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Warum eigentlich ich „Kohls Mädchen“ bin

29 Jun
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Einblick in das Fotoalbum: Denn der Auftritt Helmut Kohls am 7. November 1982 in der Passauer Nibelungenhalle hat eine besondere Bedeutung für unsere Familie. Das Foto hat mein Papa gemacht. Wer den Herren links neben dem Bundeskanzler erkennt, darf gerne sein Wissen als Kommentar mit uns teilen!

Die Position von „Kohls Mädchen“ ist wohl in den letzten Lebensjahren von Angela Merkel auf seine Ehefrau Maike übergegangen. Doch warum eigentlich ich „Kohls Mädchen“ bin, das will ich euch heute, anlässlich seines Todes, berichten:

Bayern ist bekanntlich schwarz. Tiefschwarz. Doch dass Unions-Regenten direkt für Ehen und Kinder verantwortlich sind, das ist wohl auch in Bayern eher selten. Meine Eltern lernten sich jedoch bei einer Veranstaltung von Helmut Kohl in der Nibelungenhalle in Passau kennen. Dienstlich waren sie dort, beide waren sie bei der bayerischen Polizei. Mein Papa tat jedoch 1982 in Franken Dienst, sozusagen am anderen Ende des Freistaats und hätte wohl ohne den Auftritt des späteren Kanzlers der Einheit, meine Mutter im schönen Niederbayern nicht so schnell oder eher gar nicht kennengelernt. (Auch die Passauer Neue Presse erinnert hier an diesen historischen Auftritt – denn in Passau hielt Kohl eine seiner ersten Reden als Kanzler! Erst am 1. Oktober war er durch das konstruktive Misstrauensvotum an die Macht gekommen.)

Vielleicht war es für mich daher so undenkbar, dass Deutschland einen Kanzler haben könnte, der NICHT Helmut Kohl heißt. Am verlorenen Wahlabend des Jahres 1998 war ich entsprechend niedergeschlagen. Ja, ich interessierte mich schon sehr früh für Politik! Er reihte sich ein in die Liste „der ewigen Regenten“ meiner Jugend – Papst Johannes Paul II., Ministerpräsident Stoiber – von denen heute nur noch Königin Elizabeth übrig ist. An dieser Stelle: Long live our nobel Queen!

Kohl hätte meine Pate werden sollen

Leider hat Helmut Kohl nie davon erfahren, dass er so unmittelbar mit meiner Geburt zu tun hatte. Meine Mama hat sich zwar überlegt, an sein Büro zu schreiben und ihn um eine (Ehren)Patenschaft für mich zu bitten. Gemacht hat sie es jedoch leider nicht.

Die Familie Kohl habe ich aber auch nach der Kanzlerschaft, aus diesem persönlichen Interesse heraus, nie aus den Augen verloren. In studiVZ trat ich in die Gruppe ein: „Ehrenvorsitz für Dr. Helmut Kohl“ – die Gruppen dort beschrieben einen ja besser als das eigentliche Profil, auf dem ich als Heimatland „Europa“ angab. Ganz Kohlianer irgendwie.

Für diesen Blogpost habe ich mich extra in studiVZ eingeloggt und musste feststellen, dass die Helmut-Kohl-Gruppe inzwischen gelöscht ist. Ob ich schon vor der Löschung aus ihr austrat, weiß ich nicht.

Es dürfte wohl ungefähr zu der Zeit gewesen sein, als ich endgültig von studiVZ zu Facebook wechselte, dass ich Walter Kohls Buch „Leben oder gelebt werden“* nicht las, sondern vom Sohn selbst vorgelesen, als Hörbuch* hörte. Und irgendwie verabschiedet sich damit von mir ein Stück Erinnerung an eine heile Kindheit:

So gern hatte ich das Ehepaar Kohl am Wolfgangsee zusammen urlauben sehen. War das alles nur eine Inszenierung, wenn er entspannt (mit Strickjacke natürlich) seine Hannelore über den See ruderte und beide dabei in die Kameras lachten? Und jetzt soll er nicht einmal im Familiengrab beigesetzt werden? Das bleibt also am Ende von der Ehe eines so großen Christdemokraten!

Als Historikerin werde ich mit Argusaugen beobachten, was mit den Akten geschieht, die Kohl der Adenauer-Stiftung zunächst schon übereignet, dann jedoch wieder zurückgefordert hat. Sofern er dazu selbst überhaupt noch in der Lage war.

Wenn ich Fotos der neuen Frau Kohl mit dem Kanzler sehe, meine ich, dort Liebe zu erkennen. Aber wen geht das schon etwas an! Für mich jedoch wird Hannelore auf ewig „Frau Kohl“ bleiben. Ich weiß nicht, ob Dr. Maike Kohl-Richter ärgert, dass sie in die Geschichte wohl eben nicht als Frau vom Kohl eingehen wird und deshalb die alleinige Deutungshoheit über Kohls Lebenswerk für sich beansprucht?

Plant Diekmann ein Buch mit Kohl-Witwe?

Ich jedenfalls warte schon gespannt auf das Buch, das sie vielleicht mit Kai Diekmann schreiben wird. Das ist zu diesem Zeitpunkt nur eine Vermutung von mir. Wie es der Zufall will, habe ich Diekmann, just fast genau ein Jahr vor dem Tod des Altkanzlers, interviewt. Damals war er noch Bild-Chefredakteur und stritt mir ab, dass Kohl in Oggersheim lebt (hier nachzulesen und -sehen).

Natürlich lebte er in diesem Stadtteil Ludwigshafens, natürlich war mir klar, dass Kohl für seine provinziale Herkunft immer belächelt wurde. Kai Diekmann konnte natürlich auch nicht wissen, dass er mit „Kohls echtem Mädchen“ sprach 😉

Ich gebe zu, ich hätte Helmut Kohl gerne einmal „live“ gesehen. Als ich mit dem Zug durch Ludwigshafen fuhr, reckte ich meinen Kopf zu beiden Seiten des Waggons hinaus. Wahrscheinlich saß er zu diesem Zeitpunkt jedoch im Garten seines Bungalows – mit Strickjacke. Ich selbst liebe auch Strickjacken, einen Pfälzer Saumagen habe ich jedoch noch nicht gegessen. Macht nichts, denn jetzt wurde im Zuge der Berichterstattung über seinen Tod enthüllt, dass es gar nicht Kohls Lieblingsgericht gewesen sein soll.

Vielleicht ist es besser so, dass ich nie Kohls Patenkind geworden bin. Wer weiß, vielleicht forsche ich eines Tags über ihn. Möge er jetzt erstmal in Frieden seine ewige Ruhe finden dürfen! Ich danke Helmut Kohl für eine ganz besondere Einheit: Die Ehe meiner Eltern, die mich für immer zu „Kohls Mädchen“ gemacht hat!

