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Herbstmilch: Für’s Leben lernen von Anna Wimschneider, der niederbayerischen Bäuerin

20 Jul

Es ist nur ein schmales Büchlein – Herbstmilch von Anna Wimschneider hat nur etwas mehr als 100 Seiten. Und dennoch kann der Leser in diesem Buch mehr über das Leben in Niederbayern im 20. Jahrhundert erfahren, als aus 100 Geschichtsbüchern.

Anna Wimschneiders Sprache ist so ehrlich und einfach wie sie selbst. Das macht den Bericht über ihr Leben als Bäuerin im „Armenhaus“ Bayerns, in Niederbayern, so authentisch.

Im Alter von acht Jahren verliert die kleine Anna ihre Mutter. Als wäre dieses Ereignis für das Kind nicht einschneidend genug, von jetzt an muss sich das Mädchen auch noch um den Haushalt und ihre kleineren Geschwister kümmern.

Statt sich in Klagen über ihre harte Kindheit zu verlieren, gewährt sie dem Leser lieber einen Einblick in die kleinen Freuden des bäuerlichen Alltags, wie etwa der Geburt eines Kalbes.

Kein Einzelschicksal

Anna Wimschneiders Lebensgeschichte ist kein Einzelschicksal. So wie der „Wimschneiderin“ erging es wohl dem Großteil der überwiegend bäuerlich geprägten Bevölkerung Niederbayerns – doch nur sie hat es aufgeschrieben und uns so ein wertvolles zeitgeschichtliches Dokument hinterlassen. Das Buch wurde also so in den 80er Jahren verdient zum Bestseller.

Vilsmaier Verfilmung mit Dana Vávrová

Der bayersiche Filmemacher, Joseph Vilsmaier, machte sich an die Verfilmung des autobiografischen Büchleins „Herbstmilch“.

Vilsmaier zeigt im gleichnamigen Film „Herbstmilch“ das bäuerliche Leben wie es war. Auch wenn das nicht immer ästhetisch für den Zuschauer ist, den Dreck nicht nur unter den Fingernägeln der Darsteller zu sehen.

„Herbstmilch“ – ein niederbayerisches Kulturgut

Für mich ist das Buch deswegen so wertvoll, weil ich es für ein echtes niederbayerisches Kulturgut halte. Aus diesem Grund würde ich es auch für wichtig erachten, es als Pflichtlektüre an bayerischen Schulen einzuführen.

Auch die Hochschulen sollten dieser „einfachen“ Frau ein Denkmal setzen, weil man aus ihrer Lebensgeschichte viel lernen kann.

Ich freue mich daher, dass der Studentische Konvent/ das Studierendenparlament der Uni Passau meinen Antrag angenommen hat, nach Anna Wimschneider einen Hörsaal zu benennen. (Hier der Antragstext für Anna-Wimschneider-Hörsaal)

Gegen den Ausverkauf von Hörsaal-Namen an der Uni Passau

Der Beschluss des Konvents hat leider nur beratende Funktion für die Uni-Leitung. Ich hoffe daher, dass diese die Namen unserer Hörsäle künftig nicht nur verkaufen, sondern Anna Wimschneider ein ehrendes Denkmal setzen wird.

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Mein Abschied vom Konvent: Effektive Hochschulpolitik nur ohne Parteischarmüzel

21 Jun

Am Dienstag, 21. Juni 2011, findet an der Uni Passau die Hochschulwahl 2011 statt. Dieses Mal kann ich ganz gelassen auf das Wahldatum blicken, aber vergangenes Sommersemester sah das etwas anders aus – schließlich kandidierte ich da für einen Platz im Studentischen Konvent der Uni Passau.

Mein "Wahlflyer" für die Hochschulwahl 2010

Ich trat für den RCDS Passau an, der Studentenorganisation der Union. Natürlich freute ich mich sehr, dass ich das Vertrauen der Studierenden erhalten habe und (übrigens als einzige Frau) den RCDS für eine Legislatur, also über zwei Semester, im Studierendenparlament der Uni vertreten durfte.

Wenn meine Legislatur mit dem Sommersemester zu Ende geht, bin ich schon etwas traurig – schließlich war meine „Abgeordnetentätigkeit“ nicht nur mit Arbeit verbunden, sondern v. a. durfte ich viel lernen.

Beschlüsse haben nur Weisungscharakter für Uni-Leitung

Zu Beginn meiner Legislatur war ich sehr geprägt – und so vielleicht auch mit einigen Vorurteilen behaftet, was meinen christlich-sozialen Hintergrund anbelangte. Doch schnell merkte ich, dass Entscheidungen des StuPa/ des Konvents ohnehin nur Weisungscharakter für die Hochschulleitung hat. Warum also in Partei-Scharmüzeln uns gegenseitig bei der Konventssitzung zerfleischen?

Umweltschutz war dem RCDS mindestens genauso wichtig wie der GHG, der Grünen Hochschulgruppe. Den Antrag der Grünen, künftig Umwelt- als Kopierpapier zu verwenden, unterstützte meine „Fraktion“, indem wir nach Umweltpapier Ausschau hielten, das nicht von „normalem“ zu unterscheiden ist. Hand in Hand also für eine umweltfreundliche Hochschule!

Freilich, bei manchen Anträgen konnten die studentischen Vertreter der einzelnen politischen Hochschulgruppen einfach nicht über ihren Schatten springen: Die LHG, die liberale Hochschulgruppe, stimmte so – wie ihre wirtschaftliberale „Mutter“, die FDP – gegen den Antrag der GHG für Wirtschaftsethik als Pflichtfach in Wirtschaftsstudiengängen. Und ich brachte es als Christsoziale einfach nicht übers Herz, für konkordatsunabhängige Lehrstühle zu stimmen…

So ist wohl ein jeder geprägt von dem (partei-politischen) Hintergrund, für welche Liste er in den Konvent gewählt wird. Aber dem Studierendenparlament für die Legislatur 2011/12 kann ich nur raten: Handelt möglichst „überparteilich“, zerfleischt euch nicht, damit ihr gegenüber der Uni-Leitung möglichst geschlossen auftreten könnt.

Mein letzter Antrag: Benennung eines Hörsaals nach Anna Wimschneider

Eine möglichst geschlossene Entscheidung bzw. Abstimmung würde ich mir auch für meinen letzten Antrag, den ich in meiner Legislatur einbringe, wünschen: Der Benennung eines Hörsaales nach Anna Wimschneider (nach diesem Antrag zur Umbenennung von Hörsälen nach histor. Gesichtspunkten). Wer sich über den Ausgang des Antrags oder generell über die Arbeit des studentischen Konvents informieren möchte, der ist herzlich eingeladen am Donnerstag, 7. Juli 2011, ab 20h in Nk 403 vorbeizukommen! Die Sitzungen sind übrigens grundsätzlich öffentlich.

Danke für Euer Vertrauen!

Bei allen, die mir im vergangenen Semester ihre Stimme gegeben haben sowie dem RCDS Passau möchte ich mich auf diesem Weg herzlich bedanken! Mir hat die Arbeit große Freude gemacht und v. a., dass ich politisch viel toleranter geworden bin, hat mein künftiges Leben wohl enorm bereichert. Geht heute also wählen, damit ihr auch anderen diese Chance geben könnt. Hochschulpolitik ist wichtig, aber vergesst nicht: Nur gemeinsam kann man viel erreichen!