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Wer ohne Schwarzarbeit sei, werfe den ersten Stein – Uli Hoeneß‘ „asoziales“ Verhalten

11 Mai

Wer mich kennt, weiß: Fußball interessiert mich nicht. Und würde mich diese Sportart interessieren, wäre ich wohl eher Fans von „Underdogs“.
Aber natürlich kenne ich Uli Hoeneß! Und für mich -als kompletter Fußball-Laie- IST Uli Hoeneß der FC Bayern. Ein Rückzug von ihm aus „seinem“ Verein käme also meines Erachtens einer kleinen Katastrophe gleich.
Sicherlich: Niemand ist unersetzbar. Aber Hoeneß ist für mich als Nicht-Bayern-Fan v. a. für sein soziales Engagement bekannt. Hoeneß hat immer hohe moralische Maßstäbe angesetzt – an diesen wird er nun selbst gemessen. Aber er kann sein „Vergehen“ nun auf Heller und Pfennig begleichen.
Freilich, Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt. Aber ich meine, viele die ihn jetzt anklagen, sollten sich einmal an die eigene Nase fassen:
Da ist etwa der Nachbar, der seit er in Rente ist, mehr arbeitet als in seinem Arbeitsleben. „Natürlich“ ohne das irgendwo anzugeben oder wenn überhaupt nur einen Teil.
Wer hat noch nie jemanden „schwarz“ beschäftigt? Ein Handwerker, der einem einen „Freundschaftsdienst“ erwiesen hat. Der Automechaniker, der uns keine Rechnung ausgestellt hat. Warum? Ganz klar, um den Staat zu be*** Das ist „asozial“ – wie es unser hochverehrter Bundespräsident so plakativ formulierte.
Natürlich kann Uli Hoeneß nicht auf eine milde Strafe hoffen, nur weil er im Vorfeld so viel Gutes getan hat. Aber nur weil er Millionen hat ist er deswegen nicht mehr asozial für mich wie der kleine Rentner von Nebenan, der sich die Steuern sparen will. Verurteilen sollte man nur, wenn man es selber besser macht!

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FC Bayern München zeigt, wie Social-Media-Marketing nicht funktioniert

26 Jan

Der FCB hat für heute um 14h eine Pressekonfernz angekündigt, die nur auf Facebook übertragen werden sollte. Grund: Es wurde ein neuer Spieler verpflichtet.

Dann die große Überraschung, der neue Spieler war (noch) nicht da – stattdessen hielt FCB-Sportdirektor Nerlinger ein grünes Blatt in die Kamera. Auf dem Blatt war kein Foto zu sehen, sondern darauf sollte das Facebook-Profil des Fans zu sehen sein, der via Facebook die Pressekonferenz gerade verfolgte.

Originelle Aktion oder Lachnummer im Netz?

Doch der vermeintliche Gag schlug fehl – die technische Aufmachung war vielleicht ganz originell, aber das Einblenden des Facebook-Profils funktionierte wohl nur bei den wenigsten Fans: Die Server waren überlastet.

Die Reaktionen auf die FCB-Facebook-Aktion sind im Netz relativ heftig. Ob sich der FCB selbst zu einer Lachnummer gemacht hat? Oder war die Aktion einfach auf einen unglücklichen Termin gelegt? Immerhin hatte der FC Bayern erst den Rückrundenauftakt gegen Gladbach verloren…

FCB braucht einheitliche Social-Media-Philosophie

Ich meine, die FCB-Facebook-Aktion von heute war ein Lehrbuch-Beispiel dafür, wie Social-Media-Marketing nicht funktioniert! Nahezu bedenklich finde ich, dass der Trainer des weltbekannten Fußball-Vereins die privaten Social-Media-Aktivitäten einiger Spieler einschränken will. Warum greift man auf einen Social-Media-Marketing-Gag zurück, wenn man offensichtlich nicht richtig versteht, um was es bei Social-Media geht?

Der FCB sollte sich meiner Meinung nach auf eine einheitliche Social-Media-Philosophie verständigen, mit der Spieler, Trainer und Vereinsführung zufrieden sind. Denn die Grundidee der FCB-Facebook-Aktion war im Prinzip – vielleicht für den 1. April ganz gut geeignet. Auf der FCB-Fan-Seite wurde erklärt, was hinter der Pressekonferenz steckte:

„Sorry liebe Fans,
wie wir Euren zahlreichen Kommentaren entnehmen, seid ihr über die heutige Aktion sehr verärgert.

Es war nicht unsere Absicht, Euch mit der neuen App zu enttäuschen. Vielmehr wollten wir Euch mit dieser Aktion in den Mittelpunkt stellen und dadurch zeigen, wie wichtig jeder Fan für den FC Bayern München ist. In mehreren folgenden Videoclips auf der App soll der Fan Teil der Mannschaft werden, indem z.B. der Nachname des Fans auf dem Trikot zu sehen ist und der Fan in den Medien als Star dargestellt wird. Diese persönlichen Videos sollen Euch und Euren Freunden Spaß und Freude bereiten.“

Keine Aufzeichnungen mehr auf Youtube

Dass die Fans dem FCB wichtig sind, das ist wohl die vielleicht einzig positive Botschaft, die von der Aktion bleibt… Etwas peinlich ist auch, wie ich finde, dass alle Aufzeichnungen von der Pressekonferenz von Youtube entfernt wurden. Wer das Video der Pressekonferenz sehen will, muss Fan des FCB auf Facebook werden und dann auf die Rubrik „The New FCB Star“ klicken.

Wer einen „Fehler“ macht ,sollte dazu stehen – auch oder gerade der FC Bayern München!