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Aus dem Archiv: Reisebericht über meine Lieblingsstadt WIEN

19 Mai

Heute habe ich für meine Leser in meinem persönlichen Archiv gekramt. Gefunden habe ich einen Reisebericht über meine Lieblingsstadt Wien. Erschienen ist der Artikel mit schönen Reisebildern in einem Studentenmagazin der Uni Passau. Wer den Text lieber bebildert im retro-Layout liest, scrollt einfach an das Ende des Posts.
Und wer nach der Lektüre noch nicht genug hat, der kann auf ISARSPARER weiterlesen – dort habe ich geschrieben, wie man Wien günstig erkunden kann.

Einfach „leiwand“:

Ein Wochenende in Wien

Nach nur drei Stunden im ICE kündigt der Schaffner in schönstem Wienerisch an: „In Kürze erreichen wir Wien Westbahnhof“. Er versucht zumindest hochdeutsch zu sprechen, seine Stimme klingt dabei nicht besonders freundlich, aber auch nicht besonders unfreundlich – wienerisch eben.

Entweder du wirst Wien und die Wiener von der ersten Sekunde an lieben. Oder nicht. Diese Stadt braucht keinen zweiten „ersten Eindruck“. In Wien ist die Vergangenheit so lebendig wie in keiner anderen Metropole. Doch drei Tage reichen aus, um eine womöglich lebenslange Sym- oder eben Antipathie zu entwickeln.

Viele sehnen sich hier nach ihrem Kaiser und nach der Zeit, in der Wien die k.u.k Hauptstadt eines Vielvölkerstaates war. Auch wenn das Verhältnis der Wiener zu anderen Nationalitäten damals wie heute durchaus durchwachsen ist.

Wien, das ist eben auch eine Stadt der Gegensätze.

Freitag:
Steffl und „einmal um die Ringstraße“ für die Psyche

Es ist Freitagabend und wie könntest du deinen Wienaufenthalt besser beginnen, als „das“ Wahrzeichen der Stadt zu besichtigen: Den Stephansdom. Dafür musst du vom Westbahnhof nur einige Stationen mit der U3 (Richtung Simmering) zum Stephansplatz fahren. Und schon stehst du vor ihm – dem „Steffl“.

Du fragst dich, ob es Zufall ist, dass der heilige Stephan auch der Patron der Passauer Domkirche ist? Sicher nicht! Denn in seiner Frühzeit reichte das „Donaubistum“ Passau über Wien bis Ungarn.

Aber nun wirf doch gleich einen Blick in den Innenraum, den Adolf Loos 1906 als den „schönsten und weihevollsten Kirchenraum der Welt“ bezeichnete. Die bunten Glasfenster wurden größtenteils im Zweiten Weltkrieg zerstört und ausgetauscht. So wirkt das Innere heute wohl etwas düsterer als zu Loos’ Zeiten. Licht fällt nur durch die Glasfenster des Seitenschiffs in den Kirchenraum. Beeindruckt von der gotischen Pracht wirst du den Dom wieder verlassen und hinaustreten in den Graben.

Vielleicht ist dir auch vorher schon der Geruch von Pferden in die Nase gestiegen. Um den Dom herum stehen nämlich Fiaker, die auf zahlungswillige Touristen warten, die Wien von der Pferdekutsche aus erkunden wollen. Aber du möchtest nicht ein verkitschtes, sondern das „echte“ Wien kennen lernen.

So geh doch jetzt
durch die Kärntner Straße Richtung Oper hinauf.
Über sie schrieb
 Jörg Mauthe in den 1950er Jahren, sie sei die „eleganteste und teure Geschäftsstraße schlechthin.“ Die Geschäfte werden schon geschlossen haben, aber das macht nichts. Denn wer die Kaufingerstraße in München oder den Ku’damm in Berlin kennt, der kennt auch die Kärntner Straße. Auch sie ist heute so eine zwar noch immer elegante, aber eben x-beliebige „H&M-Zara-Mango-Straße“.

An der Oper angelangt, wärst du noch vor ein paar Monaten am Besten in die „Anser“ oder „Zwarer“ (Straßenbahn Ring-Rundlinie 1 oder 2) gestiegen. Sie hätte dich einmal um den „Ring“ gefahren. Denn laufen wirst du in den nächsten Tagen noch genug.

„Einmal um die Ringstraße“, dieses Therapieprogramm soll schon Siegmund Freud seinen Patienten empfohlen haben. Doch heute musst du für die „urgeniale“ Ringtour extra zahlen: Seit Kurzem informiert eine „Touristen-Bim“ die Wien-Gäste über die Sehenswürdigkeiten entlang des Rings.

Denn bequem von der Straßenbahn aus siehst du auf das Strauß-Denkmal im Stadtpark, die Börse und das Rathaus. Dem gegenüber steht das berühmte Burgtheater, das mit einer „Burg“ im herkömmlichen Sinne herzlich wenig zu tun hat. Noch ein Stückchen weiter und du fährst am Parlament vorbei.

Schon das Quietschen der alten Straßenbahnen magst du als Musik empfinden. Doch an der Staatsoper darfst du dir musikalische Höhepunkte erwarten. Wien, das ist auch die Stadt der Musik – schau doch einfach mal, was am Spielplan steht! Deine Reisekasse wird das nicht schwer beuteln, denn Stehplätze gibt es schon ab zwei Euro. Eben dort gibt sich auch alljährlich die Haute-Volée ein Stelldichein beim berühmten Opernball. Fehlen darf dabei der Donauwalzer von Johann Strauß auf keinen Fall. Zur zweiten österreichischen Nationalhymne möchte der berühmte Musikkritiker Eduard Hanslick „an der schönen blauen Donau“ küren.

Vielleicht willst du aber deinen Abend auch weniger „klassisch“ gestalten. Dann auf zum Prater! Dort ist das ganze Jahr Wiesn. Das Riesenrad ist neben dem Steffl schließlich zweites Wahrzeichen der Stadt.

Samstag:
Wiener Schmankerl, bitte mit Bankomat!

Ausgiebig flaniert wird dann am nächsten Tag auf der Mariahilfer Straße. Mit der U3 fährst du am Besten bis zur Neubaugasse. Wenn dein Bargeld für die neusten modischen Errungenschaften nicht ausreichen sollte, kannst du natürlich auch bequem elektronisch zahlen. Nur sagen, dass du mit „Karte“ bezahlen möchtest, das kannst du nicht! Man wird dich nicht verstehen (wollen). Denn hier heißt es: „Bitte mit Bankomat“.

