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Aus dem Archiv: Christkind vs. Weihnachtsmann – wer ist der „richtige“ Gabenbringer an Weihnachten?

11 Dez

Für meine Leser habe ich mal wieder im persönlichen Archiv gekramt. Gefunden habe ich einen Beitrag für ein Passauer Studentenmagazin aus dem Jahr 2008. Als Christkind verkleidet habe ich damals mit einem Weihnachtsmann Passanten befragt, an welchen Gabenbringer sie glauben.

Hach, das waren noch Zeiten! Als Studentin weit vor Weihnachten (man bedenke den Redaktionsschluss für ein Magazin aus Papier) einfach mal als Christkind über den Campus zu laufen. Und dann wurde das Ergebnis auch noch gedruckt. So richtig mit mir auf dem Cover (übrigens vor der PaWo mein erstes) auf Papier.

Auf den letzten Seiten des Magazins habe ich mit der Geschichte des Christkinds bzw. Weihnachtsmannes auseinandergesetzt: Und mit diesem Wissen kann man garantiert „alle Jahre wieder“ unterm Christbaum prahlen!

Wer den Text lieber bebildert im retro-Layout liest, für den gibt es den Artikel Christkind vs Weihnachtsmann hier als PDF zum Download. Alle anderen bilden sich bitte hier weiter:

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Kaum eine Frage spaltet unser Land in diesen Tagen vor Weihnachten stärker — gehört man nun zur Christkind— oder doch zur Weihnachtsmann“fraktion“. Das scheint auf den ersten eine Frage der Konfession zu sein: Denn in den traditionell eher katholisch geprägten Gefilden West- und Süddeutschlands, aber auch im angrenzenden Österreich und der Schweiz bringt das goldblondgelockte Christkind die Weihnachtsgeschenke. Im restlichen, zumeist evangelischen Teil der Republik ist dieser Dienst dem zipfelmützigen Weihnachtsmann vorbehalten.

Doch ganz so einfach ist es nicht! Denn das Christkind, das heute den Kindern heimlich die Gaben unter den Weihnachtsbaum legt, ist eine Erfindung des Reformators Martin Luther (1483-1546) und somit eigentlich alles andere als „katholisch“! Die Bescherung am Geburtstag Jesu war im Mittelalter aber noch nicht üblich: Die Kinder beschenkte man am Nikolaustag, dem 6. Dezember oder am Tag der unschuldigen Kinder (28. Dezember).

Martin Luther jedoch lehnte die Heiligenverehrung ab und somit konnte schlecht ausgerechnet ein Heiliger, der hl. Bischof aus Myra, den Kleinen Geschenke bringen.

Verzichten wollte er aber auf den lieb gewonnen Brauch des Beschenken auch nicht mehr. Denn wahrscheinlich wusste Luther als sechsfacher Vater nur zu gut, was Kinderaugen zum Glänzen bringt. So sollte fortan (ab etwa 1535) der „heilige Christ“ höchstpersönlich die Kinder beschenken.

Weil die Gläubigen sich aber noch zu Beginn der Neuzeit sehr bildhafte Vorstellungen machten, wurde aus dem ,,heiligen Christ“ allmählich die Kunstfigur des lieben Christkinds. Dieses stellt also nicht das Christuskind in der Krippe dar, wie es der Name vermuten lässt. Vielmehr schufen die Menschen eine neue Figur, die den engelhaft gekleideten Mädchen entsprach, die weihnachtlichen Umzügen mit offenen Haaren vorangingen.

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Zur Zeit der Aufklärung im 18. Jahrhundert mischte sich zum Aspekt der evangelischen Kritik an der Heiligenverehrung erstmals die Vorstellung von einem Weihnachtsmann. Ob er nun Père Noël, Sinterklaas oder Santa Claus heißt, auf der ganzen Welt wissen die Kinder wie er aussieht: Pausbäckig mit rosigen Wangen und einem langen weißen Bart. Der rote Mantel darf dabei ebenso wenig fehlen wie die Zipfelmütze, die der Weihnachtsmann im Unterschied zum mitratragenden Bischof aus Kleinasien auf dem Kopf hat. Warum sein pelzbesetzter Mantel ausgerechnet rot ist? Vielleicht ist das noch ein Anklang an den Bischofsmantel des hl. Nikolaus. Doch im Grunde braucht man sich nur eine Coca-Cola-Dose anzusehen – denn dem US-Konzern ist es gelungen, das Bild vom Weihnachtsmann entscheidend zu prägen und in ihn Firmenfarben zu kleiden. Ist der Weihnachtsmann, wie wir ihn heute kennen also nichts anderes als ein besonders effektiver Marketinggag? Mit dem mildtätigen Bischof Nikolaus, der ein Heiliger und Schutzpatron der Kinder ist, hat die Märchenfigur auf dem Rentierschlitten jedenfalls nichts gemein!

„Äpfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern“ und recht viel üppiger darf man sich die Geschenke einst zur Weihnachtszeit auch nicht vorstellen. Schenken war damals noch stärker eine Sympathieerklärung und nicht wie in unseren Tagen ein exklusiver Warenaustausch. Erst um l800 hatte bei den Katholiken Weihnachtsmann bzw. Christkind allmählich den Nikolaus als Gabenbringer abgelöst. Doch schon damals scheint der männliche Geschenkebringer populärer als das Christkind gewesen zu sein. Maßgeblichen Anteil daran hatte der Dichter des Deutschland-Liedes, Hoffmann von Fallersleben, mit seinem Gedicht,,Morgen kommt der Weihnachts- mann“, das er um 1835 verfasste.

Ihre „Wirkungsstätten“ haben die beiden Gabenbringer im Laufe der Zeit getauscht – heute bringt der Weihnachtsmann vornehmlich im Norden die Geschenke, während dies im katholischen Süden das ursprünglich „lutherische“ Christkind übernimmt. Dass in unseren Tagen der einst evangelische Brauch hauptsächlich im katholischen Bayern praktiziert wird, verdankt er vielleicht dem traditionsreichen „Christkindlesmarkt“ der Stadt Nürnberg, wohl der evangelischte Flecken Bayerns.

Doch auch in den südlichen Gefilden wird das Christkind immer mehr von seinen männlichen Kollegen verdrängt – ob das nun an dem so oft kritisierten US-amerikanischen Einfluss oder der besseren Vermarktbarkeit des Weihnachtsmannes liegt. Wir wissen es nicht. Aber ist denn die männliche oder weibliche Gestalt des Gabenbringers überhaupt entscheidend? Letzten Endes sind doch beide ,,nur“ Kunstfiguren, die zwar auf eine bestimmte Tradition zurückblicken können, jedoch nicht den eigentlichen, kommerzfrei-religiösen Sinn der Weihnacht verkörpern!

