnungen, die Max Mannheimer in seinem Leben erhalten hat, aufzählen will, unterbricht sie der KZ-Überlebende bestimmt: „Ich habe 30 Auszeichnungen, lassen Sie das.“ Im zweiten Anlauf – beim ersten Termin war Mannheimer erkrankt – fand am Mittwoch, den 23. Mai 2012, das sog. Zeitzeugengespräch, organisiert vom Club der Altstipendiaten (CdAS), im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) statt. Der 92-jährige sprach dabei mit klarer Stimme in österreichisch-böhmischem Akzent, ganz ohne Skript und Mikro.

Fast die gesamte Familie im Holocaust verloren

Er, dem Unfassbares in seinem Leben widerfahren ist – seine erste Frau Eva, seinen Vater, seine Schwester und Mutter sah er in der Nacht vom 1./ 2. Februar 1943 an der Todesrampe von Ausschwitz-Birkenau zum letzten Mal – spricht ohne Hass.

Einige Passagen liest Max Mannheimer aus seinem Buch „Spätes Tagebuch“ vor. Zuvor nimmt er einen Schluck Wasser und trinkt auf das Wohl der Zuhörer: „Mögen Sie solchen Sachen nur von Zeitzeugen hören, aber nie selbst erleben müssen!“ Obwohl dieses Buch nur wenige Seiten hat, hat es mich tief bewegt, weil es den Wahnsinn des Nazi-Regimes auf den Punkt bringt.

Verleihung des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen Landsmannschaft

Trotz seiner 92 Jahre noch zu Scherzen aufgelegt: Max Mannheimer und ich.

Nachdem 1938 das Sudetenland von Hitler besetzt wird, muss die jüdische Familie Mannheimer ihre Heimatstadt Neutitschein verlassen und nach Ungarisch-Brod übersiedeln. Am heutigen Samstag wurde Mannheimer eine weitere Auszeichnung verliehen: Er erhielt den Europäischen Karlspreis der Sudetendeutschen Landsmannschaft.

„Spricht hier irgendjemand tschechisch?“, fragt Mannheimer seine Zuhörer im Konferenzzentrum. Später wird er die Frage auch noch für russisch, ungarisch und serbokratisch stellen. All diese Sprachen beherrscht er, nur mit dem Bayerischen habe er so seine Probleme, denn Dialekte seien am Schwierigsten zu erlernen.

So ernst das Thema, so unfassbar schrecklich das Erlebte – Max Mannheimer erzählt seine Geschichte mit viel Charme und will dabei seinen Zuhörern vor allem die Schuld nehmen. Oft schon hat er vor Schulklassen gesprochen, ihnen macht er klar: „Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber, dass es nicht wieder geschieht, dafür schon.“

Keine Auswanderung nach Israel, um bei der Familie zu bleiben

Wenige Wochen nachdem Familie Mannheimer das damalige deutsche Reichsgebiet verlassen hatte, marschieren auch in Ungarisch-Brod deutsche Truppen ein. Max lehnt das Angebot ab, mit seiner ersten großen Liebe Viola und deren Familie nach Israel auszuwandern. Als ältester Sohn will er die Familie nicht im Stich lassen. Doch außer ihm wird nur der jüngste Bruder Edgar überleben.

Max Mannheimer wollte sich in Ausschwitz selbst töten

Mit ihm an seiner Seite kommt Max Mannheimer nach Theresienstadt, Ausschwitz, Warschau, Dachau und weitere Außenlager. Angesichts dieser Überlebensgeschichte möchte man meinen, Max Mannheimer habe in den KZs und Arbeitslagern der Nazis einen außergewöhnlichen Überlebenswillen entwickelt. Doch er sagt, dass er sich bereits in Ausschwitz in einen elektrischen Zaun werfen wollte und ihn nur sein Bruder, der Optimist von beiden, davon abgehalten habe, indem er fragte: „Willst du mich allein lassen?“ Und das wollte er eben nicht.

„Spätes Tagebuch“ durch Zufall entstanden

Mein signiertes Exemplar von Max Mannheimers Buch “Spätes Tagebuch”.

„Heute spricht Max Mannheimer für alle Verstorbenen oder denjenigen, deren Stimme angesichts des Erlebten versagt“, so Dr. Gudrun Hackenberg-Treutlein vom CdAS. Dabei hat er nur durch einen Zufall sein Buch geschrieben, als er in den 1960er Jahren glaubte, er müsse sterben. Obwohl er sich nach der Befreiung durch die Amerikaner zunächst geschworen hatte, nie mehr deutschen Boden zu betreten, kehrte er kurz nach Kriegsende nach Deutschland zurück – der Liebe wegen.