Wer einen etwas exklusiveren Geschmack hat, der wird am Kohlmarkt im 1. Bezirk und den dort ansässigen Designern fündig werden. Vom Graben hinauf zur ehemaligen Kaiserresidenz reihen sich Burberry, Louis Vuitton, Tiffany und Co aneinander. Ein weiteres Wahrzeichen Wiens lernst du so kennen: Die Hofburg, wo einst Sissi und Franz residierten.

Mit dem Platz davor, dem Heldenplatz, verbinden die Wiener jedoch we-niger schöne nostalgische Momente. Dort feierten sie 1938 Hitler und den Anschluss Österreichs emphatisch. Thomas Bernhard verarbeitet dieses traurige Kapitel österreichischer Geschichte in seinem gleichnamigen Drama.

Diese schwere Kost
 musst du jetzt erst mal
 verdauen. Wie wär’s mit
 einem „G’spritzten“?
 Den trinkst du aber am
 Besten nicht dort, wo
 die Touristenbusse parken, sondern dort wo
der „G’spritzte“ etwas
über einen Euro kostet.
 Das ist in den „hochzahligeren“ Bezirken,
 wie zum Beispiel in den
 Weinbergen von Grinzing 
der Fall.„Beisl“ heißen 
diese österreichischen
 Wirtshäuser. Und was
 solltest du dort unbedingt gegessen haben? 
Richtig, ein echtes Wiener Schnitzel!

Es heißt:
„Ein Wiener Schnitzel soll
 von jenem tiefen Goldgelb sein, das man vom Holz der Stradivari-Geige kennt.“ Selbstverständlich kommt es immer vom Kalb und niemals vom Schwein. So ein Schnitzel gibt es zum Beispiel beim Figlmüller, einen guten Tafelspitz bei Plachutta.

Sonntag:
Wien und den Wienern „Baba“ sagen

Gestärkt mit Wiener Schmankerl könntest du am nächsten Morgen zumindest eines der unzähligen Museen Wiens besuchen. Da wäre zum Beispiel das Museumsquartier in der Nähe der Mariahilfer Straße, das Kunst- oder Naturhistorische Museum oder du schaust in die Kaisergruft? Ja, richtig gelesen. Eine Gruft.

„Der Tod, das muss ein Wiener sein, genau wie die Lieb’ a Französin“, heißt es in einem Lied von Georg Kreisler. Die Stadt könnte man durchaus als etwas morbide bezeichnen. Oder kennst du beispielsweise irgendwo anders einen Club, der in einer alten Sargfabrik ist? Auch das gehört eben zum berühmten „Wiener Schmäh“. In jedem Fall wäre auch ein Besuch auf dem Zentralfriedhof lohnenswert. Besser als in Museen lernst du dort, im „Meer der Toten“, nämlich die Wiener Seele kennen.

Aber auf keinen Fall darfst du die Donaumetropole wieder verlassen, ehe du nicht zumindest einem der berühmten Kaffeehäuser einen Besuch abgestattet hast. Ob Sacher mit seiner berühmten Torte, Landtmann oder Hawelka – ein jedes hat seinen eigenen Reiz und ein jeder Wiener sein Stammkaffeehaus. Du kannst den ganzen Vor- oder Nachmittag bei einem „Kleinen Braunen“ oder auch nur mehreren Gläsern Wassern im Kaffeehaus bleiben und dir nicht fehl am Platz vorkommen. Denn ein echter Ober wird nicht fragen: „Haben der Herr noch einen Wunsch?“ Vielmehr ignoriert er den zahlungswilligen Gast sogar. So wird Zahlen zum Ritual.

Den Wiener mit seiner eigensinnigen Art, seinem „Raunzen“ und „Grant“ wirst du in drei Tagen lieben oder hassen gelernt haben. Über ihn schreibt Hermann Bahr treffend: „Der Wiener ist ein mit sich sehr unglücklicher Mensch, der den Wiener hasst, aber ohne den Wiener nicht leben kann.“

Doch in einem sind sich alle Wiener einig: Den „Piefke“, also den Deutschen, mögen sie nicht. Vermeide es also dich mit„Tschüss“ zu verabschieden, denn das entlarvt dich sofort. Das wienerische „Baba“ wird dir jedoch erst nach einigen Aufenthalten in der Kaiserstadt über die Lippen kommen. Aber wer weiß, vielleicht magst du ja auch schon nächstes Wochenende wiederkommen – weil du Wien einfach „leiwand“ findest.

Dieser Reisebericht erschien 2009 im Up-Campusmagazin. Die gelayoutete Seite gibt’s hier zum herunterladen.

 

 

70 Jahre PNP: Heimatzeitung, die viel kann – auch online?

7 Feb
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Die PNP wurde 70 Jahre alt und feierte sich selbst mit einer Sonderbeilage (rechts), die ebenso wenig gratis online zur Verfügung stand wie das Portrait über mich (links) (Foto: Winderl)

Nach der “Welt am Sonntag” im August 2015 hat nun auch “meine” Lokalzeitung über mich am Mittwoch, 3. Februar 2016 berichtet: Die “Passauer Neue Presse” (PNP) in der ich, zwar nicht meine allerersten, aber doch erste redaktionelle Erfahrungen noch in der Schulzeit sammeln konnte.

Gerne hätte ich den Zeitungsartikel, in dem es über mich als Bloggerin ging, in diesem Internet geteilt. Das ist jedoch leider nicht möglich: Denn der Artikel ist nur im Bezahlbereich verfügbar.

Das ist auch grundsätzlich ok – auch die SZ entscheidet, dass manche Artikel so einzigartig sind, dass sie nur gegen Bezahlung abzurufen sind. Aber ich meine, man sollte bei einer Regionalzeitung wie der PNP grundsätzlich nach Einzelfall entscheiden. Wenn ein Bericht über einen 80sten-Geburtstag erscheint, dann kann dieser ruhig “exklusiv” sein.

Hyperlinks in Print-Artikeln sind für die Katz – wenn sie nicht online verfügbar sind

Aber ein Portrait über einen Onliner wie mich? Da wäre es wohl für alle Beteiligten (mich und die PNP) clever, wenn der Artikel geteilt werden könnte und so Klicks erhält.

So ist das Fleißarbeit für die Papiertonne – denn wir wissen ja, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern…. Hyperlinks im Print-Text sind auch für die Katz, der Otto-Normal-Print-Zeitungsleser sucht nichts im www – und ich kann das anhand meiner Blogstatistiken nun sogar nachvollziehen.