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Sodom und Gomorra in Niederbayern: Wo ich vor 10 Jahren Abi machte

4 Jul

Zwischen den Jahren trudelte in mein altes E-Mail-Postfach eine Einladung zum 10-jährigen Abitur-Treffen ein.

Meine erste Reaktion war PANIK. Denn nun komme ich offensichtlich in ein Alter, in dem man Jubiläen feiert. Jubiläen, das waren für mich bis dato die goldenen Zahlen auf Fresskörben, die meine Großeltern zu Geburtstag erhalten haben. Aber nun prangt über meinem Leben bald eine dicke, fette, goldene 10!

Meine zweite Reaktion war: Wie viele meiner ehemaligen Mitschüler werden sich noch „in Ausbildung“ befinden, wie ich? Wie viele sind schon verheiratet? Wie viele haben vielleicht gar schon Kinder?

Von einem Pärchen weiß ich, dass es sich in meinem Abiturjahrgang gefunden hat – die beiden haben vor ein paar Jahren auch geheiratet. Anders als die Pärchen, deren unsterbliche Liebe die Verleihung des Reifezeugnisses im Juni 2006 kaum oder knapp überlebt hat… Eine hat bei ihrem “Lover” sogar eine Abiturprüfung ablegen können, aber dazu später.

Der Ex-Schulleiter wurde degradiert

Erst möchte ich erzählen, dass ich auch heute, knapp 10 Jahre nach meiner Zeit als Schülerin eines bayerischen Gymnasiums, oft schweißgebadet aufwache, wenn ich von der Schule träume. Regelrechte Albträume habe ich noch heute. Einige sagen, die Schulzeit sei die schönste Zeit ihres Lebens gewesen – für mich war es die Studienzeit. Erst dann begann mein Leben richtig. Alles andere vorher war nur ertragen. Ich bin froh, dass ich die Schulzeit überlebt habe. Und als ich mir überlegte, wer denn aller zu unserem Abi-Jubiläum kommen könnte, da merkte ich, dass diese Albträume vielleicht auch andere hätten, wenn sie an dieser Schule gewesen wären…

Mittlerweile hat mein altes Gymnasium einen neuen Schulleiter. Ob wohl der ehemalige Schulleiter zu unserem Treffen kommen wird?

Ach nein, der wurde ja seines Dienstgrades degradiert, weil er eine Referendarin sexuell belästigt haben soll.

Religionslehrer besaß Kinderpornos

Und auch der einstige Religionslehrer wird wohl kaum einer Einladung zu unserem Treffen nachkommen können – bei ihm hat die Polizei, einige Jahre nach meiner Schulzeit, Kinder-Pornos gefunden. Ich persönlich habe diesen Lehrer in der Schule nie so recht leiden können, er hat sich uns Kindern gegenüber zu kumpelhaft verhalten. Heute ist mir auch klar, warum… Aber während meiner Studienzeit habe ich ihn noch einige Male getroffen, denn ich habe Theologie studiert in dem Gebäude neben diesem „ehrwürdigen“ Gymnasium. Eigentlich waren die Gebäude sogar miteinander verbunden oder war es sogar ein Gebäude? Dennoch habe ich in meinen Studienjahren nur äußerst selten den Weg „rüber“ in meine alte Schule gefunden. Aber eben ab und an einen ehemaligen Lehrer auf seinem Schulweg und meinem Weg zur Uni getroffen. Und so kam ich auch einige Male mit dem Reli-Lehrer, der eigentlich ein perverser Straftäter war, ins Gespräch; und ich dachte mir, warum habe ich den früher nicht gemocht? Eigentlich war er doch ganz nett. Eigentlich. Aber nachdem ich von dem Polizei-Einsatz bei ihm gelesen habe, hatte ich wieder fast ein schlechtes Gewissen: Warum habe ich einen Sex-Täter sympathisch gefunden?

Aber der ewige Junggeselle war eben so herrlich kumpelhaft! Als junge Studentin fand ich das dann angemessen und eben nett. Peinlich, peinlich – der Straftäter hat für die Festschrift des 400-jährigen Bestehens der Schule einen Beitrag geliefert und sich u. a. so unsterblich in der Schulgeschichte verewigt.

Hier drückte schon ein Attentäter die Schulbank

Und nein, ich bin nicht in Sodom oder Gomorra ins Gymnasium gegangen. Aber „Täter“ haben schon früher diese Schule besucht. Ein Attentäter drückte einige Jahrzehnte vor mir dort die Schulbank: Anton Graf von Arco-Valley, er hat am 21. Februar 1919 den ersten bayerischen Ministerpräsidenten Kurt Eisner ermordet.

Die Ironie des Schicksals oder der Geschichte will es, dass mich mit ihm zwei Dinge bis heute verbinden:

Zum einen ist sein ehemaliger Hauslehrer der Vater meines ehemaligen Musiklehrers. Mit dem Neffen des Lehrers, den ich sehr gemocht habe, habe ich Abi gemacht. Man möchte meinen, die Verbindungen des (Groß)vaters zum bayerischen Adel würde heute keine so große Rolle mehr spielen. Weit gefehlt! Denn die zweite Verbindung zum Attentäter, der meine ehemalige Schule besuchte, ist meine Diss. Ich promoviere über die Rezeption des Mordes an Kurt Eisner. Und zu dieser Diskursanalyse gehört auch die enge Verbindung zum ehemaligen Hauslehrer…

Ja, immerhin für mein Diss-Thema könnte ich meinem Gymnasium dankbar sein. In meinem Sozialkunde-Geschichte-Leistungskurs – ja, das hieß bei mir noch so und ich erhielt auch erst nach 13 Schuljahren mein Abitur, so alt bin ich schon – fragte ich nach, wer denn dieser Graf Arco sei, der Eisner ermordet habe. Und wie es so ist, wenn der Lehrer nicht weiter weiß:

Ich durfte am nächsten Tag ein Referat über den Attentäter halten. (Man stelle sich mal vor, nicht mal das hat mein Geschichtslehrer gewusst, dass Arco in diesem Gebäude die Schulbank gedrückt hat…) Für das Referat bekam ich 15 Punkte und die Erkenntnis, dass über den Grafen, der ein Attentäter war, quasi nur ein Buch existierte. Darin erinnerte ich mich Jahre später uns schwups hatte ich ein Thema für meine Doktorarbeit. Auch in der Festschrift hat man diesen prominenten Schüler (bewusst?) unter den Tisch fallen lassen – ok, da sind nur die ab Abiturjahrgang 1961 aufgelistet…

Mit meinem Doktor der Geschichte wäre ich dann zumindest qualifiziert, dem Elternbeirat meines ehemaligen Gymnasiums anzugehören. Denn ohne zumindest einem Doktortitel war man in dieser Elite-Ausbildungsstätte nur ein Elternvertreter zweiter Klasse… Am besten war man schon in mindestens zweiter Generation Schüler dieser Anstalt – und dein Großvater hat adelige Attentäter unterrichtet.