Heute ist Max Mannheimer 92 Jahre und schön langsam finde er zu seinem Glauben zurück, den er während des Holocausts verloren habe, denn: „Der Herr hat mir eine Aufgabe gegeben und lässt mich diese nun schon so lange ausüben.“ Es bleibt zu wünschen, dass Max Mannheimer sich, u. a. als Vorsitzender der Lagergemeinschaft Dachau, noch eine lange Zeit für Freiheit und Humanität einsetzen kann!

Max Mannheimers Buch „Spätes Tagebuch“ ist im Buchhandel erhältlich, es kann jedoch auch bei der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit gegen eine Schutzgebühr von 2 Euro angefordert werden (jedoch nur in Bayern bestellbar).

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Gauck spricht in München exklusiv zu CSU-Delegierten

13 Mar

Es war wohl einer der „exklusivsten“ Termine, an denen ich bisher teilnehmen durfte. Nur zwei Ereignisse in meinem bisherigen Leben würde ich überhaupt so klassifizieren. Und ich werde mich wohl noch lange an diese zwei Tage erinnern –wahrscheinlich noch meinen Enkeln erzählen. Im Mittelpunkt stand zwei Mal derselbe Mann – aber aus einer anderen Perspektive…

CSU war immer schon für Gauck

Dr. Joachim Gauck sprach am 12. März exklusiv zu CSU-Mitgliedern in München. Foto: Heinrich R. Bruns.

Dr. Joachim Gauck sprach am 12. März exklusiv zu CSU-Mitgliedern in München. Foto: Heinrich R. Bruns.

„Sie treffen auf viele, die für Sie waren. Aber wir sind es wirklich“, sagte CSU-Chef Horst Seehofer als er Gauck, im Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung (HSS) am Montag vor den Mitgliedern der Bundesversammlung am kommenden Sonntag begrüßte. Gauck lächelt verschmitzt, wie er immer lächelt.

Ich erinnere mich noch gut an die Bundesversammlung 2010. Wie ich hier schon berichtete, konnte ich als Gast bei der Bundesversammlung teilnehmen – das erste „exklusive“ Ereignis meines Lebens.

Damals hatte mich Gauck angelächelt, einen Tag vor der Bundespräsidentenwahl, als ich „kleine“ Praktikantin den Ort des morgigen Geschehens noch einmal inspizieren wollte. Gauck lächelte mich an, er konnte nicht ahnen, ob ich eine Wahlfrau war oder nicht – ihm bei der „morgigen“ Wahl „nützlich“ sein könnte oder nicht. Seine zutiefst menschliche Art hatte mich damals gefesselt.

Und sie fesselt mich sofort wieder beim Gespräch mit den Wahlfrauen und –männern der CSU. Als Parteimitglied (ja… ich „oute“ mich an dieser Stelle) habe ich eine Einladung erhalten. Ich bin kein Fan von irgendeinem Star und bin es auch noch nie gewesen. Nicht, dass Gauck den Vergleich mit einem Popsternchen verdient hätte, aber ich wollte zu diesem Termin. Ich wollte ihn wiedersehen, den Mann mit der sonoren Erzählerstimme, der mir aus tiefster Seele spricht.

Medienvertreter raus – Twitterer bleiben

Mir war klar, dass ich mit diesem Mann, der mich so fasziniert, schon zwei sehr viel „exklusivere“ Begegnungen hatte und dennoch wollte ich dort unbedingt hin… Jetzt „durfte“ auch die CSU für ihn sein. Endlich, so scheint es.

Das Konferenzzentrum der Hanns-Seidel-Stiftung war beim CSU-Gespräch mit Gauck bis auf den letzten Platz gefüllt.

Die Medienvertreter müssen nach der Begrüßung den Konferenzsaal der HSS verlassen – die Twitterer bleiben. Und es sind ja auch keine „Geheimnisse“, die Gauck dem überaus geneigten Publikum berichtet.