Weil ich natürlich mitdenke, habe ich noch vor der Veröffentlichung des Portraits mit der Redakteurin besprochen, wie ich den Bericht über mich meinen Lesern zugänglich machen könnte. Sie meinte, es sei üblich, dass sie den Artikel als PDF verschicken und er so dann auch genutzt werden kann. Ich sagte, sie solle da lieber nochmal Rücksprache halten, ob das rechtlich soweit ok ist…

 

Aber apropos Zeitung und “alt” – die PNP wurde 70 Jahre und das hat sie mit einer dicken Sonderbeilage gefeiert am Freitag, 5. Februar 2016 – sogar mit eigener Sonderbriefmarke für die “Neue Presse Post”.

Bekanntlich forsche ich interdisziplinär und die Geschichte einer Zeitung interessiert mich besonders, noch dazu die meiner Heimatzeitung! Da ich zwischen zwei Wohnorten pendle und auch sonst viel unterwegs bin, ist ein Zeitungsformat für mich jedoch reichlich unpraktisch; die Print-Beilage will ich zudem unmarkiert archivieren.

Beilage zum 70. Geburtstag nicht gratis online verfügbar

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Screenshot: Tweet Roland M.

Lange Rede… Ich freute mich daher riesig, als ich las, die Beilage stünde als ePaper gratis in der App zur Verfügung. Das hat ein PNP-Mitarbeiter getwittert – nicht irgendein Mitarbeiter, sondern (laut seiner Bio auf Twitter) “Produkt- und Projektmanager Digitales bei PNP” Roland M. Er müsste das also wissen, eigentlich.
Ok, also ich akzeptiere, dass ich als sog. “Voll-Abonnent” für das ePaper extra zahlen müsste… Aber ich akzeptiere nicht, dass ich als jahrelanger Print-Abonnent diese Beilage nicht gratis digital lesen kann. Und noch dazu, dass offensichtlich niemand bei der PNP eine Ahnung hat, was jetzt genau gratis ist. Liebe PNP, Hand auf’s Herz: Die Beileige ist doch ohnehin nur pure Eigenwerbung für euch! Warum also nicht „verschenken“?

PNP-Mitarbeiter wissen offensichtlich selber nicht genau über Bezahlmodell Bescheid

Ich rief nämlich im Aboservice an – die Dame dort wollte mich direkt zu Roland M. durchstellen. Von Twitter hat diese Dame wohl noch nicht so oft gehört. Das macht wohl in der Regel auch nichts, denn Roland M. hat selbst nur unter 100 Follower.  

Als dieser nicht abhob, hat sie währenddessen direkt mit der Online-Redaktion Rücksprache gehalten: Die Beilage sei nun gratis verfügbar, erklärte sie mir. Das war sie jedoch nicht und ist sie bis heute nicht.

Roland M. entschuldigte sich via Twitter, dass er da wohl falsch informiert war.

Weil ich schon gerade dabei war, habe ich die PNP via Twitter angefragt, ob ich das PDF meines Artikels denn auf meinem Blog veröffentlichen dürfte. Keine Antwort! Und auch die freundliche Jung-Redakteurin hat bis heute das versprochene PDF nicht geschickt.***

Fazit:

70 Jahre PNP, meine Heimatzeitung mag viel können – Veranstaltungsreihen wie “Menschen in Europa” zum Beispiel und seit Neuestem sogar Briefe austragen – aber online kann sie nicht! Und von Twitter wollen wir mal ganz schweigen…

 

*** UPDATE *** Mittlerweile ist das PDF meines Artikels bei mir eingetroffen. Die Jung-Redakteurin meinte, dass sie in der Redaktion nachgefragt hat und ich es auch für meine Blogs nutzen dürfte. Hoffen wir, dass mich die PNP nun nicht nachträglich verklagt, wenn ich den Artikel über mich hier als Lektüre zur Verfügung stelle 😉

Zum ausführlicheren Pressespiegel meines Sparblogs ISASPARER geht’s übrigens hier entlang.

Einkaufen in Österreich – als ein Stück Zeitgeschichte 

11 Jan

Normalerweise ist für mich die Fahrt nach Österreich kein historisches Ereignis. Von der Grenzstadt Passau sind es nur ein paar Kilometer rüber bis zur Grenze und diese Barriere zwischen den zwei Staaten war für einige Jahre auch gar nicht mehr sichtbar. Doch in diesen Tagen mehren sich die Meldungen, dass an der Grenze bei Suben Stau herrscht.

Und das brachte mich wieder zum Nachdenken, dass ich ja wirklich in einem anderen Land bin, wenn ich über die Grenze fahre, auch wenn sie nicht mehr sichtbar ist.

Früher freilich, da waren sogar die Fahrbahnmarkierungen in Österreich gelb; fuhr man über die Grenzstation sagte das dem Unterbewusstsein: Jetzt bist du im Ausland! Zwar nicht in Timbuktu, aber doch irgendwie wo anders, denn hier sieht es anders aus – zumindest die Straße.

Heute sind diese Markierungen auch weiß wie bei uns und die Grenzstationen geschlossen.

Doch als ich nun im Jänner (wie der erste Monat des Jahres so schön in Österreich heißt), in die Grenzstadt Schärding fuhr, wurde mir bewusst, dass dieser Teil des Inntals uns vielleicht fremder werden könnte, als wir das alle wollen: Die Flüchtlingspolitik könnte einen Keil zwischen diese zwei Staaten treiben. „Die Österreicher“ waren es, die die Flüchtlinge an eben dieser nicht mehr sichtbaren, aber dennoch existierenden bayerischen Grenzen einfach ausgesetzt haben.

Hüben wie drüben sind sie da, die Asylwerber (ohne be) wie sie in Österreich genannt werden. Und so wurde die Einkaufsfahrt nach Schärding ein kleines Stück Zeitgeschichte, das ich hiermit dokumentieren will:

Arabisches Schild am Supermarkt

Denn am Eingang zum Spar hing ein Schild – nicht in deutsch verfasst, sondern auf Englisch und Arabisch: „We don’t have SIM-Cards and cigaretts“ war darauf zu lesen (zumindest in Englisch). Denn direkt neben dem Schärdinger Spar steht eine kleine Zeltstadt mit Flüchtlingen – ob die gerade auf dem Weg nach Deutschland sind oder gerade von dort kommen, das ändert sich je nach Ansage aus dem Nachbarstaat.

Und auch wenn wir uns Bayern und Österreicher so ähnlich und freundschaftlich verbunden sind, in diesen Tagen merkt man leider, dass uns eine Grenze trennt. Und eben diesen feinen Unterschied, die kleinen sprachlichen Barrieren sah ich immer als Zugewinn an (siehe mein Blogbeitrag über österreichisches Deutsch):

Leben in der Grenzstadt – das Beste aus zwei Welten wie ich schon hier schrieb. Ich hoffe, das bleibt so: Auf die bayerisch-österreichische Freundschaft!