„Legenden sterben jung“ – die Lieblingslehrer auch

Aber es war nicht alles schlecht, was ich mit meiner Schulzeit verbinde… Doch ganz nach dem Motto, „Legenden sterben jung“, muss ich feststellen, dass einige meiner Lieblingslehrer schon verstorben sind:

Da war zum Beispiel der Musiklehrer, der mich mit seinem Lockenkopf und seinem tiefen Bass trotz fehlender Körpergröße immer etwas an Johann Sebastian Bach erinnerte. Ist ja auch irgendwie passend für einen Musiker oder? Immer wenn ich das Weihnachtslied „The little drummer boy“ höre, sehe ich ihn vor meinem geistigen Auge, wie er auf dem schwarzen, schon etwas abgenutzten Flügel im kleinen Musiksaal im Erdgeschoss des ehrwürdigen Altbaus dieses Weihnachtslied mit uns anstimmte. Seine Bassstimme hat uns Unterstufen-Schüler dabei gewaltig übertönt.

Das Schulgebäude war so alt, dass wir nicht einmal eine Sprechanlage für Durchsagen hatten. Ob wir hitzefrei hatten oder andere wichtige Informationen des Direktorats erreichten uns daher über Rundschreiben, die der Hausmeister in jedes Klassenzimmer brachte. Und das machte er so: Er klopfte kräftig gegen die alte Holztür; so stark und unverwechselbar, dass wir schon am Klopfen erkannten, dass er den Raum beteten wird und das immer mit einem ebenfalls unverwechselbaren, langgezogenen „Mooooooooorgen!“ Egal zu welcher Uhrzeit, auch wenn es schon 12 Uhr mittags war und bereits die sechste Schulstunde angebrochen war. Das gefiel uns Schülern natürlich so gut, dass wir ihm oft schon vor seinem Gruß, unmittelbar nach seinem Klopfen, „Mooooooorgen“ entgegenbrüllten.

Auch dieser äußerst kräftige Mann ist schon vor einigen Jahren gestorben – er war im Übrigen der Einzige, den ich während des Studiums nebenan besucht habe. Ich hab mir dann auch eine Würstel-Semmel bei seiner Ehefrau gekauft, die den Pause-Verkauf betrieb. Heute hat sie ein Restaurant, über das ich hier geschrieben habe.

Ein anderer Kult-Lehrer, auch nicht von allzu großer körperlicher Größe, aber groß im Geiste, war ein Mathe- und Physiklehrer, der immer mit einem Moped in die Schule fuhr. Und das bei jeder Witterung! Mich erinnerte er daher an Ottfried Fischer, der in “Irgendwie und sowieso” als „Sir Quickly“ auf einer Schwalbe fuhr..

Der „Sir“ schaffte es sogar, dass ich bei ihm eine Zwei in Physik hatte, weil er das mit dem Strom, den Leitern und dem Widerstand so gut erklärt hat. Wer weiß, vielleicht wäre ich gar nicht so unbegabt in Naturwissenschaften gewesen, wenn ich den „Sir“ öfter im Unterricht gehabt hätte. Aber schon damals lag mein Interesse eindeutig mehr in der geisteswissenschaftlicher Richtung.

Abiprüfung beim Lover 

Ich wählte als zweites Leistungskursfach Deutsch und daher bekam ich die heiße Affäre zwischen dem Grundkurslehrer und seiner Schülerin nicht mit. Im Nachhinein wurde natürlich behauptet, dass sie erst nach dem Abi die Liebe füreinander entdeckt hätten – just an der Abifeier soll das gewesen sein. Was für ein Zufall!

Sie wohnten dann sogar eine Zeit lang zusammen. Und das Internet, das ja nichts vergisst, zeugt davon, dass sie sich auch einen Hund aus dem Tierheim nehmen wollten. Ich danke der Tierheimleitung, dass zumindest sie diese zweifelhafte Verbindung bestraft hat, indem sie ihnen den Hund nicht vermittelt hat! Außer einer sehr guten Note im Grundkurs-Abi hatte diese Beziehung zwischen Lehrer und Schülerin keine Folgen… Und nein, ich bin nicht in Sodom und Gomorra auf’s Gymnasium gegangen, sondern in einem beschaulichen, bayerischen Städtchen!

Heute weiß ich auch, warum die Schülerin, die nicht gerade zu meinen Freundinnen gezählt hat, über meine Krankmeldungen so genau Bescheid wusste, über die wohl ausführlich im Lehrerzimmer diskutiert wurde.

Ich hatte nämlich das Glück, dass ich mit Pfeiffer’schem Drüsenfieber zu den Abiprüfungen antreten musste. Meine Oberstufenbetreuerin hat, statt mich zumindest mental zu unterstützen, gesagt, dass ich das Abi in meinem Zustand nicht schaffen könnte. Zum Glück habe ich nicht auf sie gehört und bin angetreten. Gott sei Dank, denn ich wüsste nicht, ob ich diesen Wahnsinn noch ein Jahr länger ausgehalten hätte!

Kaum zu glauben, dass meine Schulzeit mittlerweile schon 10 Jahre her ist. Ich erinnere mich noch heute, wie ich bei der Abiturfeier etwas beschwipst auf die Uhr schaute und um Mitternacht das Datum verwechselte. Es war irgendein Juliabend, aber für mich war es der 4. Juli – mein ganz persönlicher Independence Day!
Die Ironie der Geschichte will es, dass dieser Blogpost just an einem 4. Juli erscheint – damit habe ich mir meine Horror-Schulzeit hoffentlich von der Seele geschrieben!

 

70 Jahre PNP: Heimatzeitung, die viel kann – auch online?

7 Feb
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Die PNP wurde 70 Jahre alt und feierte sich selbst mit einer Sonderbeilage (rechts), die ebenso wenig gratis online zur Verfügung stand wie das Portrait über mich (links) (Foto: Winderl)

Nach der “Welt am Sonntag” im August 2015 hat nun auch “meine” Lokalzeitung über mich am Mittwoch, 3. Februar 2016 berichtet: Die “Passauer Neue Presse” (PNP) in der ich, zwar nicht meine allerersten, aber doch erste redaktionelle Erfahrungen noch in der Schulzeit sammeln konnte.

Gerne hätte ich den Zeitungsartikel, in dem es über mich als Bloggerin ging, in diesem Internet geteilt. Das ist jedoch leider nicht möglich: Denn der Artikel ist nur im Bezahlbereich verfügbar.

Das ist auch grundsätzlich ok – auch die SZ entscheidet, dass manche Artikel so einzigartig sind, dass sie nur gegen Bezahlung abzurufen sind. Aber ich meine, man sollte bei einer Regionalzeitung wie der PNP grundsätzlich nach Einzelfall entscheiden. Wenn ein Bericht über einen 80sten-Geburtstag erscheint, dann kann dieser ruhig “exklusiv” sein.