„Wer sich lange nach ihr sehnt, wird im Herzen immer einen Platz für sie haben: Die Freiheit“. Gauck definiert, was für ihn Freiheit bedeutet. Freiheit ist sein Thema. Er, der 1940 in einen unfreien Staat geboren wurde und dann – als Bürger der DDR – abermals Unfreiheit erleben musste. Keine großartig neuen Erkenntnisse – ich erinnere mich an meine eigenen Theologie-Vorlesungen zurück – als Gauck auf den Unterschied der „Freiheit von etwas“ und „Freiheit für etwas“ eingeht. Doch ich höre ihm gern zu. Ja, es macht richtig Spaß, ihm zuzuhören! Und seine direkte Art, zu sprechen macht mir Mut, ermutigt mich in meinem Tun. Gauck war kein braver Parteisoldat und er wird nie einer sein, er sagt: „In der Politik gibt es alles: Von grenzdebil bis begnadet“. Bisher habe ich vor allem Ersteres bei meinen eigenen Ausflügen in die (Lokal)politik am eigenen Leib erfahren müssen. Aber wer, außer Gauck kann sagen, dass es so ist?

Keine Experimente und dennoch ein neuer „Mutmacher“

Obwohl die CSU-Mitglieder eigentlich zum „Gespräch“ mit Gauck geladen wurden und für mich ein Gespräch aus einem Dia- und nicht Monolog besteht, lässt Seehofer nur wenige Wortmeldungen zu. Und da ist die Frage, die dem rechten Flügel der Union unter den Nägeln brennt: Die Frage nach dem „gschlamperten“ Verhältnis.

CSU-Chef Seehofer ermahnt seine Anhänger, nur Fragen zu stellen, die dieser Stunde „würdig“ seien und weist Gauck darauf hin, dass er auf die Frage selbstverständlich nicht zu antworten brauche. Doch Gauck tut es, mit einem Lächeln. Nie wieder werde er darüber sprechen sagt er: „Ich bin nicht derjenige, der ein neues Rollenmodell verkörpert“. Ich meine, auch sonst werden wir von unserem neuen Bundespräsidenten „keine Experimente“ erwarten können.

Gauck ist ein Konservativer, das war er immer. Und er ist meiner Meinung nach der Richtige, der dem Amt des Bundespräsidenten jetzt wieder Würde verleihen wird – mit einem verschmitzten Lächeln.

Erinnerungsfoto mit HSS-Vorsitzendem Hans Zehetmair und HSS-Stipendiaten aus Passau. Foto: Heinrich R. Bruns.

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Politischer Aschermittwoch 2012 der CSU: Die Sprengs sorgen für Kontinuität

21 Feb

Eigentlich ist beim Politischen Aschermittwoch der CSU wenig Platz für Überraschungen. So sicher wie das Amen in der Kirche wird in “stark-bierseliger” Laune beim „größten Stammtisch der Welt“ alljährlich auf den politischen Gegner eingehauen.

Doch dieses Jahr ist alles ein bisschen anders: Weil sich unser Bundespräsident am vergangenen Donnerstag durchgerungen hat, den Hut zu nehmen – ist Horst Seehofer, in seiner Funktion als derzeitiger Vorsitzender des Bundesrates, unser Interims-Staatsoberhaupt.

Drei “Aschermittwoch-Urgesteine” – Stoiber und die Sprengs

In diesem überparteilichen Amt ziemen sich Stammtisch-Kalauer nicht. Und weil eben die CSU zumindest am Aschermittwoch die unumstrittene Hoheit über die Stammtische hat, springt „Alt-Meister“ Stoiber für den CSU-Chef ein.

Das Ehepaar Spreng ist nach eigener Aussage mit Horst Seehofer befreundet.

Mit den Sprengs werden neben dem „Landesvater i. R.“ noch mindestens zwei andere waschechte „Aschermittwoch-Urgesteine“ wieder mit von der Partie sein. Bereits im vergangenen Jahr habe ich hier über die Eichstätter berichtet, die nach eigener Aussage mit dem bayerischen Ministerpräsidenten befreundet sind. Und eigentlich hüten sie ihre Transparente wie ein Staatsgeheimnis – doch mir haben Andreas und Stilla Spreng vorab exklusiv ein Foto mit ihren Plakaten zukommen lassen.

Das ist insofern etwas Besonderes, weil Transparente, die an harten Gegenständen befestigt sind, eigentlich verboten sind. Aber für die Sprengs, deren Plakate zum Politischen Aschermittwoch der CSU dazugehören wie die Fischsemmeln, wird natürlich auch heuer wieder eine Ausnahme gemacht werden.

