Rundfunkbeitrag: Vom ZDF via Twitter beleidigt zu werden und dafür auch noch zahlen?

4 Apr

Kürzlich erst habe ich eine Diskussion darüber geführt, wie weit Kunst gehen darf.  Die „Kunst“, die Oli Pocher  betreibt, geht für mich zu weit. Seine Scherze gehen auf Kosten von Menschen, die sich nicht wehren können – aktuellstes Beispiel ist Jenny Elvers-Elbertzhagen. Sie ist offensichtlich krank. Muss sich ein Comedian – meiner Meinung nach nicht einmal sonderlich originell – über ihre Schwäche lustig machen?

Ich meine nein! Und ich bin der Meinung, das ZDF sollte solche platte Unterhaltung auch nicht unterstützen  – einem wie Oli Pocher keine Plattform bieten. Deshalb retweetete ich folgenden Tweet von @victor5679, der sich auf den Pocher-Auftritt bei Lanz gestern Abend bezog:

 anstoß

Ich setzte den Zusatz auf Cindy aus Marzahn dazu. Denn seitdem die Trainingsanzug-Trägerin als Co-Moderatorin von „Wetten Dass“ aufgestiegen ist, meide ich diese ZDF-Sendung. Schade, denn mit dieser Samstags-Abend-Sendung bin ich eigentlich groß geworden.

Rundfunkbeiträge für Cindy aus Marzahn und Oli Pocher

Nichts Besonderes – möchte man denken. Da kritisieren zwei Twitterer das Programm des ZDF. Seine Meinung wird man in Deutschland doch noch äußern dürfen! Auch oder gerade über das Zweite Deutsche Fernsehen, das ich durch meinen Rundfunkbeitrag auch noch zwangsweise finanzieren muss.

Das dachte ich auch! Aber dann kam dieser Tweet von @michaelumlandt:

beleidigung

Auchmonkey das wäre noch nicht schlimm gewesen, hat er eben eine andere Auffassung von Qualitätsjournalismus als @victor5679 und ich. Aber dann schaute ich in seine Bio: Er bezeichnet sich darin nach eigenen Angaben als „Social Media Monkey @ZDF“. Und dann fragte ich mich: Muss ich mich vom ZDF für meinen Qualitätsanspruch an das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen beleidigen lassen? Sicher nicht! Und ohne Frage würde ich meine Meinung diesbzgl. noch gegenüber ganz anderen als einem Oli Pocher verteidigen!

@victor5679 schlug @ZDF und @michaelumlandt daher folgendes vor:

vorschlag

Bis heute haben wir keine Antwort von @michaelumlandt oder seinem Arbeitgeber, dem ZDF,  erhalten. Von einer Entschuldigung ganz zu schweigen. Ironie der Geschichte: Michael Umlandt hat sich (wie Richard Gutjahr hier berichtet) mit einem Freund quasi in das ZDF „hineingetwittert“ – erst ohne Auftrag, dafür jetzt mit einem offiziellen Arbeitsvertrag.

Offensichtlich hat das ZDF in letzter Zeit nicht nur eine ganz eigene Auffassung von Qualitätsfernsehen entwickelt, sondern auch von Kommunikationskultur. Denn als rundfunkbeitragzahlendes Mitglied der Gesellschaft fand ich den Tweet von ZDF-Mitarbeiter @michaelumlandt nicht nur unhöflich, sondern völlig daneben. Denn @victor5679 und ich haben die „Kunst“ von Oli Pocher und Cindy aus Marzahn, also von zwei Kunstfiguren, in Frage gestellt. Der Social-Media-Arbeiter hat uns daraufhin auf unangebrachte, persönliche Art beleidigt.

Beleidigungen via Twitter als „Grundversorgung“?

Als Journalistin und Medienwissenschaftlerin weiß ich, dass zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk nicht nur Bildung, sondern u. a. auch Unterhaltung gehört. Was „wertvolle“ Unterhaltung ist, darüber lässt sich freilich streiten.

Gestritten wird auch schon seit längerem über das Engagement der Öffentlich-Rechtlichen Sender im Internet – ob dies auch zur sog. Grundversorgung gezählt werden darf oder nicht. Ich meine, dass das ZDF mit einem wie @michaelumlandt beweist, dass unsere Rundfunkbeiträge im www NICHT vergeudet werden dürfen! Denn Zuseher zu beleidigen, das schaffen die privaten Sendern auch ganz ohne Rundfunk“zwangs“beiträge…

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