Hyperlinks in Print-Artikeln sind für die Katz – wenn sie nicht online verfügbar sind

Aber ein Portrait über einen Onliner wie mich? Da wäre es wohl für alle Beteiligten (mich und die PNP) clever, wenn der Artikel geteilt werden könnte und so Klicks erhält.

So ist das Fleißarbeit für die Papiertonne – denn wir wissen ja, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern…. Hyperlinks im Print-Text sind auch für die Katz, der Otto-Normal-Print-Zeitungsleser sucht nichts im www – und ich kann das anhand meiner Blogstatistiken nun sogar nachvollziehen.

Weil ich natürlich mitdenke, habe ich noch vor der Veröffentlichung des Portraits mit der Redakteurin besprochen, wie ich den Bericht über mich meinen Lesern zugänglich machen könnte. Sie meinte, es sei üblich, dass sie den Artikel als PDF verschicken und er so dann auch genutzt werden kann. Ich sagte, sie solle da lieber nochmal Rücksprache halten, ob das rechtlich soweit ok ist…

 

Aber apropos Zeitung und “alt” – die PNP wurde 70 Jahre und das hat sie mit einer dicken Sonderbeilage gefeiert am Freitag, 5. Februar 2016 – sogar mit eigener Sonderbriefmarke für die “Neue Presse Post”.

Bekanntlich forsche ich interdisziplinär und die Geschichte einer Zeitung interessiert mich besonders, noch dazu die meiner Heimatzeitung! Da ich zwischen zwei Wohnorten pendle und auch sonst viel unterwegs bin, ist ein Zeitungsformat für mich jedoch reichlich unpraktisch; die Print-Beilage will ich zudem unmarkiert archivieren.

Beilage zum 70. Geburtstag nicht gratis online verfügbar

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Screenshot: Tweet Roland M.

Lange Rede… Ich freute mich daher riesig, als ich las, die Beilage stünde als ePaper gratis in der App zur Verfügung. Das hat ein PNP-Mitarbeiter getwittert – nicht irgendein Mitarbeiter, sondern (laut seiner Bio auf Twitter) “Produkt- und Projektmanager Digitales bei PNP” Roland M. Er müsste das also wissen, eigentlich.
Ok, also ich akzeptiere, dass ich als sog. “Voll-Abonnent” für das ePaper extra zahlen müsste… Aber ich akzeptiere nicht, dass ich als jahrelanger Print-Abonnent diese Beilage nicht gratis digital lesen kann. Und noch dazu, dass offensichtlich niemand bei der PNP eine Ahnung hat, was jetzt genau gratis ist. Liebe PNP, Hand auf’s Herz: Die Beileige ist doch ohnehin nur pure Eigenwerbung für euch! Warum also nicht „verschenken“?

PNP-Mitarbeiter wissen offensichtlich selber nicht genau über Bezahlmodell Bescheid

Ich rief nämlich im Aboservice an – die Dame dort wollte mich direkt zu Roland M. durchstellen. Von Twitter hat diese Dame wohl noch nicht so oft gehört. Das macht wohl in der Regel auch nichts, denn Roland M. hat selbst nur unter 100 Follower.  

Als dieser nicht abhob, hat sie währenddessen direkt mit der Online-Redaktion Rücksprache gehalten: Die Beilage sei nun gratis verfügbar, erklärte sie mir. Das war sie jedoch nicht und ist sie bis heute nicht.

Roland M. entschuldigte sich via Twitter, dass er da wohl falsch informiert war.

Weil ich schon gerade dabei war, habe ich die PNP via Twitter angefragt, ob ich das PDF meines Artikels denn auf meinem Blog veröffentlichen dürfte. Keine Antwort! Und auch die freundliche Jung-Redakteurin hat bis heute das versprochene PDF nicht geschickt.***

Fazit:

70 Jahre PNP, meine Heimatzeitung mag viel können – Veranstaltungsreihen wie “Menschen in Europa” zum Beispiel und seit Neuestem sogar Briefe austragen – aber online kann sie nicht! Und von Twitter wollen wir mal ganz schweigen…

 

*** UPDATE *** Mittlerweile ist das PDF meines Artikels bei mir eingetroffen. Die Jung-Redakteurin meinte, dass sie in der Redaktion nachgefragt hat und ich es auch für meine Blogs nutzen dürfte. Hoffen wir, dass mich die PNP nun nicht nachträglich verklagt, wenn ich den Artikel über mich hier als Lektüre zur Verfügung stelle 😉

Zum ausführlicheren Pressespiegel meines Sparblogs ISASPARER geht’s übrigens hier entlang.

Einkaufen in Österreich – als ein Stück Zeitgeschichte 

11 Jan

Normalerweise ist für mich die Fahrt nach Österreich kein historisches Ereignis. Von der Grenzstadt Passau sind es nur ein paar Kilometer rüber bis zur Grenze und diese Barriere zwischen den zwei Staaten war für einige Jahre auch gar nicht mehr sichtbar. Doch in diesen Tagen mehren sich die Meldungen, dass an der Grenze bei Suben Stau herrscht.

Und das brachte mich wieder zum Nachdenken, dass ich ja wirklich in einem anderen Land bin, wenn ich über die Grenze fahre, auch wenn sie nicht mehr sichtbar ist.

Früher freilich, da waren sogar die Fahrbahnmarkierungen in Österreich gelb; fuhr man über die Grenzstation sagte das dem Unterbewusstsein: Jetzt bist du im Ausland! Zwar nicht in Timbuktu, aber doch irgendwie wo anders, denn hier sieht es anders aus – zumindest die Straße.

Heute sind diese Markierungen auch weiß wie bei uns und die Grenzstationen geschlossen.

Doch als ich nun im Jänner (wie der erste Monat des Jahres so schön in Österreich heißt), in die Grenzstadt Schärding fuhr, wurde mir bewusst, dass dieser Teil des Inntals uns vielleicht fremder werden könnte, als wir das alle wollen: Die Flüchtlingspolitik könnte einen Keil zwischen diese zwei Staaten treiben. „Die Österreicher“ waren es, die die Flüchtlinge an eben dieser nicht mehr sichtbaren, aber dennoch existierenden bayerischen Grenzen einfach ausgesetzt haben.

Hüben wie drüben sind sie da, die Asylwerber (ohne be) wie sie in Österreich genannt werden. Und so wurde die Einkaufsfahrt nach Schärding ein kleines Stück Zeitgeschichte, das ich hiermit dokumentieren will:

Arabisches Schild am Supermarkt

Denn am Eingang zum Spar hing ein Schild – nicht in deutsch verfasst, sondern auf Englisch und Arabisch: „We don’t have SIM-Cards and cigaretts“ war darauf zu lesen (zumindest in Englisch). Denn direkt neben dem Schärdinger Spar steht eine kleine Zeltstadt mit Flüchtlingen – ob die gerade auf dem Weg nach Deutschland sind oder gerade von dort kommen, das ändert sich je nach Ansage aus dem Nachbarstaat.

