Archiv | Februar, 2014

Bier exen: Tobias Feigl setzt Gegentrend auf Facebook – spenden statt saufen

4 Feb

Das soziale Netz hat einen neuen Trend: Die einen exen vor laufender Kamera ein Bier, die anderen regen sich lautstark darüber auf.

Kurz zum Hintergrund – wer es wirklich noch nicht mitbekommen haben sollte 😉 Vor laufender Kamera müssen die „Nominierten“ ein Bier exen und dann drei weitere Freunde nominieren. Lädt der Nominierte nicht innerhalb von 24 Stunden das geforderte Video hoch, muss er einen Kasten Bier zahlen. Mehr dazu u. a. bei der PNP.

Bislang entzogen sich die wenigsten dem zweifelhaften Ruhm dieser Nominierung. Vielleicht aus Gruppenzwang, vielleicht aus Geiz den Kasten Bier zu zahlen. Die Liste der Mutmaßungen der Hobby-Psychologen sind ebenso lang wie die Kritiker des neuen FB-Trends. Aber eine richtige „Lösung“ präsentierte uns bisher keiner.

„Ein Bayer trinkt wann, so viel und so oft er will“

Bis mir eben in meine Timeline das Video von Tobias Feigl aus Niederbayern gepostet wurde. Ein kurze Zusammenfassung (v. a. allem für alle Nicht-Bajuwaren ;)): Der Nominierte fühle sich durch die Nominierung in seiner Ehre gekränkt, sagt er – Ein Bayer trinke wann er will, so viel er will und so oft er wolle 😉

Bis hierhin ist mit der junge Mann schon sympathisch, aber es kommt noch besser: Weil er trinke WANN ER WILL, würde er nun nicht vor laufender Kamera ein Bier exen…

Spenden statt saufen

Warum stellt er dennoch ein Video auf Facebook möchte man sich fragen? Die Antwort folgt prompt: Tobias Feigl ist kein Feigling, den Kasten Bier zahlt er jedoch nicht! Stattdessen spendet er lieber 20 Euro an die Kinderkrebshilfe Dingolfing-Landau-Landshut. Den „Beweis“ – die PayPal-Überweisung hält er statt einer Halbe in die Kamera.

Nachahmung erwünscht!

Er meint zum Abschluss seines Videos, vielleicht mache ihm das noch einer nach und „aus dem Blödsinn kommt doch noch etwas Gutes raus.“

Vor gut 2 Stunden hat der Niederbayer das Video hochgeladen, bis dato wurde es knapp 100 Mal geteilt.

Ich meine: Sauber, Tobias! Gscheid daherreden und mitmachen können viele – einen sauberen Schlussstrich ziehen und eine Lösung für den nervigen FB-Trend präsentiert hast uns bisher nur du.

Ich schließe mich deinem frommen Wunsch – mögen es dir noch viele gleichtun und lieber Geld für einen guten Zweck als einen Kasten Bier an seine Freunde spenden! Meinen Respekt hast du und sicher den 1000 FB-Nutzer!

Ode an Ronald Mc Donald

3 Feb
Erste Mc Donald's in Deutschland

Wie ein Leuchtturm ragt das goldene M aus dem Werbeschilder-Dschungel… Anlaufpunkt für meine Generation auf Reisen wie es früher die Klöster waren?

Wir alle wissen, Fast-Food ist nicht gesund. Burger, Cola, Pommes und Co machen dick und trotzdem tun wir es immer wieder. Wir alle gehen zu Mc Donald’s – der eine öfter, der andere seltner. Aber warum?

Ich würde sogar soweit gehen, dass für die Generation der heute bis-30-Jährigen McDonald’s mehr ist als ein Fast-Food-Restaurant. Es ist eine Art öffentliches Wohnzimmer.

Öffentliches Wohnzimmer mit sauberen Toiletten

Wenn immer du in einer fremden Stadt eine Toilette suchst, das „goldene M“ ragt wie ein Leuchtturm im Werbeschilder-Dschungel heraus. Dort ist niemand, der dich böse ansieht, wenn du dich erleichtern musst. Aus „Dank“ nehme ich gerne eine kleine Cola mit. Die vertraute Umgebung gibt mir auch in der Fremde das Gefühl, einen Anlaufpunkt zu haben.

Wenn es draußen wie aus Eimern kübelt, dann hat Ronald nichts dagegen, wenn ich mich kurz bei ihm unterstelle. Ohne Murren wischt sein Mitarbeiter die Regennässe auf. Das gehört zum Service, auch wenn ich heute, ohne das Mc-Donald’s-Einmaleins zu „üben“, weiterziehe.

Die Hipster mögen mich belächeln, sie nennen Starbucks ihr öffentliches Wohnzimmer. Aber mir reicht Ronalds Café völlig ist. Der ist wenigstens nicht überteuert und schmeckt nach Café. Was will ich mehr? Niemand fragt mich, wie lange ich schon an meinem 1-Euro-Capuccino sitze und meine Mails in deinem WLAN checke.

„Nichts absorbiert Alkohol besser“

Der Burger „danach“, also nach jeder Party, gehört zu einem gelungenen Abend. Nichts absorbiert Alkohol besser. Dennoch wissen wir, wie wir uns gesund ernähren.  Doch gerade in der Kleinstadt, wenn alle anderen ihre Pforten bereits geschlossen haben, bietest du uns Raum in deinem „Wohnzimmer“. Wenn wir einen Schluck aus unserer eigenen Wasserflasche nehmen, nimmst du es uns nicht übel. Nur Alkohol und da bist du streng, den gibt es auch bei dir nicht, der muss draußen bleiben. Und auch sonst ist im Fast-Food-Tempel nicht alles schlecht. Hygiene z. B. wird groß geschrieben – das gehört zum weltweiten Standard.

McDonald’s ist also mehr als Fast-Food-Tempel, McDonald’s ist für meine Generation ein Hort des Vertrauten, der Gemeinschaft! Es ist egal wie viel wir konsumieren, ob es das große Menü oder nur das kleine Wasser ist… Ronald Mc Donald hat uns alle lieb, ob wir oft vorbeischauen oder nur bei Gelegenheit  – „ich liebe es“!

Mc Donald's international

Mc Donald’s international – eine beliebte Anlaufstelle auf Reisen, denn die Qualität und Hygiene gehört zum Standard!

Anlaufstellen in unserer säkularisierten Welt

Meine Texte sind immer mit einem kleinen Augenzwinkern zu lesen. Die Ode habe ich auf einer Reise geschrieben. Dort ist mir aufgefallen, wie sehr Mc Donald’s in unser Leben integriert ist. Durst? Schnell zu „Mäci“! Die Preise sind schließlich fair. Schnell die Mails checken? Auf zu „Mäci“!

Früher sind die Menschen weniger individuell gereist und wenn, dann sind sie gepilgert. Anlaufstätten waren auf (Pilger)reisen die Klöster. Dort wurde der Pilger verköstigt und ihm auch ein Schlafplatz gewährt.

Nun bietet Mc Donald’s (noch) keine Übernachtungsmöglichkeit an und auch ansonsten scheue ich den Vergleich des Fast-Food-Tempels mit den Horten der Kontemplation etwas. Aber nachdenklich macht es mich schon, was in einer säkularisierten Welt unsere Anlaufstellen sind…