Mein Geburtstag, der 30. April: Ein Tag schreibt Geschichte

30 Apr

Der 30. April schrieb Geschichte – und das nicht nur, weil es mein Geburtstag ist 😉

Ich kann mich noch gut erinnern, dass mein Leistungskurslehrer für Geschichte regelrecht irritiert war, als ich sagte: „Am 8. Mai war Kriegsende in Europa. Und am 30. April hat sich Hitler umgebracht“. Dass ich als Geschichte-Leistungskursschüler das Datum vom Ende des Zweiten Weltkriegs wusste, war selbstverständlich. Aber dass ich den genauen Tag wusste, wann sich der „Führer“ umgebracht hatte, das beeindruckte den Lehrer nachhaltig. Denn ich kann mich nicht erinnern, dass das markante Datum vom Selbstmordtag Hitlers in einem Geschichtsbuch erwähnt worden wäre…

Geboren an Hitlers-Todestag

Gleich im nächsten Satz löste ich das Geheimnis: „Ich bin an einem 30. April geboren – daher weiß ich es“. Die Ereignisse, die sich am letzten April-Tag des Jahres 1945 im Führerbunker in Berlin abgespielt haben, faszinierten mich schon immer.

Warum hatte Hitlers langjährige Geliebte, Eva Braun, den Führer noch geheiratet? Warum ging sie aber dennoch nicht in die Geschichte als Eva Hitler ein, sondern mit ihrem Mädchennamen? Was hätten wir von Eva Braun erfahren, hätte sie nicht mit Adolf Hitler Suizid begangen? Warum war Hitler so feig und „testete“ die Giftkapsel an seinem Hund?

66 Jahre später zeichnet VOX in einer 12-stündigen Dokumentation die wichtigsten geschichtlichen Ereignisse des 30. April 1945 nach: Ein Tag schreibt Geschichte, der Thementag am 30. April 2011 beginnt um 12h. Viele Fragen werden wohl für immer unbeantwortet bleiben.

Geboren 4 Tage nach Tschernobyl

Der eigene Geburtstag sollte ein Tag größter Freude sein – aber irgendwie hat für mich dieses markante Datum einen faden Beigeschmack. Denn der April 1986 steht auch für die Katastrophe von Tschernobyl. Am 26. April 1986 ereignete sich eine Explosion in Block 4 des ukrainischen Atomkraftwerks Tschernobyl. Die Katastrophe wurde im Westen erst bekannt, als zwei Tage nach der Explosion schwedische Wissenschaftler erhöhte Radioaktivität maßen. Auf Nachfrage in Moskau wurde man sich dort erst des Ausmaßes der Katastrophe bewusst.

25 Jahre später: Fukushima als zweites Tschernobyl

Die atomare Wolke ging am 30. April 1986 in unserer Region nieder, weil sich der Wind gedreht hatte. Der 30. April 1986 ist mein Geburtstag. Das ist heute genau 25 Jahre her. Ich finde es besonders traurig, dass genau in diesem zweifelhaften „Jubiläumsjahr“ sich in Japan ein „zweites Tschernobyl“ ereignet hat. Und, dass die Informationspolitik in Fukushima ähnlich erschreckend war, wie die der damaligen Sowjetunion!

Meine Mama hat nach Bekanntwerden des GAUs in der Ukraine Babynahrung im Keller „gebunkert“. Es ist erschreckend, dass gerade die Kinder die Leidtragenden der Katastrophe waren – die Fehlbildungen und gesundheitlichen (Spät)folgen sind einfach schrecklich anzusehen.

Der 30. April ist für mich also nicht nur ein persönlicher Feiertag, sondern er regt mich zum Nachdenken an: Über den Wahnsinn des Krieges und insbesondere menschliches Fehlverhalten…

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