Und auch wenn wir uns Bayern und Österreicher so ähnlich und freundschaftlich verbunden sind, in diesen Tagen merkt man leider, dass uns eine Grenze trennt. Und eben diesen feinen Unterschied, die kleinen sprachlichen Barrieren sah ich immer als Zugewinn an (siehe mein Blogbeitrag über österreichisches Deutsch):

Leben in der Grenzstadt – das Beste aus zwei Welten wie ich schon hier schrieb. Ich hoffe, das bleibt so: Auf die bayerisch-österreichische Freundschaft!

Österreichisch ist nicht einfach deutsch

Ich habe einfach ein paar Schmankerl aus dem Supermarkt abfotografiert, die es bei uns in Deutschland nicht gibt oder unter einem anderen Namen. (Er)kennt ihr sie alle?


An der Kassa (mit a in Österreich) in einem anderen Supermarkt sah ich diese jungen Männer. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier um Asyl(be)werber, die dort bezüglich SIM-Karten fündig wurden.

Dieser Post soll keine Abhandlung über die Bedeutung des Smartphones auf der Flucht sein, sondern ein Beitrag über die zeitgeschichtliche Dimension eines Shoppingtrips nach Oberösterreich in unseren Tagen.

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Von zitronensüssen Kultlauten, Nagellacken und Currywürsten: Das erste Treffen des Passauer Bloggerstammtisches

8 Okt
Passauer Bloggerstammtisch

Passaus Blogger bei ihrem ersten Treffen im Kreuzweis. (Foto: Winderl)

Im April hatte ich hier dazu aufgerufen, dass Passauer Blogger in eine Facebook-Gruppe von mir eintreten sollen – jetzt haben wir uns zum ersten Mal getroffen.
Und was soll ich euch lang von den einzelnen Blogs erzählen, ihr solltet sie natürlich am Besten alle selbst lesen; Denn die Passauer Bloggerszene mag vielleicht nicht groß, dafür aber unglaublich kreativ sein: Vom Currywurst-Test über Umfragen zu Zeitreisen und Minions auf Nägeln reicht die Bandbreite.

Aber kurz von Anfang an: Am Dienstag in der sog. O-Woche trafen wir uns zum ersten Mal – auf Initiative von Maren Martschenko, denn ich hatte eher einen Termin während des Semesters favorisiert. (Der Grund: Die meisten Blogger in Passau sind Studierende und so nur hauptsächlich während des Semesters in ihrer Studienstadt.) Einen Großteil von den Gästen hat Maren in einem Seminar, das sie regelmäßig an der Uni Passau hält, zum Bloggen gebracht.

Für besonders ambitionierte Studis war, nachdem die Note für den Praxisteil stand, mit dem Bloggen nicht Schluss – der Blog kultürlich ist zum Beispiel so ein Vorzeigeprojekt oder auch brot & bluse.

Blogteams sind als Seminarprojekte entstanden

Diese zwei Blogs organisieren sich in Blogteams – der Fashion- und Food-Blog brot & bluse besteht aus fünf Frauen und einem Mann, „der sich aber sehr wohl fühlt bei uns“, verrät uns Nani bei unserem ersten Passauer Bloggerstammtisch. Sie ist als Food-Bloggerin für das ehemalige Seminarprojekt tätig und Maren, die ihr im Kreuzweis gegenüber sitzt, schwärmt von dem Honig-Senf-Salat-Dressing, das Nadi dort beispielsweise schon gepostet hat. Alle am Tisch studieren übrigens entweder Kuwi oder MuK oder haben eins der Fächer studiert.

Auch kultürlich – ein Blog, wie schon der Name vermuten lässt, der sich der Kultur widmet, organisiert sich über ein Team. Maren meint zu Joana, „ihr müsstet schön langsam an eine Monetariserung denken, weil es so gut bei euch läuft.“

Uns bei solchen Dingen künftig zu unterstützen und über Erfahrungen auszutauschen, deshalb habe ich die Initiative ergriffen, die Passauer Blogger an einen Tisch zu bekommen. Und es freut mich, dass zum ersten Treffen gleich so viele gekommen (trotzdem eigentlich noch Semesterferien) sind und wir die Idee gemeinsam weiterentwickeln werden!

Bei kultürlich ist zum Beispiel auch Anna, die aktiv das Kulturleben ihrer (Uni)stadt mitgestaltet. Sie spielt Improtheater und in einer Band – gemeinsam mit Sebastian, der heute auch mit uns am Tisch sitzt und zusammen mit seiner Bandkollegin den Blog KultLaute initiiert hat. „Wir probieren uns da aus“, erklärt Sebastian. Aus diesem Grund haben sie kürzlich das originelle Videoformat „Änna frägt“ ins Blog-Programm aufgenommen – dort befragt die kulturaffine Anna Passanten nach ihrer Meinung zu so speziellen Themen wie Zeitreisen. Das Team von KultLaute ist fast vollständig an diesem Abend erschienen – mit von der Partie ist auch Julia, die den Passauern vielleicht auch schon von dem ein oder anderen Poetry Slam bekannt ist.

Ihr merkt schon, die Passauer Blogszene ist unglaublich kreativ und extrem abwechslungsreich! Auch die Beauty-Schiene darf da nicht fehlen:

Einzelkämpfer gibt es auch in der Passauer Bloggeszene

„Ich habe ca. 500 Nagellacke“, mit diesen Worten stellt Theres (mit h ;)) sich und ihren Blabliblog vor. Ihre Hobby-Sucht verbloggt die Studentin und erfreut so auch schon mal andere Bloggerinnen aus Passau: „Theres ist beim Lackieren unglaublich talentiert“, schwärmt Nani, „ich hatte Dank ihr schon Minions auf den Fingernägeln.“

Marion von Zitronensüß mag es auch gerne bunt. Zitronengelb ist der Header ihres Blogs gestaltet, Den Besucher erwarten bei ihr ansprechende Food-Fotos mit Rezepten. Denn die Studentin liebt es zu backen und zu reisen.

Dem Essen hat sich auch Benjamin verschrieben: Er hat insgesamt zwar sieben Blogs, aber sein Hauptinteresse gilt der Seite Currywurst Test. Darüberhinaus interessiert den MuK-Master-Studenten vor allem die technische Komponente am Bloggen – so wird er sicher eine echte Bereicherung für unsere kreative Runde werden!

