Archive | September, 2012

Gruß vom Oktoberfest: Platzkonzert 2012 – ein Stück Tradition

30 Sep

Ich mag München, aber keine Schicki-Mickis (oder solche, die sich dafür halten)… Ich mag auch das Oktoberfest, suche aber nach der „traditionellen Wiesn“…
Eine solche Tradition stellt für mich das Platzkonzert zu Füßen der Bavaria dar. Nahezu jedes Jahr verfolge ich die TV-Übertragung. Seit ich in München wohne, kann ich solche „Schmankerl“ „live“ genießen…

Daher möchte ich heute alle Leser mit der Bayernhymne, die traditionell zu Ende des Platzkonzertes gespielt wird, grüßen!

Wohnen im Wiesn-Style

19 Sep

Der Hirschkopf ist schon seit dem Einzug – mit wenigen neu gekauften Accessoires habe ich meine Wohnung für die Wiesn-Zeit in einen „Hirsch(alb)traum“ verwandelt.

Nächsten Samstag ist es soweit, dann beginnt für die Münchner wieder ihre 5. Jahreszeit – die Wiesnzeit.

Erst seit ich in München wohne, ist mir bewusst, wie sehr die Münchner dem Oktoberfest wirklich entgegenfiebern. Schon seit einigen Wochen titeln die Münchner-Zeitungen mit Wiesn-Geschichten und überall in der Stadt gibt es Wiesn-Accessoires zu kaufen.

Wohnung für Wiesn „aufbrezeln“

Die Kuckucks-Uhr in trendigem Weiß habe ich zum Einzug geschenkt bekommen und darf bei einer Wohnung im „Wiesn-Style“ nicht fehlen.

Da mich schon seit einigen Jahren eine Leidenschaft für Hirsch-Accessoires gepackt hat, die wie ich finde, gut zum Thema „Wiesn“ passen, habe ich mir gedacht, ich mache mit und „brezel“ meine Münchner-Wohnung für die Wiesn auf!

Einige passende Accessoires hierfür hatte ich schon, wie z. B. die weiße Kuckucksuhr, die ich zum Einzug von einer sehr lieben Freundin geschenkt bekommen habe.

Sogar das Abtrocknen ist zünftig mit dem Rehlein auf dem Geschirrtuch.

Für die Madl und Buam gibt’s stilechte Servietten im Trachten-Look.

Ich habe sie in meiner Küche aufgehängt, wo sich auch mein Esstisch befindet. Gäste bekommen hier in der Wiesn-Zeit stilechte Servietten – und zwar passend auf’s Geschlecht abgestimmt: Für die Herren der Schöpfung gibt’s fesche Dirndl-Servietten, die Damen dürfen sich an einer schneidigen Lederhos’n erfreuen.

Abgetrocknet wird das Geschirr stilecht mit einem Geschirrhandtuch, auf das ein Reh gedruckt ist.

Wohnen & Schlafen in Hirschtraum

Neue Vorhänge für meinen Wohnraum – natürlich in passendem Hirsch-Design.

Werfen wir jetzt einen Blick in meinen Wohnraum. Dort zieren neue Vorhänge mein Fenster – mit Hirschdruck.

Für den nächsten Wiesn-Tag ausruhen in einer Hirsch-Bettwäsche.Und wenn mich die Feierei auf der Wiesn erschöpft hat, kann ich in meiner Hirschbettwäsche mottogetreu ausschlafen. An dieser Stelle: Danke Mama für die gelungene Überraschung und Unterstützung meiner Hirsch-Leidenschaft!

Passau PArockt: Barockfest oder Mittelalter-Markt?

4 Sep
Die richtige Kulisse für das PArockfest: Dom St. Stephan.

Die richtige Kulisse für das PArockfest: Dom St. Stephan.

Mit großer Freude habe ich als angehende Historikerin natürlich einem ganz besonderen Jubiläum meiner Heimatstadt entgegengefiebert: „350 Jahre Barockstadt Passau“ feiert die Dreiflüssestadt in diesem Jahr.