Österreichisch ist nicht einfach deutsch

Ich habe einfach ein paar Schmankerl aus dem Supermarkt abfotografiert, die es bei uns in Deutschland nicht gibt oder unter einem anderen Namen. (Er)kennt ihr sie alle?


An der Kassa (mit a in Österreich) in einem anderen Supermarkt sah ich diese jungen Männer. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich hier um Asyl(be)werber, die dort bezüglich SIM-Karten fündig wurden.

Dieser Post soll keine Abhandlung über die Bedeutung des Smartphones auf der Flucht sein, sondern ein Beitrag über die zeitgeschichtliche Dimension eines Shoppingtrips nach Oberösterreich in unseren Tagen.

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Von zitronensüssen Kultlauten, Nagellacken und Currywürsten: Das erste Treffen des Passauer Bloggerstammtisches

8 Okt
Passauer Bloggerstammtisch

Passaus Blogger bei ihrem ersten Treffen im Kreuzweis. (Foto: Winderl)

Im April hatte ich hier dazu aufgerufen, dass Passauer Blogger in eine Facebook-Gruppe von mir eintreten sollen – jetzt haben wir uns zum ersten Mal getroffen.
Und was soll ich euch lang von den einzelnen Blogs erzählen, ihr solltet sie natürlich am Besten alle selbst lesen; Denn die Passauer Bloggerszene mag vielleicht nicht groß, dafür aber unglaublich kreativ sein: Vom Currywurst-Test über Umfragen zu Zeitreisen und Minions auf Nägeln reicht die Bandbreite.

Aber kurz von Anfang an: Am Dienstag in der sog. O-Woche trafen wir uns zum ersten Mal – auf Initiative von Maren Martschenko, denn ich hatte eher einen Termin während des Semesters favorisiert. (Der Grund: Die meisten Blogger in Passau sind Studierende und so nur hauptsächlich während des Semesters in ihrer Studienstadt.) Einen Großteil von den Gästen hat Maren in einem Seminar, das sie regelmäßig an der Uni Passau hält, zum Bloggen gebracht.

Für besonders ambitionierte Studis war, nachdem die Note für den Praxisteil stand, mit dem Bloggen nicht Schluss – der Blog kultürlich ist zum Beispiel so ein Vorzeigeprojekt oder auch brot & bluse.

Blogteams sind als Seminarprojekte entstanden

Diese zwei Blogs organisieren sich in Blogteams – der Fashion- und Food-Blog brot & bluse besteht aus fünf Frauen und einem Mann, „der sich aber sehr wohl fühlt bei uns“, verrät uns Nani bei unserem ersten Passauer Bloggerstammtisch. Sie ist als Food-Bloggerin für das ehemalige Seminarprojekt tätig und Maren, die ihr im Kreuzweis gegenüber sitzt, schwärmt von dem Honig-Senf-Salat-Dressing, das Nadi dort beispielsweise schon gepostet hat. Alle am Tisch studieren übrigens entweder Kuwi oder MuK oder haben eins der Fächer studiert.

Auch kultürlich – ein Blog, wie schon der Name vermuten lässt, der sich der Kultur widmet, organisiert sich über ein Team. Maren meint zu Joana, „ihr müsstet schön langsam an eine Monetariserung denken, weil es so gut bei euch läuft.“

Uns bei solchen Dingen künftig zu unterstützen und über Erfahrungen auszutauschen, deshalb habe ich die Initiative ergriffen, die Passauer Blogger an einen Tisch zu bekommen. Und es freut mich, dass zum ersten Treffen gleich so viele gekommen (trotzdem eigentlich noch Semesterferien) sind und wir die Idee gemeinsam weiterentwickeln werden!

Bei kultürlich ist zum Beispiel auch Anna, die aktiv das Kulturleben ihrer (Uni)stadt mitgestaltet. Sie spielt Improtheater und in einer Band – gemeinsam mit Sebastian, der heute auch mit uns am Tisch sitzt und zusammen mit seiner Bandkollegin den Blog KultLaute initiiert hat. „Wir probieren uns da aus“, erklärt Sebastian. Aus diesem Grund haben sie kürzlich das originelle Videoformat „Änna frägt“ ins Blog-Programm aufgenommen – dort befragt die kulturaffine Anna Passanten nach ihrer Meinung zu so speziellen Themen wie Zeitreisen. Das Team von KultLaute ist fast vollständig an diesem Abend erschienen – mit von der Partie ist auch Julia, die den Passauern vielleicht auch schon von dem ein oder anderen Poetry Slam bekannt ist.

Ihr merkt schon, die Passauer Blogszene ist unglaublich kreativ und extrem abwechslungsreich! Auch die Beauty-Schiene darf da nicht fehlen:

Einzelkämpfer gibt es auch in der Passauer Bloggeszene

„Ich habe ca. 500 Nagellacke“, mit diesen Worten stellt Theres (mit h ;)) sich und ihren Blabliblog vor. Ihre Hobby-Sucht verbloggt die Studentin und erfreut so auch schon mal andere Bloggerinnen aus Passau: „Theres ist beim Lackieren unglaublich talentiert“, schwärmt Nani, „ich hatte Dank ihr schon Minions auf den Fingernägeln.“

Marion von Zitronensüß mag es auch gerne bunt. Zitronengelb ist der Header ihres Blogs gestaltet, Den Besucher erwarten bei ihr ansprechende Food-Fotos mit Rezepten. Denn die Studentin liebt es zu backen und zu reisen.

Dem Essen hat sich auch Benjamin verschrieben: Er hat insgesamt zwar sieben Blogs, aber sein Hauptinteresse gilt der Seite Currywurst Test. Darüberhinaus interessiert den MuK-Master-Studenten vor allem die technische Komponente am Bloggen – so wird er sicher eine echte Bereicherung für unsere kreative Runde werden!

Wann der nächste Passauer Bloggerstammtisch ansteht, das werden wir in der Facebook-Gruppe bekannt geben. Wenn du dich als Blogger aus Passau (oder auch aus dem Woid ;)) angesprochen fühlst und nächstes Mal vorbeischauen möchtest, dann werde doch einfach Mitglied der Gruppe „Passauer Bloggerstammtisch“!

Ich möchte mich an dieser Stelle bei den Passauer Bloggern bedanken, die zum ersten Treffen gekommen sind – und euch, meine lieben Leser, ihre Blogs zur Lektüre ans Herz legen. Deswegen habe ich sie auch ganz brav verlinkt 😉

Blogger aus Passau: Wo seid ihr?