Wann der nächste Passauer Bloggerstammtisch ansteht, das werden wir in der Facebook-Gruppe bekannt geben. Wenn du dich als Blogger aus Passau (oder auch aus dem Woid ;)) angesprochen fühlst und nächstes Mal vorbeischauen möchtest, dann werde doch einfach Mitglied der Gruppe „Passauer Bloggerstammtisch“!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Passauer Bloggern bedanken, die zum ersten Treffen gekommen sind – und euch, meine lieben Leser, ihre Blogs zur Lektüre ans Herz legen. Deswegen habe ich sie auch ganz brav verlinkt 😉

Blogger aus Passau: Wo seid ihr?

28 Apr

Unter den Bloggern bin ich ein „alter Hase“ – meinen „Ego-Blog“ betreibe ich seit Anfang 2011. Zufällig ist dies mein 100.ster Blogpost 😉 Mittlerweile bin ich auch in München dahoam und dort gibt es eine Menge Möglichkeiten, sich mit anderen Bloggern zu vernetzen. Mit meinem Blogprojekt ISARSPARER bin ich regelmäßig beim Münchner Blogger-Stammtisch zu Gast und ich könnte auch noch zum Beispiel den Iron-Bloggern beitreten. Dort vernetzen sich Blogger, die mindestens einen Blogpost pro Woche absetzen. Gelingt dies nicht, muss man 5 Euro in die Bier-Kasse zahlen. Das soll unglaublich motivierend sein, wie mir Mitglieder berichten 😉

Doch in der Provinz gibt es keine solchen Vernetzungs-Möglichkeiten für Blogger. Nachdem ich vor einigen Wochen von kleinstadtgroß für den Liebster-Award nominiert wurde, fragte ich mich erstmals:

Was gibt es eigentlich für andere Blogs in Passau?

Auf Teresa ohne h habe ich ja auch eine Rubrik „Passau“. Einige Blogposts von mir wurden auch schon in der Regional-Zeitung zitiert – leider ohne Nennung meiner Blog-Adresse. Aber ich denk mir, hier in einem Ein-Zeitungskreis mit Medien-Studiengang sollte es doch eigentlich schon ein paar Blogs geben… Also begab ich mich auf die Suche:

kleinstadtgroß

kleinstadtgroß  (sinnigerweise klein geschrieben) hatte mich nominiert. Und ein bisschen sehe ich die Idee, die sich dahinter verbirgt, hinter allen Blogs einer Kleinstadt mit einer Zeitung vertreten. Die Macher schreiben:  “Unser Projekt: Das zu schreiben, was wir selbst gerne über Passau gelesen hätten.” Thomas aus Hannover und Almuth aus dem Allgäu sind “auf der Suche nach Spiel, Spaß und Spannung abseits vom Studentensandkasten.” www.kleinstadtgross.de

Outzeit Passau

Auf kleinstadtgroß verlinkt war der Blog „Outzeit Passau“; dieser Blog ist ursprünglich als Team-Blog gestartet, aber nun ist nur mehr eine Bloggerin für ihr Studium in Passau. Die Idee hinter diesem Blog: Die Umgebung von Passau sportlich-aktiv zu entdecken: www.outzeit-passau.de

kultürlich

Ebenfalls im universitären Umfeld anzusiedeln ist auch der „Kultürlich Blog“ von drei KuWi-Studentinnen. Ihre Themen sind Musik, Literatur, Kunst, Film und Schauspiel: www.kultuerlich.blogspot.de

Brot & Bluse: Food und Fashion Blog

In Passau angesiedelt mit einer „Truppe von 6 Studenten“ ist dieser Blog. „Brot und Bluse“ der Name, weil hier Food und Fashion präsentiert wird: „Wenn man sich die Studierenden in Passau anschaut, merkt man Eines schnell: Food & Fashion sind Themen, die uns 24/7 beschäftigen. Dieses Blog soll eine Plattform für modische und kulinarische Köstlichkeiten für euch von uns sein. Wir wollen euch Food & Fashion Inspirationen im Studentenalltag liefern! Dieses Blog ist eine Sammelstelle für Rezepte und Outfits, Tipps und Tricks, die das Auge und den Geldbeutel erfreuen.“: www.brotundbluse.wordpress.com

Lokalteilheld

Der einzige Blog (außer meinem) von einem echten „Local“ stammt von Andreas Kescher. Der „Lokalteilheld“ hat Medien und Kommunikation (wie ich) hier studiert und danach ein Volontariat bei der PNP begonnen. Seine Intention: „In diesem Blog will ich meinen Weg in den Journalismus nachzeichnen. Ob am Ende eine Anleitung für einen erfolgreichen Berufseinstieg oder die Dokumentation eines grandiosen Scheiterns entsteht, werde ich selber erst in der Rückschau wissen. Spannend wird es aber auf jeden Fall.“ Einzige Kritik: Für einen, der vom Schreiben lebt, könnte er häufiger bloggen: www.lokalteilheld.wordpress.com

PNP-Campus-Blogs

Und dann wird’s schon etwas “offizieller”: Es gibt ein Campus-Blogprojekt der PNP. Ob die Blogger von der PNP bezahlt werden, weiß ich leider nicht. Falls sie es nicht werden, finde ich es persönlich schade, dass sie nicht “unabhängig” losbloggen wie ich und die anderen Kollegen das tun. Es heißt unter „Studenten-Blogs“ auf der PNP-Campus-Seite: „In Zusammenarbeit mit der Uni Passau und der TH Deggendorf bloggen auf der Campus-Seite der Passauer Neuen Presse auch Studenten zu folgenden Themen:“ Dann werden die Blogs aufgeführt, die sich auf den Seiten der PNP finden.

Offizieller Blog der Uni Passau

Auch den offiziellen Uni-Blog möchte ich der Vollständigkeit halber aufführen. www.blog.uni-passau.de

Wahlinfo Passau

Etwas skurril wird es bei dem Blog “Wahlinfo Passau”. Offensichtlich hätten manche Blogger in der Provinz etwas Nachhilfe nötig – denn ohne ein Impressum* kann man leicht mal abgemahnt werden… Gut, aber das „Konzept“ würde mit Impressum wohl auch nicht funktionieren – es zeigt, was Blogs in Ein-Zeitungskreisen leisten können. Ich persönlich finde es toll, wenn sich jemand aufrafft und seine Meinung kundtut – er muss auch gar nicht immer meiner Meinung sein 😉 Deswegen möchte ich auch diesen Blog aufführen: www.wahlinfo-passau.blogspot.de

Blog von Sebastian Frankenberg

Etwas aus der Reihe tanzt auch der Blog von Nichtraucher-Papst Sebastian Frankenberger, den er auf seiner Webseite integriert hat. Nachdem er der Stadtpolitik mit seinem Rücktritt als Stadtrat den Rücken gekehrt hat, sind auch dort weniger Passau-Themen vertreten. Aber auch hier gilt für mich das Motto: Wenigstens wird gebloggt! Und „Franky“ ist ein „Local“, deswegen wird er hier aufgeführt: www.sebastian-frankenberger.de/persoenlich/blog/

Gschichten aus Passau

Gut gestartet, leider eingeschlafen sind die „Gschichten aus Passau“. Geplant war ursprünglich jeden Samstag um 9 Uhr eine „neue Story aus Passau“ zu posten. Leider haben das die sechs BWL-Masteranden nur drei Monate durchgehalten. Vielleicht war es nur für ein Uni-Projekt? Sie schreiben: „In der Social Media Management – Veranstaltung haben wir uns gesucht & gefunden.“ In meinem BA-Studiengang Medien und Kommunikation gab es auch ein paar so Seminar-Blog-Eintagsfliegen… Etwas traurig, wenn so ein Projekt dann einschläft: www.gschichtenauspassau.wordpress.com

Blogger aus Passau

Helft mir, die Passau-Blogroll zu vervollständigen!

