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Aus dem Archiv: Reisebericht über meine Lieblingsstadt WIEN

19 Mai

Heute habe ich für meine Leser in meinem persönlichen Archiv gekramt. Gefunden habe ich einen Reisebericht über meine Lieblingsstadt Wien. Erschienen ist der Artikel mit schönen Reisebildern in einem Studentenmagazin der Uni Passau. Wer den Text lieber bebildert im retro-Layout liest, scrollt einfach an das Ende des Posts.
Und wer nach der Lektüre noch nicht genug hat, der kann auf ISARSPARER weiterlesen – dort habe ich geschrieben, wie man Wien günstig erkunden kann.

Einfach „leiwand“:

Ein Wochenende in Wien

Nach nur drei Stunden im ICE kündigt der Schaffner in schönstem Wienerisch an: „In Kürze erreichen wir Wien Westbahnhof“. Er versucht zumindest hochdeutsch zu sprechen, seine Stimme klingt dabei nicht besonders freundlich, aber auch nicht besonders unfreundlich – wienerisch eben.

Entweder du wirst Wien und die Wiener von der ersten Sekunde an lieben. Oder nicht. Diese Stadt braucht keinen zweiten „ersten Eindruck“. In Wien ist die Vergangenheit so lebendig wie in keiner anderen Metropole. Doch drei Tage reichen aus, um eine womöglich lebenslange Sym- oder eben Antipathie zu entwickeln.

Viele sehnen sich hier nach ihrem Kaiser und nach der Zeit, in der Wien die k.u.k Hauptstadt eines Vielvölkerstaates war. Auch wenn das Verhältnis der Wiener zu anderen Nationalitäten damals wie heute durchaus durchwachsen ist.

Wien, das ist eben auch eine Stadt der Gegensätze.

Freitag:
Steffl und „einmal um die Ringstraße“ für die Psyche

Es ist Freitagabend und wie könntest du deinen Wienaufenthalt besser beginnen, als „das“ Wahrzeichen der Stadt zu besichtigen: Den Stephansdom. Dafür musst du vom Westbahnhof nur einige Stationen mit der U3 (Richtung Simmering) zum Stephansplatz fahren. Und schon stehst du vor ihm – dem „Steffl“.

Du fragst dich, ob es Zufall ist, dass der heilige Stephan auch der Patron der Passauer Domkirche ist? Sicher nicht! Denn in seiner Frühzeit reichte das „Donaubistum“ Passau über Wien bis Ungarn.

Aber nun wirf doch gleich einen Blick in den Innenraum, den Adolf Loos 1906 als den „schönsten und weihevollsten Kirchenraum der Welt“ bezeichnete. Die bunten Glasfenster wurden größtenteils im Zweiten Weltkrieg zerstört und ausgetauscht. So wirkt das Innere heute wohl etwas düsterer als zu Loos’ Zeiten. Licht fällt nur durch die Glasfenster des Seitenschiffs in den Kirchenraum. Beeindruckt von der gotischen Pracht wirst du den Dom wieder verlassen und hinaustreten in den Graben.

Vielleicht ist dir auch vorher schon der Geruch von Pferden in die Nase gestiegen. Um den Dom herum stehen nämlich Fiaker, die auf zahlungswillige Touristen warten, die Wien von der Pferdekutsche aus erkunden wollen. Aber du möchtest nicht ein verkitschtes, sondern das „echte“ Wien kennen lernen.

So geh doch jetzt
durch die Kärntner Straße Richtung Oper hinauf.
Über sie schrieb
 Jörg Mauthe in den 1950er Jahren, sie sei die „eleganteste und teure Geschäftsstraße schlechthin.“ Die Geschäfte werden schon geschlossen haben, aber das macht nichts. Denn wer die Kaufingerstraße in München oder den Ku’damm in Berlin kennt, der kennt auch die Kärntner Straße. Auch sie ist heute so eine zwar noch immer elegante, aber eben x-beliebige „H&M-Zara-Mango-Straße“.