28 Apr

Unter den Bloggern bin ich ein „alter Hase“ – meinen „Ego-Blog“ betreibe ich seit Anfang 2011. Zufällig ist dies mein 100.ster Blogpost 😉 Mittlerweile bin ich auch in München dahoam und dort gibt es eine Menge Möglichkeiten, sich mit anderen Bloggern zu vernetzen. Mit meinem Blogprojekt ISARSPARER bin ich regelmäßig beim Münchner Blogger-Stammtisch zu Gast und ich könnte auch noch zum Beispiel den Iron-Bloggern beitreten. Dort vernetzen sich Blogger, die mindestens einen Blogpost pro Woche absetzen. Gelingt dies nicht, muss man 5 Euro in die Bier-Kasse zahlen. Das soll unglaublich motivierend sein, wie mir Mitglieder berichten 😉

Doch in der Provinz gibt es keine solchen Vernetzungs-Möglichkeiten für Blogger. Nachdem ich vor einigen Wochen von kleinstadtgroß für den Liebster-Award nominiert wurde, fragte ich mich erstmals:

Was gibt es eigentlich für andere Blogs in Passau?

Auf Teresa ohne h habe ich ja auch eine Rubrik „Passau“. Einige Blogposts von mir wurden auch schon in der Regional-Zeitung zitiert – leider ohne Nennung meiner Blog-Adresse. Aber ich denk mir, hier in einem Ein-Zeitungskreis mit Medien-Studiengang sollte es doch eigentlich schon ein paar Blogs geben… Also begab ich mich auf die Suche:

kleinstadtgroß

kleinstadtgroß  (sinnigerweise klein geschrieben) hatte mich nominiert. Und ein bisschen sehe ich die Idee, die sich dahinter verbirgt, hinter allen Blogs einer Kleinstadt mit einer Zeitung vertreten. Die Macher schreiben:  “Unser Projekt: Das zu schreiben, was wir selbst gerne über Passau gelesen hätten.” Thomas aus Hannover und Almuth aus dem Allgäu sind “auf der Suche nach Spiel, Spaß und Spannung abseits vom Studentensandkasten.” www.kleinstadtgross.de

Outzeit Passau

Auf kleinstadtgroß verlinkt war der Blog „Outzeit Passau“; dieser Blog ist ursprünglich als Team-Blog gestartet, aber nun ist nur mehr eine Bloggerin für ihr Studium in Passau. Die Idee hinter diesem Blog: Die Umgebung von Passau sportlich-aktiv zu entdecken: www.outzeit-passau.de

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Ebenfalls im universitären Umfeld anzusiedeln ist auch der „Kultürlich Blog“ von drei KuWi-Studentinnen. Ihre Themen sind Musik, Literatur, Kunst, Film und Schauspiel: www.kultuerlich.blogspot.de

Brot & Bluse: Food und Fashion Blog

In Passau angesiedelt mit einer „Truppe von 6 Studenten“ ist dieser Blog. „Brot und Bluse“ der Name, weil hier Food und Fashion präsentiert wird: „Wenn man sich die Studierenden in Passau anschaut, merkt man Eines schnell: Food & Fashion sind Themen, die uns 24/7 beschäftigen. Dieses Blog soll eine Plattform für modische und kulinarische Köstlichkeiten für euch von uns sein. Wir wollen euch Food & Fashion Inspirationen im Studentenalltag liefern! Dieses Blog ist eine Sammelstelle für Rezepte und Outfits, Tipps und Tricks, die das Auge und den Geldbeutel erfreuen.“: www.brotundbluse.wordpress.com

Lokalteilheld

Der einzige Blog (außer meinem) von einem echten „Local“ stammt von Andreas Kescher. Der „Lokalteilheld“ hat Medien und Kommunikation (wie ich) hier studiert und danach ein Volontariat bei der PNP begonnen. Seine Intention: „In diesem Blog will ich meinen Weg in den Journalismus nachzeichnen. Ob am Ende eine Anleitung für einen erfolgreichen Berufseinstieg oder die Dokumentation eines grandiosen Scheiterns entsteht, werde ich selber erst in der Rückschau wissen. Spannend wird es aber auf jeden Fall.“ Einzige Kritik: Für einen, der vom Schreiben lebt, könnte er häufiger bloggen: www.lokalteilheld.wordpress.com

PNP-Campus-Blogs

Und dann wird’s schon etwas “offizieller”: Es gibt ein Campus-Blogprojekt der PNP. Ob die Blogger von der PNP bezahlt werden, weiß ich leider nicht. Falls sie es nicht werden, finde ich es persönlich schade, dass sie nicht “unabhängig” losbloggen wie ich und die anderen Kollegen das tun. Es heißt unter „Studenten-Blogs“ auf der PNP-Campus-Seite: „In Zusammenarbeit mit der Uni Passau und der TH Deggendorf bloggen auf der Campus-Seite der Passauer Neuen Presse auch Studenten zu folgenden Themen:“ Dann werden die Blogs aufgeführt, die sich auf den Seiten der PNP finden.

Offizieller Blog der Uni Passau

Auch den offiziellen Uni-Blog möchte ich der Vollständigkeit halber aufführen. www.blog.uni-passau.de

Wahlinfo Passau

Etwas skurril wird es bei dem Blog “Wahlinfo Passau”. Offensichtlich hätten manche Blogger in der Provinz etwas Nachhilfe nötig – denn ohne ein Impressum* kann man leicht mal abgemahnt werden… Gut, aber das „Konzept“ würde mit Impressum wohl auch nicht funktionieren – es zeigt, was Blogs in Ein-Zeitungskreisen leisten können. Ich persönlich finde es toll, wenn sich jemand aufrafft und seine Meinung kundtut – er muss auch gar nicht immer meiner Meinung sein 😉 Deswegen möchte ich auch diesen Blog aufführen: www.wahlinfo-passau.blogspot.de

Blog von Sebastian Frankenberg

Etwas aus der Reihe tanzt auch der Blog von Nichtraucher-Papst Sebastian Frankenberger, den er auf seiner Webseite integriert hat. Nachdem er der Stadtpolitik mit seinem Rücktritt als Stadtrat den Rücken gekehrt hat, sind auch dort weniger Passau-Themen vertreten. Aber auch hier gilt für mich das Motto: Wenigstens wird gebloggt! Und „Franky“ ist ein „Local“, deswegen wird er hier aufgeführt: www.sebastian-frankenberger.de/persoenlich/blog/

Gschichten aus Passau

Gut gestartet, leider eingeschlafen sind die „Gschichten aus Passau“. Geplant war ursprünglich jeden Samstag um 9 Uhr eine „neue Story aus Passau“ zu posten. Leider haben das die sechs BWL-Masteranden nur drei Monate durchgehalten. Vielleicht war es nur für ein Uni-Projekt? Sie schreiben: „In der Social Media Management – Veranstaltung haben wir uns gesucht & gefunden.“ In meinem BA-Studiengang Medien und Kommunikation gab es auch ein paar so Seminar-Blog-Eintagsfliegen… Etwas traurig, wenn so ein Projekt dann einschläft: www.gschichtenauspassau.wordpress.com

Blogger aus Passau

Helft mir, die Passau-Blogroll zu vervollständigen!