Ja und das war’s auch schon mit meiner Liste der Passau-Blogs, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Ganz im Gegenteil! Jetzt seid ihr gefragt:

Kennt ihr weitere Blogs aus Passau? Dann bitte nennt sie mir!

Oder seid ihr gar selbst Blogger in der Dreiflüssestadt? Hättest du vielleicht Lust, dich off- und online zu vernetzen? Einen Blogger-Stammtisch im Format der #bloggermuc werden wir zwar nicht starten können, aber eine Blogroll und gegenseitige Gast-Artikel können ja schon ein Anfang sein. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich einfach anschreibt – am besten als Kommentar, dann können auch andere gleich euren Blog entdecken!

* ein bisschen recherchiert und schwupps: Hinter „Wahlinfo Passau“ steckt laut Medien Denk Karl-Heinz Hasenöhrl.

—– UPDATE

Für alle Blogger in und um Passau – oder solche die es noch werden wollen – habe ich einen Facebook-Gruppe gegründet „Passauer Bloggerstammtisch“. Ihr findet sie hier: https://www.facebook.com/groups/passauerbloggerstammtisch/

Heimatliebe Blogparade: Passau – Tagesausflug ins bayerische Venedig mit viel Kaffee

18 Apr
Teresas Liebling, der kleine Jack-Russell-Mix Mali, auf Mariahilf über den Dächern Passaus. Von dort hat meinen hervorragend Blick über die Altstadtzunge mit Dom inklusive Oberhaus (Foto-Winderl)

Teresas Liebling, der kleine Jack-Russell-Mix Mali, auf Mariahilf über den Dächern Passaus. Von dort hat meinen hervorragend Blick über die Altstadtzunge mit Dom inklusive Oberhaus (Foto-Winderl)

Nun wohne ich schon seit einigen Jahren in München. Aber wenn mich jemand fragt, woher ich komme, dann antworte ich ganz klar mit PASSAU. Denn Passau, dort wo Donau, Inn und (eigentlich die Ilz nicht exakt am selben Punkt) an der Ortsspitze zusammenfließen, da bin i dahoam! Heimatliebe pur also, deswegen beteilige ich mich gern an der Blogparade des Blogs “Teilzeitreisender”.

Meine Heimatstadt Passau hat mehr als Hochwasser(tourismus) zu bieten. Hier wurde der Wasserstand im letzten großen Hochwasser künstlerisch markiert. (Foto: Winderl)

Meine Heimatstadt Passau hat mehr als Hochwasser(tourismus) zu bieten. Hier wurde der Wasserstand im letzten großen Hochwasser künstlerisch markiert. (Foto: Winderl)

Passau, die niederbayerische Dreiflüssestadt, das „bayerische Venedig“ “im Herzen Europas” – am A* der Welt, wie ich gerne mit einem Augenzwinkern hinzufüge. Nicht weit haben wir es nach Wien (280km) und Prag (200km). Doch in die Landeshauptstadt haben wir noch immer keine direkte Autobahn (die A94 wird schon seit mehr als 30 Jahren gebaut, wir müssen ein kleines Dreieck über die A92 bei Deggendorf ausfahren) und auch auf der Schiene heißt es für uns Bummelzug fahren. Vielleicht kam mir in eben diesem Donau-Isar-„Express” auch die Idee, zusammen mit einem Kumpel, die ISARSPARER zu gründen. Denn am günstigsten kommt man mit dem Bayern-Ticket in meine Heimat, auch wenn die Zugfahrt etwas länger dauert. Doch das macht uns Passauern nichts! Denn der Niederbayer bleibt ohnehin am liebsten daheim, denn da ist es schließlich auch am schönsten! Der Bayerische Wald ist von uns auch nicht weit entfernt und dort gibt es das Sprücherl: „Du bekommst zwar einen Waidler aus dem Wald, aber nie den Wald aus dem Waidler.“ Und da ist was Wahres dran!

Nein, „Waidler“ sind wir noch nicht

Aber wir in Passau sind noch keine „Waidler“, da legen wir großen Wert drauf 😉 Aber eben heimatverbunden und gern dahoam. Unser Dialekt ist Niederbayerisch mit einem Hang zum Österreichischen. (Oberhalb des Weißwurst-Äquators wurde ich auch schon gefragt, ob Passau nicht in Österreich liege. Sieht man auch recht schön auf der Heimatliebe-Blogger-Landkarte unten..) Nein, das tut es (noch) nicht… Aber wir leben das Beste aus zwei „Welten“: Zum Tanken fahren wir zum Beispiel gern nach Österreich, weil es dort (noch immer) günstiger ist. Und Lebensmittel kaufen wir dort auch gerne ein, auch wenn es, wegen der höheren Mehrwertsteuer, etwas teurer ist, weil die Milch von noch glücklicheren Kühen einfach noch ein bisschen besser schmeckt.

Der Stephansdom gehört zum Pflichtprogramm

Von der Donau aus sieht die Altstadt von Passau etwas wie eine Insel ist. Das bayerische Venedig eben! (Foto: Winderl)

Von der Donau aus sieht die Altstadt von Passau etwas wie eine Insel ist. Das bayerische Venedig eben! (Foto: Winderl)