An der Oper angelangt, wärst du noch vor ein paar Monaten am Besten in die „Anser“ oder „Zwarer“ (Straßenbahn Ring-Rundlinie 1 oder 2) gestiegen. Sie hätte dich einmal um den „Ring“ gefahren. Denn laufen wirst du in den nächsten Tagen noch genug.

„Einmal um die Ringstraße“, dieses Therapieprogramm soll schon Siegmund Freud seinen Patienten empfohlen haben. Doch heute musst du für die „urgeniale“ Ringtour extra zahlen: Seit Kurzem informiert eine „Touristen-Bim“ die Wien-Gäste über die Sehenswürdigkeiten entlang des Rings.

Denn bequem von der Straßenbahn aus siehst du auf das Strauß-Denkmal im Stadtpark, die Börse und das Rathaus. Dem gegenüber steht das berühmte Burgtheater, das mit einer „Burg“ im herkömmlichen Sinne herzlich wenig zu tun hat. Noch ein Stückchen weiter und du fährst am Parlament vorbei.

Schon das Quietschen der alten Straßenbahnen magst du als Musik empfinden. Doch an der Staatsoper darfst du dir musikalische Höhepunkte erwarten. Wien, das ist auch die Stadt der Musik – schau doch einfach mal, was am Spielplan steht! Deine Reisekasse wird das nicht schwer beuteln, denn Stehplätze gibt es schon ab zwei Euro. Eben dort gibt sich auch alljährlich die Haute-Volée ein Stelldichein beim berühmten Opernball. Fehlen darf dabei der Donauwalzer von Johann Strauß auf keinen Fall. Zur zweiten österreichischen Nationalhymne möchte der berühmte Musikkritiker Eduard Hanslick „an der schönen blauen Donau“ küren.

Vielleicht willst du aber deinen Abend auch weniger „klassisch“ gestalten. Dann auf zum Prater! Dort ist das ganze Jahr Wiesn. Das Riesenrad ist neben dem Steffl schließlich zweites Wahrzeichen der Stadt.

Samstag:
Wiener Schmankerl, bitte mit Bankomat!

Ausgiebig flaniert wird dann am nächsten Tag auf der Mariahilfer Straße. Mit der U3 fährst du am Besten bis zur Neubaugasse. Wenn dein Bargeld für die neusten modischen Errungenschaften nicht ausreichen sollte, kannst du natürlich auch bequem elektronisch zahlen. Nur sagen, dass du mit „Karte“ bezahlen möchtest, das kannst du nicht! Man wird dich nicht verstehen (wollen). Denn hier heißt es: „Bitte mit Bankomat“.

Wer einen etwas exklusiveren Geschmack hat, der wird am Kohlmarkt im 1. Bezirk und den dort ansässigen Designern fündig werden. Vom Graben hinauf zur ehemaligen Kaiserresidenz reihen sich Burberry, Louis Vuitton, Tiffany und Co aneinander. Ein weiteres Wahrzeichen Wiens lernst du so kennen: Die Hofburg, wo einst Sissi und Franz residierten.

Mit dem Platz davor, dem Heldenplatz, verbinden die Wiener jedoch we-niger schöne nostalgische Momente. Dort feierten sie 1938 Hitler und den Anschluss Österreichs emphatisch. Thomas Bernhard verarbeitet dieses traurige Kapitel österreichischer Geschichte in seinem gleichnamigen Drama.

Diese schwere Kost
 musst du jetzt erst mal
 verdauen. Wie wär’s mit
 einem „G’spritzten“?
 Den trinkst du aber am
 Besten nicht dort, wo
 die Touristenbusse parken, sondern dort wo
der „G’spritzte“ etwas
über einen Euro kostet.
 Das ist in den „hochzahligeren“ Bezirken,
 wie zum Beispiel in den
 Weinbergen von Grinzing 
der Fall.„Beisl“ heißen 
diese österreichischen
 Wirtshäuser. Und was
 solltest du dort unbedingt gegessen haben? 
Richtig, ein echtes Wiener Schnitzel!