Seehofer, “der Beste” wird im Moment im Bund benötigt

Ob sie traurig sind, dass Stoiber statt Seehofer morgen in der Dreiländerhalle in Passau sprechen wird? Schließlich steht auf einem ihre Plakate: „Nur der Beste für Bayern: Horst Seehofer“ Und da er in den Spreng’schen Augen „der Beste“ ist, freut sich das Ehepaar sicher, dass Seehofer im Moment unser Staatsoberhaupt ist.

Dass dann am Aschermittwoch 2013 wieder Horst Seehofer in seiner Funktion als Ministerpräsident und Vorsitzender der CSU am Rednerpult stehen wird, daran zweifeln die eingefleischten Seehofer-Fans nicht: „Nix Christian, der Horst bleibt dran.“ Diesen Plakatspruch wird Andreas Spreng morgen in der Dreiländerhalle in die Luft halten.

Und gerade in Zeiten des Umbruchs und vielleicht auch der Verunsicherung, wie wir sie im Moment erleben, finde ich es gut und auch wichtig zu sehen, wie die Sprengs mit ihren Plakaten für Kontinuität sorgen. Trotzdem ein Großteil der Deutschen politikverdrossen ist: Stilla und Andreas Spreng stehen hinter „ihrer“ CSU, die für sie einfach „einmalig“ ist.

Auch morgen wieder beim Aschermittwoch der CSU mit von der Partie: Die Kult-Plakate von Andreas und Stilla Spreng.

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Sensationsfund: Tonaufnahme Bismarcks entdeckt

1 Feb

Gestern sprachen wir noch im Seminar über Bismarcks Stimme – heute finde ich Meldungen über den Fund einer Tonaufnahme im Netz: Die Otto-von-Bismarck-Stiftung teilte gestern mit, dass es den Mitarbeitern des Edison-Archivs in West Orange im US-Bundesstaat New Jersey gelungen sei, eine Walze mit einer historischen Tonaufnahme als Stimme Bismarcks zu identifizieren. Ein Sensationsfund!

Bismarck bei Reden im Reichstag kaum zu verstehen

Unser Professor erklärte uns, dass die Stimme Bismarcks sehr hoch gewesen sein soll. Daher wären die Reichstagsabgeordneten auch bei Reden nahe um in herum gestanden, um die Worte des deutschen Reichskanzlers mitverfolgen zu können. Die “Hinterbänkler” hätten Bismarck aufgrund seiner hohen Stimmlage kaum verstanden.

Kaum verstehen kann man nun auch die wiedergefundene Tonaufnahme, jedoch aus technischen Gründen – und dennoch ist es ein Senstationsfund! Was sich unsere iPhone-Generation heute kaum mehr vorstellen kann, dass eine Aufnahme einer menschlichen Stimme etwas besonderes ist, war für die Zeitgenossen Bismarcks eine Sensation. Die “Sprechmaschine” mittels der die Aufnahme gemacht wurde, war von Thomas Edison 1877 als Patent angemeldet worden.

Bismarck rezitiert Marseillaise

Mehr als zehn Jahre später, am 7. Oktober 1889, hat Theo Wangemann die Stimme des Reichskanzlers für die Ewigkeit aufgezeichnet. Es ist die einzig bekannte Tonaufnahme von Reichskanzler Bismarck.

Über 100 Jahre war diese Aufnahme verschwunden – jetzt ist die Freude der Historiker über den Fund groß. Gerade der Inhalt des auf den Phonographen gesprochenen Textes verwundert die Experten: Der Kanzler rezitiert die Marseillaise. Warum hat er sich für die Hymne des “Erbfeindes” des Deutschen Reiches entschieden? Der deutsch-französische Krieg von 1870/71, einer von drei der sog. Einigungskriege, hatte in die deutsche Reichsgründung von 1871 gemündet.

Aufnahme auf den Seiten „Edison National Historic Park“- Archivs online verfügbar

Die sensationelle Tonaufnahme ist im Archiv des „Edison National Historic Park“ zu hören. Die Aufnahmen finden Sie hier.

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FC Bayern München zeigt, wie Social-Media-Marketing nicht funktioniert

26 Jan

Der FCB hat für heute um 14h eine Pressekonfernz angekündigt, die nur auf Facebook übertragen werden sollte. Grund: Es wurde ein neuer Spieler verpflichtet.