Und wir haben hier in Passau auch richtig tolle Kaffeehäuser ähnlich wie in Wien. Ja, vielleicht fangen wir meine kleine Tour durch meine Heimatstadt so an: Wer die Dreiflüssestadt besucht, sollte schon unseren Dom besichtigt haben – mit der größten (Kirchen)orgel der Welt. Diese Einschränkung braucht es, weil irgend ein Ami eine noch größer Orgel gebaut hat. Ich selbst war viele Jahre Dom-Ministrantin und es war immer ein Erlebnis, wenn zum Beispiel das Osterhalleluja ertönt ist und der hauptberufliche Organist an seinem Instrument nahezu alle Pfeifen ausgespielt hat. Aber obwohl wir in Passau sehr katholisch sind (im Übrigen das katholikenstärkste Bistum Deutschlands), findet auch bei uns nicht rund um die Uhr ein Gottesdienst im Stephansdom statt. Die Alternative dazu lautet: Besuche ein Orgelkonzert, das nur ein paar Euro Eintritt kostet. Die Orgel wird da so richtig ausgespielt – im Galopp durch die Jahrhunderte der Orgelmusik quasi. Seit Kurzem haben wir für unseren Stephansdom sogar einen Bischof namens Stefan! Und gleich neben dem Dom gibt es das Café Stephan’s Dom, dessen Name jedoch keine Besitzanzeige des Bischofs darstellt, jedoch sehr zu empfehlen ist. So ein tolles Café sieht man wirklich selten – es ist im „neo-barocken“ Stil eingerichtet, nur die Öffnungszeiten (bis 18 Uhr) sind etwas „provinziell“ – oder auf die Tagestouristen abgestimmt. Ganz wie man es sehen will… Allein es wird einem dort kein Touri-Fraas vorgesetzt, die Kuchen sind aus der Hand Passaus’ bekanntesten Konditors! Am segnenden König Max vorbei (es ist eine Segenshand und nichts anderes – wie uns das Filme schon weis machen wollten), gelangt man rechts in die Luragogasse mit dem Café Anton.

Kaffeehauskultur fast schon wie in Wien

Lurago, Carlone… Die kleinen pittoresken Gässchen tragen übrigens gerne Namen italienischer Baumeister des Domes. Denn nach dem Stadtbrand von 1662 haben in Passau vor allem Italiener gewirkt, unter anderem ist deshalb wohl vom „bayerischen Venedig“ die Rede. Gut, zu Hochwasserzeiten haben wir ja auch Venedig-Feeling pur – da werden Staatsexamenskandidaten in der Universitätsstadt schon mal am Prüfungstag per Boot von zu Hause abgeholt. Und weil die Altstadt von der Donau aus betrachtet wie eine Insel und somit wie Venedig aussieht. Aber dazu später. Noch einige Worte zu meinem Lieblingskaffeehaus, dem Café Anton: Nirgendwo gibt es besseren Kaffee. Hier fühl ich mich als Wien-Liebhaberin pudelwohl! Es gibt dort zum Beispiel Sacher-Würstel mit Kren. Alles schon eben etwas österreichisch in der Grenzstadt!

Dreiflüsserundfahrt ein Muss

So gestärkt, kann man sich dann auf eine Schifferl-Fahrt begeben. Die Anlegestellen gegenüber dem Rathaus sind vom Domplatz aus in wenigen Gehminuten zu erreichen. Zumindest eine „kleine“ Dreiflüsserundfahrt ist eigentlich Pflicht und kostet, wer Großstadt-Preise gewohnt ist, nur ein paar Euro. Wer etwas längere Zeit auf der Donau verbringen will – nachdem Inn und Ilz in die Donau gemündet sind, heißt der Fluss nur mehr Donau – kann sich eine Fahrt auf dem Swarovski-Kristallschiff gönnen. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie es da funkelt, wenn die Sonne auf die einzelnen Kristalle trifft. Unbeschreiblich schön und entspannend ist die Fahrt nach Österreich! Und Getränke, Eis oder Essen an Bord sind überraschend günstig für eine solche Touristen-Attraktion. (Ja, da kommt wieder ganz die ISARSPARERIN durch 😉 )

Neue Mitte thront über der Altstadt

Unsere alte Fußgängerzone, die mit den romantischen Gässchen wirklich schön war, hat man vor einigen Jahren für ein überdachtes Einkaufszentrum abgeschafft. Die Stadtgalerie thront nun in der so genannten Neuen Mitte. Dort wo einst Franz Josef Strauß am Politischen Aschermittwoch in der Nibelungenhalle sprach – viele pilgern wegen der CSU-Veranstaltung noch heute jährlich nach Passau – steht jetzt der Stadtturm. In diesem gibt es ein weiteres tolles Café, das Café Diwan in dem die besten Plätze mit dem schönsten Blick über Passau natürlich besonders schnell weg sind. Auch hier schmeckt der Kuchen recht gut, weil es derselbe Pächter wie im Café Stephansdom ist und Greindl heißt. Der neu gebaute Stadtturm ragt über die mittelalterliche Altstadt und ist auch von den zwei beliebten Aussichtspunkten Oberhaus und Mariahilf auszumachen. Ich würde empfehlen, unbedingt einen der beiden “Berge” zu „besteigen“ – nicht nur der Ausblick entschädigt einen für die Strapazen. Auf Mariahilf ist es zudem die Muttergottes in der gleichnamigen Wallfahrtkirche. An Stelle der Straße kann man alternativ auch die Wallfahrtsstiege für den Aufstieg nutzen.

Eterna: Premiumhemden aus Passau

Ausblick aus dem Café Diwan im Stadtturm der sog. Neuen Mitte. Die besten Plätze mit dem schönsten Ausblick sind dort schnell weg. (Foto: Winderl)

Ausblick aus dem Café Diwan im Stadtturm der sog. Neuen Mitte. Die besten Plätze mit dem schönsten Ausblick sind dort schnell weg. (Foto: Winderl)

Und auf Oberhaus gibt es ein weiteres Café für die Verschnaufpause nach der Wanderung. Der Blick über die Stadt ist atemberaubend, allein mir schmeckt es dort nicht so gut wie in meinen “Stammkaffeehäusern”. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache! Als überzeugte ISARSPARERIN muss ich euch natürlich noch unbedingt verraten, wo man in Passau sparen kann – der Tagesausflug soll sich schließlich auch auszahlen 😉 In Passau hat die Bekleidungsfirma eterna ihren Hauptsitz. So gibt es dort in der Sperrwies ein Outlet. Wer aus beruflichen Gründen oft Hemden tragen muss, der kann sich in Passau für den Rest des Geschäftsjahres richtig eindecken. Ich persönlich liebe jedoch mehr das Factory-Outlet der Schuhmarke Högl im benachbarten Oberösterreich, weil mir die Blusen von eterna leider nicht so optimal passen. Aber das alles und noch viel mehr könnt ihr ja direkt auf ISARSPARER nachlesen. Ich hoffe, ich konnte euer Interesse für meine Heimatstadt Passau wecken, das mehr als Hochwasser-Tourismus zu bieten hat. Von den kulturellen Veranstaltungen habe ich zum Beispiel gar nichts erzählt, aber unsere Festspiele Europäische Wochen und das Museum Moderner Kunst beispielsweise müssen sich auch nicht hinter den Metropoleregionen  verstecken. Ganz im Gegenteil! Passau ist vielleicht klein, aber fein – ein echtes Donaujuwel, unser bayerisches Venedig. Ich bin hier gerne dahoam und die Nähe zu unseren europäischen Nachbarn hat mich geprägt: In Bayern geboren, in Europa zu Hause – das bin ich als Passauerin!