Archiv | Mai, 2013

Wer ohne Schwarzarbeit sei, werfe den ersten Stein – Uli Hoeneß‘ „asoziales“ Verhalten

11 Mai

Wer mich kennt, weiß: Fußball interessiert mich nicht. Und würde mich diese Sportart interessieren, wäre ich wohl eher Fans von „Underdogs“.
Aber natürlich kenne ich Uli Hoeneß! Und für mich -als kompletter Fußball-Laie- IST Uli Hoeneß der FC Bayern. Ein Rückzug von ihm aus „seinem“ Verein käme also meines Erachtens einer kleinen Katastrophe gleich.
Sicherlich: Niemand ist unersetzbar. Aber Hoeneß ist für mich als Nicht-Bayern-Fan v. a. für sein soziales Engagement bekannt. Hoeneß hat immer hohe moralische Maßstäbe angesetzt – an diesen wird er nun selbst gemessen. Aber er kann sein „Vergehen“ nun auf Heller und Pfennig begleichen.
Freilich, Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Aber ich meine, viele die ihn jetzt anklagen, sollten sich einmal an die eigene Nase fassen:
Da ist etwa der Nachbar, der seit er in Rente ist, mehr arbeitet als in seinem Arbeitsleben. „Natürlich“ ohne das irgendwo anzugeben oder wenn überhaupt nur einen Teil.
Wer hat noch nie jemanden „schwarz“ beschäftigt? Ein Handwerker, der einem einen „Freundschaftsdienst“ erwiesen hat. Der Automechaniker, der uns keine Rechnung ausgestellt hat. Warum? Ganz klar, um den Staat zu be*** Das ist „asozial“ – wie es unser hochverehrter Bundespräsident so plakativ formulierte.
Natürlich kann Uli Hoeneß nicht auf eine milde Strafe hoffen, nur weil er im Vorfeld so viel Gutes getan hat. Aber nur weil er Millionen hat ist er deswegen nicht mehr asozial für mich wie der kleine Rentner von Nebenan, der sich die Steuern sparen will. Verurteilen sollte man nur, wenn man es selber besser macht!