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Hochwasser-Katastrophe in Niederbayern: Bitte lasst die Hinterbliebenen in Ruhe

3 Jun
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Die Facebook-Funktion „an diesem Tag“ erinnert nicht nur an schöne Ereignisse. Zur Zeit zum Beispiel an meine Erinnerungen an das Hochwasser in Passau von 2013 (Fotoquelle: Screenshot).

Fast auf den Tag genau drei Jahre ist her, dass ich mich in diesem Blogpost über das Verhalten mancher Social-Media-Nutzer in der Hochwasser-Katastrophe (in Passau) aufgeregt habe. Horrormeldungen wurden verbreitet. Fluch und Segen der sozialen Netzwerke: Koordiniert wurde, hauptsächlich über Facebook, auch zum Beispiel das vorbildliche Hilfs-Projekt „Passau räumt auf“.
Exakt drei Jahre danach hat das Hochwasser meine Heimat Niederbayern wieder heimgesucht – nicht direkt meine Heimatstadt Passau, aber die benachbarten Landkreise Rottal-Inn und Passau sind dieses Mal betroffen. Facebook erinnert gerade viele Nutzer aus meiner Heimatregion daran: „Es ist schön, Erinnerungen wach zu halten. Wir könnten uns vorstellen, dass du gern an diesen Beitrag von vor 3 Jahren zurückdenkst.“

Vater via Facebook gesucht

Fluch und Segen: Ich erinnere mich, ich saß am Mittwoch in der Bibliothek in München als mich die Meldungen und vor allem Bilder der schlammigen Massen über soziale Medien erreichten, wie sie sich durch Simbach am Inn, Tann etc. wälzten.
„Lebt ihr noch?“, schrieb ich in die familieneigene whatsapp-Gruppe. Angesichts der Horrorszenarien, wie sie die Medien wieder propagierten, hatte ich Angst bekommen.
Vielleicht erging es meiner ehemaligen Studienkollegin ähnlich, nur hat sie das Pech, dass ihr Elternhaus direkt im Zentrum der Katastrophe, in Simbach am Inn steht. Wenig später erreichte mich in meiner Timeline der verzweifelte Aufruf, den ihr Bruder verfasst hat:

„Hochwasser Simbach am Inn.

Unser Vater Walter (…) wird vermisst. Zuletzt gesehen (…)Straße.

Informationen an: (Handynummern der Geschwister)

Bitte teilen!!!“

Natürlich habe ich sofort auf teilen geklickt. 8 400 Personen haben das ebenfalls getan. Und da ich auf Twitter bin, habe ich einen Screenshot auch dort verbreitet – über 200 Retweets waren es hier.
Schon zu diesem Zeitpunkt habe ich mich gefragt, ob ich das überhaupt tun sollte. Denn bekanntlich sind die sozialen Netzwerke „Fluch und Segen“… Man könnte sich nun ausrechnen, wie viele Menschen, darunter auch Medienvertreter, die Handynummern und die Adresse eines potentiellen Flutopfers hatten.

Screenshot des Suchaufrufs in der BILD

Gestern Abend hatten die Angehörigen dann traurige Gewissheit – nach Stunden des Hoffens und Bangens, unvorstellbar quälender Ungewissheit: Der Vater hat es nicht mehr raus aus dem Keller geschafft. Er ist das sechste Opfer der Hochwasser-Katastrophe von 2016. Zu diesem Zeitpunkt werden jedoch noch Personen vermisst.
Als wäre das alles für die Familie noch nicht genug! Den „verzweifelten“ Suchaufruf der Geschwister hat die BILD heute als Screenshot veröffentlicht – mit den Handynummern und der Adresse. Da wurde nichts geschwärzt. Auch die Kommentare der Facebook-Freunde des Sohnes sind zu lesen. Mit Namen versteht sich.
Gleich wäre man wieder da mit dem Urteil: BILD halt. Aber selbst in den Öffentlich-Rechtlichen ist man nicht pietätvoller. Dort verkündete eine Rettungskraft heute im Morgenmagazin vollmundig: „Den (Familiennamen) hat man da hinten rausgezogen.“ Sorry, liebes Moma-Magazin, aber muss man den O-Ton, in dem der Name eines Hochwasser-Opfers genannt wird, wirklich senden?
Handynummer kann man wechseln, aber die Erinnerungen bleiben. Auch Facebook wird sie zum Jahrestag der Familientragödie an diesen Beitrag erinnern. (Hier wird beschrieben, wie man die Funktion „An diesem Tag“ ausschalten kann.)

Der Familie habe ich bereits persönlich mein Beileid ausgesprochen. Sie brauchen jetzt Hilfe*. Auch wenn das im Moment vielleicht hinten ansteht, aber es geht dabei auch um finanzielle Unterstützung der Opfer und Hinterbliebenen. Hier sind die sozialen Netzwerke wieder Fluch und Segen: Wie nah sollen die Medien das Schicksal der Hochwasseropfer beleuchten (und über die sozialen Netzwerke verbreiten), damit der Spendenrubel rollt?