Ja und das war’s auch schon mit meiner Liste der Passau-Blogs, die keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Ganz im Gegenteil! Jetzt seid ihr gefragt:

Kennt ihr weitere Blogs aus Passau? Dann bitte nennt sie mir!

Oder seid ihr gar selbst Blogger in der Dreiflüssestadt? Hättest du vielleicht Lust, dich off- und online zu vernetzen? Einen Blogger-Stammtisch im Format der #bloggermuc werden wir zwar nicht starten können, aber eine Blogroll und gegenseitige Gast-Artikel können ja schon ein Anfang sein. Ich würde mich freuen, wenn ihr mich einfach anschreibt – am besten als Kommentar, dann können auch andere gleich euren Blog entdecken!

* ein bisschen recherchiert und schwupps: Hinter „Wahlinfo Passau“ steckt laut Medien Denk Karl-Heinz Hasenöhrl.

—– UPDATE

Für alle Blogger in und um Passau – oder solche die es noch werden wollen – habe ich einen Facebook-Gruppe gegründet „Passauer Bloggerstammtisch“. Ihr findet sie hier: https://www.facebook.com/groups/passauerbloggerstammtisch/

Heimatliebe Blogparade: Passau – Tagesausflug ins bayerische Venedig mit viel Kaffee

18 Apr
Teresas Liebling, der kleine Jack-Russell-Mix Mali, auf Mariahilf über den Dächern Passaus. Von dort hat meinen hervorragend Blick über die Altstadtzunge mit Dom inklusive Oberhaus (Foto-Winderl)

Teresas Liebling, der kleine Jack-Russell-Mix Mali, auf Mariahilf über den Dächern Passaus. Von dort hat meinen hervorragend Blick über die Altstadtzunge mit Dom inklusive Oberhaus (Foto-Winderl)

Nun wohne ich schon seit einigen Jahren in München. Aber wenn mich jemand fragt, woher ich komme, dann antworte ich ganz klar mit PASSAU. Denn Passau, dort wo Donau, Inn und (eigentlich die Ilz nicht exakt am selben Punkt) an der Ortsspitze zusammenfließen, da bin i dahoam! Heimatliebe pur also, deswegen beteilige ich mich gern an der Blogparade des Blogs “Teilzeitreisender”.

Meine Heimatstadt Passau hat mehr als Hochwasser(tourismus) zu bieten. Hier wurde der Wasserstand im letzten großen Hochwasser künstlerisch markiert. (Foto: Winderl)

Meine Heimatstadt Passau hat mehr als Hochwasser(tourismus) zu bieten. Hier wurde der Wasserstand im letzten großen Hochwasser künstlerisch markiert. (Foto: Winderl)

Passau, die niederbayerische Dreiflüssestadt, das „bayerische Venedig“ “im Herzen Europas” – am A* der Welt, wie ich gerne mit einem Augenzwinkern hinzufüge. Nicht weit haben wir es nach Wien (280km) und Prag (200km). Doch in die Landeshauptstadt haben wir noch immer keine direkte Autobahn (die A94 wird schon seit mehr als 30 Jahren gebaut, wir müssen ein kleines Dreieck über die A92 bei Deggendorf ausfahren) und auch auf der Schiene heißt es für uns Bummelzug fahren. Vielleicht kam mir in eben diesem Donau-Isar-„Express” auch die Idee, zusammen mit einem Kumpel, die ISARSPARER zu gründen. Denn am günstigsten kommt man mit dem Bayern-Ticket in meine Heimat, auch wenn die Zugfahrt etwas länger dauert. Doch das macht uns Passauern nichts! Denn der Niederbayer bleibt ohnehin am liebsten daheim, denn da ist es schließlich auch am schönsten! Der Bayerische Wald ist von uns auch nicht weit entfernt und dort gibt es das Sprücherl: „Du bekommst zwar einen Waidler aus dem Wald, aber nie den Wald aus dem Waidler.“ Und da ist was Wahres dran!

Nein, „Waidler“ sind wir noch nicht

Aber wir in Passau sind noch keine „Waidler“, da legen wir großen Wert drauf 😉 Aber eben heimatverbunden und gern dahoam. Unser Dialekt ist Niederbayerisch mit einem Hang zum Österreichischen. (Oberhalb des Weißwurst-Äquators wurde ich auch schon gefragt, ob Passau nicht in Österreich liege. Sieht man auch recht schön auf der Heimatliebe-Blogger-Landkarte unten..) Nein, das tut es (noch) nicht… Aber wir leben das Beste aus zwei „Welten“: Zum Tanken fahren wir zum Beispiel gern nach Österreich, weil es dort (noch immer) günstiger ist. Und Lebensmittel kaufen wir dort auch gerne ein, auch wenn es, wegen der höheren Mehrwertsteuer, etwas teurer ist, weil die Milch von noch glücklicheren Kühen einfach noch ein bisschen besser schmeckt.

Der Stephansdom gehört zum Pflichtprogramm

Von der Donau aus sieht die Altstadt von Passau etwas wie eine Insel ist. Das bayerische Venedig eben! (Foto: Winderl)

Von der Donau aus sieht die Altstadt von Passau etwas wie eine Insel ist. Das bayerische Venedig eben! (Foto: Winderl)

Und wir haben hier in Passau auch richtig tolle Kaffeehäuser ähnlich wie in Wien. Ja, vielleicht fangen wir meine kleine Tour durch meine Heimatstadt so an: Wer die Dreiflüssestadt besucht, sollte schon unseren Dom besichtigt haben – mit der größten (Kirchen)orgel der Welt. Diese Einschränkung braucht es, weil irgend ein Ami eine noch größer Orgel gebaut hat. Ich selbst war viele Jahre Dom-Ministrantin und es war immer ein Erlebnis, wenn zum Beispiel das Osterhalleluja ertönt ist und der hauptberufliche Organist an seinem Instrument nahezu alle Pfeifen ausgespielt hat. Aber obwohl wir in Passau sehr katholisch sind (im Übrigen das katholikenstärkste Bistum Deutschlands), findet auch bei uns nicht rund um die Uhr ein Gottesdienst im Stephansdom statt. Die Alternative dazu lautet: Besuche ein Orgelkonzert, das nur ein paar Euro Eintritt kostet. Die Orgel wird da so richtig ausgespielt – im Galopp durch die Jahrhunderte der Orgelmusik quasi. Seit Kurzem haben wir für unseren Stephansdom sogar einen Bischof namens Stefan! Und gleich neben dem Dom gibt es das Café Stephan’s Dom, dessen Name jedoch keine Besitzanzeige des Bischofs darstellt, jedoch sehr zu empfehlen ist. So ein tolles Café sieht man wirklich selten – es ist im „neo-barocken“ Stil eingerichtet, nur die Öffnungszeiten (bis 18 Uhr) sind etwas „provinziell“ – oder auf die Tagestouristen abgestimmt. Ganz wie man es sehen will… Allein es wird einem dort kein Touri-Fraas vorgesetzt, die Kuchen sind aus der Hand Passaus’ bekanntesten Konditors! Am segnenden König Max vorbei (es ist eine Segenshand und nichts anderes – wie uns das Filme schon weis machen wollten), gelangt man rechts in die Luragogasse mit dem Café Anton.

