Archiv | Januar, 2015

„Profi“ statt „Selfie“: „Selbstversuch“ in der Lichtbox Passau

21 Jan

Ein kurzer Griff zum Smartphone – Kamerafunktion ein, lächeln und klick: Schon hat man ein „Selfie“. Ist das nichts geworden, einfach nochmal lächeln und den Auslöser drücken. So schnell, so einfach geht’s – ein Foto kostet heute nichts mehr. Man muss es ja nicht einmal mehr entwickeln lassen bzw. ausdrucken. Warum gibt es aber dennoch Menschen, die zum Fotografen gehen? Und warum kostet das dann auch noch „so viel“?

Heute ein „Selbstversuch“:

Beim Shooting in der Lichtbox konnte ich auch einmal das Outfit wechseln.

Beim Shooting in der Lichtbox konnte ich auch einmal das Outfit wechseln.

Vor Kurzem habe ich meinen Gutschein für ein Foto-Shooting eingelöst, den mir meine Mama schon vor drei Jahren zum Geburtstag geschenkt hat. Ich wollte damals unbedingt Fotos von der Lichtbox, weil deren Inhaber, Helmut Weishäupl, meiner Meinung nach, wunderbare Portrait-Aufnahmen macht – die schon fast künstlerischen Wert haben.

Aber wie eben Frauen so sind… Nie hat mir so ein Shooting zeitlich ins Konzept gepasst. Mal fühlte ich mich zu dick, mal stand die Lichtbox unter Wasser. (Weishäupl und sein Team sind im Hochwasser 2013 an ihrem alten Standpunkt abgesoffen.) Heute steht Weishäupls Lichtbox -hochwassergeschützt- am Ludwigsplatz. Aber nun wäre eben mein Gutschein verfallen und da musste es dann gehen – mit oder ohne zusätzliche Kilos.

Nach einiger Zeit klappte das Posen schon ganz gut.

Nach einiger Zeit klappte das Posen schon ganz gut.

Ich fotografiere zwar gerne, aber selbst vor der Kamera stehen, das mag ich gar nicht… So war ich schon etwas aufgeregt, als ich -frisch vom Friseur- in der Lichtbox zu meinem Shooting eintrudelte. In Ruhe konnte ich mich noch einmal „frisch“ machen und dann mit der Fotografin absprechen, was ich so für Vorstellungen von meinen Fotos hätte. Sie beriet mich sogar bei der Auswahl der Kleidung, weil ich zwischen zwei Teilen schwankte. So einen Service gibt’s beim Selfie schon mal nicht!

Und dann ging’s los: Am Anfang fiel mir das „Posen“ schon etwas schwer. Aber die Fotografin redete mir gut zu und ich fühlte mich sehr wohl. Das Shooting dauerte eine Stunde und es entstanden so eine Vielzahl von Aufnahmen: Ganzkörper, Kopf, vor schwarzem und weißem Hintergrund etc.

Ganzkörper- oder Portraitaufnahmen werden abwechselnd gemacht.

Ganzkörper- oder Portraitaufnahmen werden abwechselnd gemacht.

Dann hieß es Warten. Im Unterschied zum Handy-Selfie muss der Fotograf die Bilder nämlich erst einspielen. Nach einigen

Tagen bekam ich eine Auswahl von 60 Aufnahmen online präsentiert – noch unbearbeitet. In Ruhe konnte ich zu Hause die für mich schönsten Aufnahmen auswählen (Schönheit liegt freilich immer im Auge des Betrachters). Ich habe mich für 10 Aufnahmen entschieden, die nach meiner Bestellung noch retuschiert wurden.

Allein von den Gebühren für das Shooting könnte Weishäupl nicht leben. In meinem Fall (es gibt unterschiedliche Serien, die man bei der Lichtbox wählen kann) waren das €59. Für rund eine Stunde Shooting, Vorbesprechung und Einspielen der Bilder sind das nicht mal ein Euro „Lohn“ pro Minute. Und Weishäupl muss für seine Lichtbox u. a. Miete, Personal, Equipment und Technik bezahlen.

In der Lichtbox gibt es auch schöne Requisiten, die zu den Shootings eingesetzt werden.

In der Lichtbox gibt es auch schöne Requisiten, die zu den Shootings eingesetzt werden.

Ist halt eine Frage, ob so ein Fotografen-Bild einem persönlich „wert“ ist. Ich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden! Danke Mama für dieses Geburtstagsgeschenk, auch wenn ich es erst drei Jahre später eingelöst habe. Aber macht euch doch einfach selbst ein Bild (haha ;))

Und so ein „Profi“(Foto) ausgedruckt in Händen zu halten, ist nochmal ein ganz anderes Gefühl als das „Selfie“ am Handy-Bildschirm zu betrachten.

header-blog-jpgAus Gründen der Transparenz: Den Gutschein für das Shooting hat meine Mama gezahlt. Helmut Weishäupl von der Lichtbox ging danach eine Kooperation mit mir ein, im Zuge deren ich die Bilddateien zur Verfügung gestellt bekam. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank dafür – ohne die Lichtbox gäbe es keinen neuen Header auf Teresa ohne h’s Blog!