Es heißt:
„Ein Wiener Schnitzel soll
 von jenem tiefen Goldgelb sein, das man vom Holz der Stradivari-Geige kennt.“ Selbstverständlich kommt es immer vom Kalb und niemals vom Schwein. So ein Schnitzel gibt es zum Beispiel beim Figlmüller, einen guten Tafelspitz bei Plachutta.

Sonntag:
Wien und den Wienern „Baba“ sagen

Gestärkt mit Wiener Schmankerl könntest du am nächsten Morgen zumindest eines der unzähligen Museen Wiens besuchen. Da wäre zum Beispiel das Museumsquartier in der Nähe der Mariahilfer Straße, das Kunst- oder Naturhistorische Museum oder du schaust in die Kaisergruft? Ja, richtig gelesen. Eine Gruft.

„Der Tod, das muss ein Wiener sein, genau wie die Lieb’ a Französin“, heißt es in einem Lied von Georg Kreisler. Die Stadt könnte man durchaus als etwas morbide bezeichnen. Oder kennst du beispielsweise irgendwo anders einen Club, der in einer alten Sargfabrik ist? Auch das gehört eben zum berühmten „Wiener Schmäh“. In jedem Fall wäre auch ein Besuch auf dem Zentralfriedhof lohnenswert. Besser als in Museen lernst du dort, im „Meer der Toten“, nämlich die Wiener Seele kennen.

Aber auf keinen Fall darfst du die Donaumetropole wieder verlassen, ehe du nicht zumindest einem der berühmten Kaffeehäuser einen Besuch abgestattet hast. Ob Sacher mit seiner berühmten Torte, Landtmann oder Hawelka – ein jedes hat seinen eigenen Reiz und ein jeder Wiener sein Stammkaffeehaus. Du kannst den ganzen Vor- oder Nachmittag bei einem „Kleinen Braunen“ oder auch nur mehreren Gläsern Wassern im Kaffeehaus bleiben und dir nicht fehl am Platz vorkommen. Denn ein echter Ober wird nicht fragen: „Haben der Herr noch einen Wunsch?“ Vielmehr ignoriert er den zahlungswilligen Gast sogar. So wird Zahlen zum Ritual.

Den Wiener mit seiner eigensinnigen Art, seinem „Raunzen“ und „Grant“ wirst du in drei Tagen lieben oder hassen gelernt haben. Über ihn schreibt Hermann Bahr treffend: „Der Wiener ist ein mit sich sehr unglücklicher Mensch, der den Wiener hasst, aber ohne den Wiener nicht leben kann.“

Doch in einem sind sich alle Wiener einig: Den „Piefke“, also den Deutschen, mögen sie nicht. Vermeide es also dich mit„Tschüss“ zu verabschieden, denn das entlarvt dich sofort. Das wienerische „Baba“ wird dir jedoch erst nach einigen Aufenthalten in der Kaiserstadt über die Lippen kommen. Aber wer weiß, vielleicht magst du ja auch schon nächstes Wochenende wiederkommen – weil du Wien einfach „leiwand“ findest.

Dieser Reisebericht erschien 2009 im Up-Campusmagazin. Die gelayoutete Seite gibt’s hier zum herunterladen.

 

 

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Kaffeefahrt statt Disneyland: Ein Besuch bei der Urenkelin von Franz Ferdinand auf Schloss Artstetten

5 Nov
Idyllisch in Niederösterreich gelegen: Schloss Arstetten mit der Gruft der Hohenbergs

Idyllisch in Niederösterreich gelegen: Schloss Artstetten mit der Gruft der Hohenbergs

„Ich kann aus Schloss Artstetten kein Disneyland machen. Mit Spielen in der Art, wer schießt so gut wie Princip“, sagt „Ihre Durchlaucht“ Anita von Hohenberg. Die Fürstin ist die Schlossherrin von Artstetten. Ihr Ur-Großvater war Franz Ferdinand, Thronfolger von Österreich-Ungarn; ermordet mit seiner Gemahlin Sophie am 28. Juni 1914 in Sarajevo – was bekanntlich als das auslösende Moment für den Ersten Weltkrieg gilt.