Kaffeehauskultur fast schon wie in Wien

Lurago, Carlone… Die kleinen pittoresken Gässchen tragen übrigens gerne Namen italienischer Baumeister des Domes. Denn nach dem Stadtbrand von 1662 haben in Passau vor allem Italiener gewirkt, unter anderem ist deshalb wohl vom „bayerischen Venedig“ die Rede. Gut, zu Hochwasserzeiten haben wir ja auch Venedig-Feeling pur – da werden Staatsexamenskandidaten in der Universitätsstadt schon mal am Prüfungstag per Boot von zu Hause abgeholt. Und weil die Altstadt von der Donau aus betrachtet wie eine Insel und somit wie Venedig aussieht. Aber dazu später. Noch einige Worte zu meinem Lieblingskaffeehaus, dem Café Anton: Nirgendwo gibt es besseren Kaffee. Hier fühl ich mich als Wien-Liebhaberin pudelwohl! Es gibt dort zum Beispiel Sacher-Würstel mit Kren. Alles schon eben etwas österreichisch in der Grenzstadt!

Dreiflüsserundfahrt ein Muss

So gestärkt, kann man sich dann auf eine Schifferl-Fahrt begeben. Die Anlegestellen gegenüber dem Rathaus sind vom Domplatz aus in wenigen Gehminuten zu erreichen. Zumindest eine „kleine“ Dreiflüsserundfahrt ist eigentlich Pflicht und kostet, wer Großstadt-Preise gewohnt ist, nur ein paar Euro. Wer etwas längere Zeit auf der Donau verbringen will – nachdem Inn und Ilz in die Donau gemündet sind, heißt der Fluss nur mehr Donau – kann sich eine Fahrt auf dem Swarovski-Kristallschiff gönnen. Ihr könnt euch sicher vorstellen wie es da funkelt, wenn die Sonne auf die einzelnen Kristalle trifft. Unbeschreiblich schön und entspannend ist die Fahrt nach Österreich! Und Getränke, Eis oder Essen an Bord sind überraschend günstig für eine solche Touristen-Attraktion. (Ja, da kommt wieder ganz die ISARSPARERIN durch 😉 )

Neue Mitte thront über der Altstadt

Unsere alte Fußgängerzone, die mit den romantischen Gässchen wirklich schön war, hat man vor einigen Jahren für ein überdachtes Einkaufszentrum abgeschafft. Die Stadtgalerie thront nun in der so genannten Neuen Mitte. Dort wo einst Franz Josef Strauß am Politischen Aschermittwoch in der Nibelungenhalle sprach – viele pilgern wegen der CSU-Veranstaltung noch heute jährlich nach Passau – steht jetzt der Stadtturm. In diesem gibt es ein weiteres tolles Café, das Café Diwan in dem die besten Plätze mit dem schönsten Blick über Passau natürlich besonders schnell weg sind. Auch hier schmeckt der Kuchen recht gut, weil es derselbe Pächter wie im Café Stephansdom ist und Greindl heißt. Der neu gebaute Stadtturm ragt über die mittelalterliche Altstadt und ist auch von den zwei beliebten Aussichtspunkten Oberhaus und Mariahilf auszumachen. Ich würde empfehlen, unbedingt einen der beiden “Berge” zu „besteigen“ – nicht nur der Ausblick entschädigt einen für die Strapazen. Auf Mariahilf ist es zudem die Muttergottes in der gleichnamigen Wallfahrtkirche. An Stelle der Straße kann man alternativ auch die Wallfahrtsstiege für den Aufstieg nutzen.

Eterna: Premiumhemden aus Passau

Ausblick aus dem Café Diwan im Stadtturm der sog. Neuen Mitte. Die besten Plätze mit dem schönsten Ausblick sind dort schnell weg. (Foto: Winderl)

Ausblick aus dem Café Diwan im Stadtturm der sog. Neuen Mitte. Die besten Plätze mit dem schönsten Ausblick sind dort schnell weg. (Foto: Winderl)

Und auf Oberhaus gibt es ein weiteres Café für die Verschnaufpause nach der Wanderung. Der Blick über die Stadt ist atemberaubend, allein mir schmeckt es dort nicht so gut wie in meinen “Stammkaffeehäusern”. Aber das ist natürlich reine Geschmackssache! Als überzeugte ISARSPARERIN muss ich euch natürlich noch unbedingt verraten, wo man in Passau sparen kann – der Tagesausflug soll sich schließlich auch auszahlen 😉 In Passau hat die Bekleidungsfirma eterna ihren Hauptsitz. So gibt es dort in der Sperrwies ein Outlet. Wer aus beruflichen Gründen oft Hemden tragen muss, der kann sich in Passau für den Rest des Geschäftsjahres richtig eindecken. Ich persönlich liebe jedoch mehr das Factory-Outlet der Schuhmarke Högl im benachbarten Oberösterreich, weil mir die Blusen von eterna leider nicht so optimal passen. Aber das alles und noch viel mehr könnt ihr ja direkt auf ISARSPARER nachlesen. Ich hoffe, ich konnte euer Interesse für meine Heimatstadt Passau wecken, das mehr als Hochwasser-Tourismus zu bieten hat. Von den kulturellen Veranstaltungen habe ich zum Beispiel gar nichts erzählt, aber unsere Festspiele Europäische Wochen und das Museum Moderner Kunst beispielsweise müssen sich auch nicht hinter den Metropoleregionen  verstecken. Ganz im Gegenteil! Passau ist vielleicht klein, aber fein – ein echtes Donaujuwel, unser bayerisches Venedig. Ich bin hier gerne dahoam und die Nähe zu unseren europäischen Nachbarn hat mich geprägt: In Bayern geboren, in Europa zu Hause – das bin ich als Passauerin!