Dann die große Überraschung, der neue Spieler war (noch) nicht da – stattdessen hielt FCB-Sportdirektor Nerlinger ein grünes Blatt in die Kamera. Auf dem Blatt war kein Foto zu sehen, sondern darauf sollte das Facebook-Profil des Fans zu sehen sein, der via Facebook die Pressekonferenz gerade verfolgte.

Originelle Aktion oder Lachnummer im Netz?

Doch der vermeintliche Gag schlug fehl – die technische Aufmachung war vielleicht ganz originell, aber das Einblenden des Facebook-Profils funktionierte wohl nur bei den wenigsten Fans: Die Server waren überlastet.

Die Reaktionen auf die FCB-Facebook-Aktion sind im Netz relativ heftig. Ob sich der FCB selbst zu einer Lachnummer gemacht hat? Oder war die Aktion einfach auf einen unglücklichen Termin gelegt? Immerhin hatte der FC Bayern erst den Rückrundenauftakt gegen Gladbach verloren…

FCB braucht einheitliche Social-Media-Philosophie

Ich meine, die FCB-Facebook-Aktion von heute war ein Lehrbuch-Beispiel dafür, wie Social-Media-Marketing nicht funktioniert! Nahezu bedenklich finde ich, dass der Trainer des weltbekannten Fußball-Vereins die privaten Social-Media-Aktivitäten einiger Spieler einschränken will. Warum greift man auf einen Social-Media-Marketing-Gag zurück, wenn man offensichtlich nicht richtig versteht, um was es bei Social-Media geht?

Der FCB sollte sich meiner Meinung nach auf eine einheitliche Social-Media-Philosophie verständigen, mit der Spieler, Trainer und Vereinsführung zufrieden sind. Denn die Grundidee der FCB-Facebook-Aktion war im Prinzip – vielleicht für den 1. April ganz gut geeignet. Auf der FCB-Fan-Seite wurde erklärt, was hinter der Pressekonferenz steckte:

“Sorry liebe Fans,
wie wir Euren zahlreichen Kommentaren entnehmen, seid ihr über die heutige Aktion sehr verärgert.

Es war nicht unsere Absicht, Euch mit der neuen App zu enttäuschen. Vielmehr wollten wir Euch mit dieser Aktion in den Mittelpunkt stellen und dadurch zeigen, wie wichtig jeder Fan für den FC Bayern München ist. In mehreren folgenden Videoclips auf der App soll der Fan Teil der Mannschaft werden, indem z.B. der Nachname des Fans auf dem Trikot zu sehen ist und der Fan in den Medien als Star dargestellt wird. Diese persönlichen Videos sollen Euch und Euren Freunden Spaß und Freude bereiten.”

Keine Aufzeichnungen mehr auf Youtube

Dass die Fans dem FCB wichtig sind, das ist wohl die vielleicht einzig positive Botschaft, die von der Aktion bleibt… Etwas peinlich ist auch, wie ich finde, dass alle Aufzeichnungen von der Pressekonferenz von Youtube entfernt wurden. Wer das Video der Pressekonferenz sehen will, muss Fan des FCB auf Facebook werden und dann auf die Rubrik “The New FCB Star” klicken.

Wer einen “Fehler” macht ,sollte dazu stehen – auch oder gerade der FC Bayern München!

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Pflegeleichte Haustiere: Garnelen im eigenen Ökosystem

10 Jan

Eigentlich bin ich gegen Tiere unterm Christbaum – aber dieses Jahr hat mir mein Bruder einen echten Herzenswunsch erfüllt und mir pflegeleichte Haustiere für meine Wohnung in München geschenkt.

Es handelt sich um Garnelen, die ein autarkes Ökosystem bewohnen.

Garnelen sollen im eigenen Ökosystem bis zu 5 Jahre leben.

Nur sechs bis acht Stunden Licht pro Tag

Alles was die Garnelen in ihrer geschlossenen Biosphäre benötigen, sind sechs bis acht Stunden Licht pro Tag (natürliches oder künstliches). Durch das Licht wird das Algenwachstum angeregt – durch Hilfe der Photosynthese können die Mikroalgen aus Kohlendioxid Sauerstoff produzieren.

Einmal im Monat benötigt das Ökosystem Sauerstoff “von außen”

Die Garnelen atmen den Sauerstoff ein und Kohlendioxid aus – einmal im Monat muss ich daher die kleine Kugel für ein paar Sekunden öffnen und so dem Ökosystem Sauerstoff zuführen. Die Garnelen ernähren sich wiederum von den Mikroalgen. Das soll laut Anleitung bis zu fünf Jahren so funktionieren…. Mal schaun….