Stadtbrand als Aufhänger

Der Anlass für das Jubiläum, ein trauriger: Im letzten Stadtbrand von 1662 wurde Passau zerstört, aber wiederaufgebaut und zwar in barockem Glanz. Für das Barock-Jubiläum haben sich Passau und die Passauer ganz besonders herausgeputzt. Stadtmarketing und City Marketing Passau e. V. haben Einiges auf die Beine gestellt – Höhepunkt war am vergangenen Wochenende das Barockfest „Passau PArockt“.

Festumzug mit Huren?

Stadträtin Karin Kasberger stand ihr Barock-Kostüm außerordentlich gut.

Im Vorfeld habe ich überlegt, selbst ein barockes Kostüm auszuleihen, doch als klar wurde, dass ich nur am Sonntag kurz in Passau sein werde können, habe ich den Plan fallen gelassen. Umso mehr habe ich mich auf den Festumzug am Sonntag Nachmittag gefreut… Einigen standen die Kostüme einfach exzellent, wie z. B. Stadträtin Karin Kasberger (SPD). Anmut, Eleganz und auch ihr sonst sehr fröhliches Wesen unterstrichen das Kleid hervorragend!

Anderen wiederum stand die Verkleidung weniger gut… um es gelinde zu formulieren. Aber grundsätzlich ist es natürlich schön, dass sich auch viele „normale“ Bürger an diesem Umzug beteiligten, wie bspw. auch das Passauer Countertenor-Talent Fritz Spengler.

Höhepunkt des PArockfestes: Ein Festumzug durch die Stadt.

Ich weiß nicht, ob ich als angehende Historikerin überhaupt ein Fazit über das PArock-Fest ziehen sollte… Mir sind natürlich schon ein paar Ungereimtheiten ins Auge gestochen, wobei ich damit die Arbeit der Verantwortlichen keinenfalls schmälern möchte!

So etwa die kräftigen Farben einiger Kostüme. Diese trugen vielleicht in der Barock-Zeit Huren, aber sicher keine Bürgersfrauen! Sicher, auch die Dirnen haben das barocke Stadtbild von damals geprägt, aber ob das den Passauerinnen so bewusst war, was sie da trugen?

Mittelaltermarkt beim Barockfest

Shopping-Event oder mehr? Immerhin war auch Bischof Wilhelm Schraml Schirmherr - hier beim Festumzug im Wagen sitzend mit DK Dr. Bär.

Shopping-Event oder mehr? Immerhin war auch Bischof Wilhelm Schraml Schirmherr – hier beim Festumzug im Wagen sitzend mit DK Dr. Bär.

Ich persönlich frage mich, ob ich für ein „Mitternachts-Shopping-Event“ extra ein Barockfest brauche… gut, das Regenwetter vom Wochenende hat einige Programmpunkte erschwert und die Buden in der Altstadt wurden so wohl auch weniger besucht.

Aber kommen wir auch gleich zu den Buden. Für den Laien ist die Grenzziehung zwischen „Mittelalter“ und „Barock“ vielleicht eher schwierig und unwichtig. Aber ich möchte an dieser Stelle einfach zur Sprache bringen, dass die angebotenen Waren eher zu einem Mittelaltermarkt als zu einem Barockfest gepasst haben. Sicher, was könnte „barockes“ angeboten werden….

Wie immer ist es eine schmale Gradwanderung zwischen Popularität und (halbwegser) Orginalität…

Fachberatung bei künftigen Barockfesten wünschenswert

Selbst die Vierbeiner Passaus schmissen sich für das Barock-Event in Schale.

Wie die Passauer heute aus der PNP erfahren haben, denken die Verantwortlichen darüber nach, das „Event“ zu wiederholen. Vielleicht wäre es schön und wünschenwert, würden sie für künftige Barockfeste auf eine (fundierte) historische Fachberatung zurückgreifen. Vielleicht lohnt dann auch die Anschaffung eines eigenen Barock-Kostüms? 85 Euro mussten schon Männer für die Leihgebühr aufbringen. Ich jedenfalls überlege es mir – dann kaufe ich aber sicher ein Kleid in gedeckten Farben 🙂

Sicher sind diese historischen Ungereimtheiten wohl nur den Wenigsten aufgefallen, aber meine Devise lautet: „Wenn man schon was macht, dann richtig!“