Jetzt jährte sich das traurige Jubiläum des Attentats zum 100. Mal. Das will geschickt vermarktet sein! Man denke nur an die unzähligen Bücher, die pünktlich 2014 auf den Markt geworfen wurden.

Besonders stolz scheint Frau Hohenberg, wie sie in Österreich schlicht heißt -der Adel wurde dort 1918 abgeschafft und anders als in Deutschland sind die Titel kein Namensbestandteil- darauf zu sein, dass zur Gedenkfeier am 28. Juni 2014 auch viele Habsburger da waren. Konkrete Namen nennt sie nicht. Denn zu Lebzeiten hatten die Habsburger nichts von dem Thronfolger-Ehepaar wissen wollen, die Ehe ihrer Urgroßeltern galt als nicht standesgemäß.

Monarchie-Kitsch statt Micky Maus im Souvenirshop

Gerne erinnert sich Anita von Hohenberg bspw. an ihren „Onkel Otto“ – Otto von Habsburg, der Sohn des letzten österreichischen Kaisers. Ottos Vater Karl wurde nach dem Tod von Franz Ferdinand Thronfolger. Das Kleidchen, das Onkel Otto bei der Krönung seines Vaters, trug ist im „Franz-Ferdinand-Museum“ in Artstetten ausgestellt. (Im Übrigen eines der wenigen wirklich sehenswerten Exponate.)

Das "Auto von Sarajevo" ist im Original im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien zu betrachten.

Das „Auto von Sarajevo“ ist im Original im Heeresgeschichtlichen Museum in Wien zu betrachten.

Um in das kleine Museum zu kommen, muss man durch den Souvenir-Shop. Das Auto von Sarajevo gibt es dort in Miniaturformat zu erwerben. (Ein echter Haderthauer witzeln wir.) Pralinen, Schnaps Handtücher – nicht mit Micky Maus darauf, sondern mit dem Konterfei des Thronfolger-Paares, eine Landkarte von Österreich-Ungarn, um nur einige Dinge zu nennen, die Fans der Monarchie dort erwerben können.

Darunter natürlich auch unzählige Bücher, die zu diesem Jubiläum erschienen sind. Die Fürstin hat selbst auch eins geschrieben bzw. schreiben lassen mit dem Titel „Er war mein Ur-Großvater“. Anita von Hohenberg ist Jahrgang 1958, sie selbst ist weit nach dem Attentat und dem Zerfall der k.-u.-k. Monarchie, in der Republik Österreich geboren. Aber zahlungsfreudigen Gästen gibt sie gern Auskunft über Franz Ferdinand, ihre Familie, ihre Abstammung: „Die kann ich nicht einfach wie einen Rucksack abstreifen“, sagt sie.

Zwischen 30 und 60 Euro p. P. kostet ein Gespräch mit der Urenkelin

Gruppen die nach Artstetten kommen, können zwischen zwei Arrangements wählen: 30 Euro pro Person kostet Variante 1 mit Sektempfang im Café; nochmal 30 Euro drauf gelegt und man wird in den Privaträumen der Fürstenfamilie empfangen. Ihre Söhne pflegen wohl nicht ganz ohne Grund von einem „Privathaus mit öffentlichen Teilen“ zu sprechen.

Wir haben für unsere Gruppe einen Sondertarif erhalten: Die Fürstin verzichtet auf die „Kopfpauschale“, dafür zahlen wir den vollen Eintrittspreis für das Museum, das für seine Größe durchaus großzügig veranschlagt ist. Und die Fürstin wünscht, dass wir im Café, wo sie uns empfängt, konsumieren.

Hohenbergs sind und waren Habsburgern nicht ebenbürtig

Urenkelin & Fürstin Anita von Hohenberg empfängt zahlende Gäste in ihrem Schloss-Café.

Fürstin Anita von Hohenberg empfängt zahlende Gäste in ihrem Schloss.

Nach der Führung durch das Museum und die Gruft der Hohenbergs, wo Erzherzog Franz Ferdinand von Österreich-Este und seine Gemahlin Sophie von Hohenberg geb. Chotek beigesetzt sind, geht es – natürlich wieder durch den Souvenirshop – ins Café.