Einrichten des Ökosystems in fünf Schritten

Als wir am Heiligabend das Miniaturökosystem eingerichtet haben, war bei mir die Freude groß – “Haustiere”, die ich auch mal einige Tage allein lassen kann! Das mitgelieferte Salz musste zunächst in destilliertem Wasser aufgelöst und dann das Ökosystem eingerichtet werden:

Zunächst kam der Sand in die kleine Kugel, dann die Krabben und schließlich der sog. Gorgonienzweig mit der Alge. Und bisher scheint das Ökosytem auch seinen “Dienst” zu tun – das Wasser ist klar, die Garnelen verhalten sich ruhig und sind krabben-rot.

Seid sicher, sollten die Garnelen wirklich bis zu fünf Jahre in ihrem Ökosystem leben – ich werde mich drum kümmern, auch oder gerade weil die Tiere unterm Christbaum lagen… Danke Ralph für diese gelungene Überraschung!

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Weihnachtskrippe: Meine Sammelleidenschaft für Miniaturkrippen

24 Dez

Weihnachten wird eben nicht – wie es ein Elektro-Riese in seiner Werbung verkündet – unterm Baum “entschieden”, sondern in der Krippe.

Vielleicht kommt daher meine Leidenschaft für (Miniatur)krippen, denn die Krippe drückt aus, um was es an Weihnachten geht: Ja es geht um ein Geschenk – aber das größte Geschenk, das wir an Weihnachten erhalten ist, dass Gott uns seinen Sohn schenkt.

Viele Generation haben sich seither an der Interpretation der Geburtszene von Jesus in der Krippe Gedanken gemacht. Es gibt sie in vielen unterschiedlichen Stilen und Materialien – aus Holz, Glas oder z. B. Zinn. Ich sammle seit einigen Jahren Miniaturkrippen – zu Weihnachten möchte ich einige Exemplare aus meiner Sammlung präsentieren:

Meine Eltern haben unsere “Hauskrippe” im Jahr meiner Geburt gekauft. Es handelt sich um eine Orientkrippe, die Figuren sind von Huggler aus der Schweiz. Ab und an wird sie um Figuren erweitert, heuer kam z. B. ein schwarzes Schaf dazu…

Orientkrippe mit Figuren von Huggler - unsere "Hauskrippe". (Foto: Ralph Winderl)

Neben den orientalischen Krippen, die das Geschehen in einem dem Hl. Land nachempfundenen Umfeld darstellen, gibt es auch sog. Heimatkrippen. Eine “richtige” Heimatkrippe habe ich zwar nicht, aber aus heimatlichen Materialen habe ich eine gebastelt, die Figuren sind auf einer Granitplatte platziert.

Eine selbstgemachte Krippe aus heimatlichen Materialien, einem Granitstein.

Eine geschnitzte Miniaturkrippe habe ich aus dem Hl. Land.

Geschnitzte Krippe aus dem Hl. Land

Auch eine Glaskrippe befindet sich in meiner Sammlung:

Ein Krippe, die vollständig aus Glas gefertigt ist.

Ich habe auch eine Krippe aus Achat-Scheiben gebastelt:

Auch eine Krippe in einer Nussschale haben wir schon gebastelt:

Eine Krippe in eine Nussschale gebastelt.

Aus heimatlichem Material, Zinn, ist dieses Exemplar:

Zinnkrippe.

Ein ganz besonderes Stück ist diese Lederkrippe, die meine Mama in den 1960er im sog. “Zuchthaus von Straubing” erworben hat. Diese wurde von den Insassen in Handarbeit gefertigt und ist eine echte Rarität! Die “schweren Jungs”, die diese filigrane Arbeit verrichteten, faszinieren mich jedes Jahr auf’s Neue. Heute ist das Zuchthaus schon längst ein sog. Justizvollzugsanstalt geworden. Ein Stück Zeitgeschichte also!

Die Lederkrippe wurde in den 1960er Jahren im Zuchthaus Straubing gefertigt.

Egal ob aus Leder, Zinn oder Glas – die Krippe will uns auf den Sinn von Weihnachten aufmerksam machen: Die Geburt von Jesus Christus. Das sollten wir bei aller der Pracht der Krippen, der glänzenden Christbäume und den Geschenken auch nicht vergessen…

… Ich wünsche allen meinen Lesern ein frohes Weihnachtsfest!

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