„Bitte stellen sie mir Fragen, ich kann sie sonst auch zwei Stunden zuschwallen“, meint die Fürstin. Wann hat man schon Gelegenheit mit der Urenkelin von Franz Ferdinand zu sprechen?

Leider antwortet sie nicht direkt auf Fragen, was etwa ihre Kinder beruflich machen. Gerne schweift sie ab, um von ihrer hochkarätigen Verwandtschaft zu sprechen: „Wir Adeligen sind wie Zigeuner, wir kennen jeden Vetter. Meine Großmutter etwa war die Großherzogin von Luxemburg“ Dass Sophie von Chotek, die aus einem böhmischen Adelsgeschlecht stammte, einst nicht ebenbürtig für den habsburgischen Thronfolger war, könnte man an dieser Stelle fast vergessen. Erst nach der Heirat war die böhmische Gräfin in den Fürstenstand erhoben worden.

Franz Ferdinand und Gemahlin in Gruft Artstetten bestattet

Die beiden führten eine morganatische Ehe, d. h. ihre Kinder hätten nie den Thron besteigen dürfen. Nicht einmal in der Kaisergruft in Wien hätte die Frau neben ihrem Mann bestattet werden können.

Weil bereits ein Sohn des Paares in der Gruft von Artstetten bestattet wurde (im Bild sieht man den Kindersarg oberhalb in die Wand eingelassen), wollte Franz Ferdinand nach seinem Tod ebenfalls nach Artstetten.

In der Gruft von Artstetten wurde das ermordete Thronfolger Ehepaar beigesetzt, da dort bereits ein Sohn des Paares begraben war.

In der Gruft von Artstetten wurde das ermordete Thronfolger Ehepaar beigesetzt, da dort bereits ein Sohn des Paares begraben war.

Die Fürstin beklagt sich, wie schlecht es dem ehemaligen Herrscherhaus nach 1918 ergangen sei: „Jedes andere Land hat seinen Frieden mit seinen ehemaligen Regenten geschlossen, nur Österreich nicht.“ Es könnte ihr eigentlich egal sein; denn dem Herrscherhaus gehört sie nach den strengen Hausgesetzen nicht an.

Zum Glück scheinen dennoch – neben zahlreichen ausländischen Touristen – genug Österreicher nach Artstetten zu kommen; das Schloss und der fürstliche Lebensstil will finanziert werden. Im Übrigen scheinen auch ihre Kinder in dieses „Familienunternehmen“ eingebunden zu sein – als Fotografen, Grafikdesigner etc. Warum sie dies nicht sagen wollte, man kann nur mutmaßen…

Nachdem die Fürstin „ihr“ Café verlässt, bekommt unsere Gruppe das Pauschalangebot serviert, das nicht an Disneyland, sondern eine Kaffeefahrt erinnert: Ein Stück trockenen Kuchen und eine Wiener Melange. Sonderwünsche ausgeschlossen, das 5-Euro-Arrangement muss genau so gewählt werden.

Mit Noblesse hat diese Vermarktung herzlich wenig zu tun

100 Jahre Erster Weltkrieg – ein Zentenarium der besonderen Art, das wir dieses Jahr begehen. Jahres- und Gedenktage rücken historische Ereignisse in das öffentliche Interesse. Die Angebote zu diesem traurigen Jubiläum sind vielseitig, sie bewegen sich zwischen echter Erinnerungskultur und schlichten Vermarktungsmechanismen.

Meiner Meinung nach zeugt diese Vermarktung der eigenen Familiengeschichte auf Artstetten wenig von adeliger Noblesse. Und ich könnte mir gut vorstellen, dass die Habsburger die Hohenbergs heute nicht mehr aus dynastischen Gründen meiden. Aber darüber kann man ebenso nur Mutmaßungen anstellen, wie über die Frage, ob sich Franz Ferdinand in seiner Gruft in Artstetten am liebsten sprichwörtlich umdrehen würde. Mögen er und seine Sophie in Frieden ruhen dürfen!