Wir entscheiden über die Art der Berichterstattung

Wir alle können mit unserem persönlichen Medienkonsum und insbesondere Klick-Verhalten über das WIE der Berichterstattung entscheiden. Ich persönlich würde mir mehr Fingerspitzengefühl wünschen. Oder nennen wir es ethisches, pietätvolles Verhalten. Die Berichterstattung auf Basis eines Screenshots des Hilfeaufrufs der Geschwister mit den persönlichen Daten halte ich für verwerflich – es ist für mich ein trauriges Beispiel wie Journalismus nicht funktionieren sollte!

Anmerkung: Aufgrund des Tenors meines Blogposts bitte ich um Verständnis, dass ich auf einen Screenshot des Hilfeaufrufs verzichtet habe. Ich habe schon daran zu knapperen, dass ich selbst die Daten verbreitet habe, in der Hoffnung, dass alles gut wird… Derweil lag der Vater vermutlich bereits tot im Keller.

* So können Sie helfen:
Spendenaktion der PNP für Hochwasser-Opfer
Spendenkonto des Landkreis Rottal-Inn –> Helfer können im Übrigen gratis mit der Südostbayernbahn anreisen

70 Jahre PNP: Heimatzeitung, die viel kann – auch online?

7 Feb
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Die PNP wurde 70 Jahre alt und feierte sich selbst mit einer Sonderbeilage (rechts), die ebenso wenig gratis online zur Verfügung stand wie das Portrait über mich (links) (Foto: Winderl)

Nach der “Welt am Sonntag” im August 2015 hat nun auch “meine” Lokalzeitung über mich am Mittwoch, 3. Februar 2016 berichtet: Die “Passauer Neue Presse” (PNP) in der ich, zwar nicht meine allerersten, aber doch erste redaktionelle Erfahrungen noch in der Schulzeit sammeln konnte.

Gerne hätte ich den Zeitungsartikel, in dem es über mich als Bloggerin ging, in diesem Internet geteilt. Das ist jedoch leider nicht möglich: Denn der Artikel ist nur im Bezahlbereich verfügbar.

Das ist auch grundsätzlich ok – auch die SZ entscheidet, dass manche Artikel so einzigartig sind, dass sie nur gegen Bezahlung abzurufen sind. Aber ich meine, man sollte bei einer Regionalzeitung wie der PNP grundsätzlich nach Einzelfall entscheiden. Wenn ein Bericht über einen 80sten-Geburtstag erscheint, dann kann dieser ruhig “exklusiv” sein.

Hyperlinks in Print-Artikeln sind für die Katz – wenn sie nicht online verfügbar sind

Aber ein Portrait über einen Onliner wie mich? Da wäre es wohl für alle Beteiligten (mich und die PNP) clever, wenn der Artikel geteilt werden könnte und so Klicks erhält.

So ist das Fleißarbeit für die Papiertonne – denn wir wissen ja, nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern…. Hyperlinks im Print-Text sind auch für die Katz, der Otto-Normal-Print-Zeitungsleser sucht nichts im www – und ich kann das anhand meiner Blogstatistiken nun sogar nachvollziehen.

Weil ich natürlich mitdenke, habe ich noch vor der Veröffentlichung des Portraits mit der Redakteurin besprochen, wie ich den Bericht über mich meinen Lesern zugänglich machen könnte. Sie meinte, es sei üblich, dass sie den Artikel als PDF verschicken und er so dann auch genutzt werden kann. Ich sagte, sie solle da lieber nochmal Rücksprache halten, ob das rechtlich soweit ok ist…

 

Aber apropos Zeitung und “alt” – die PNP wurde 70 Jahre und das hat sie mit einer dicken Sonderbeilage gefeiert am Freitag, 5. Februar 2016 – sogar mit eigener Sonderbriefmarke für die “Neue Presse Post”.

Bekanntlich forsche ich interdisziplinär und die Geschichte einer Zeitung interessiert mich besonders, noch dazu die meiner Heimatzeitung! Da ich zwischen zwei Wohnorten pendle und auch sonst viel unterwegs bin, ist ein Zeitungsformat für mich jedoch reichlich unpraktisch; die Print-Beilage will ich zudem unmarkiert archivieren.

Beilage zum 70. Geburtstag nicht gratis online verfügbar

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Screenshot: Tweet Roland M.

Lange Rede… Ich freute mich daher riesig, als ich las, die Beilage stünde als ePaper gratis in der App zur Verfügung. Das hat ein PNP-Mitarbeiter getwittert – nicht irgendein Mitarbeiter, sondern (laut seiner Bio auf Twitter) “Produkt- und Projektmanager Digitales bei PNP” Roland M. Er müsste das also wissen, eigentlich.
Ok, also ich akzeptiere, dass ich als sog. “Voll-Abonnent” für das ePaper extra zahlen müsste… Aber ich akzeptiere nicht, dass ich als jahrelanger Print-Abonnent diese Beilage nicht gratis digital lesen kann. Und noch dazu, dass offensichtlich niemand bei der PNP eine Ahnung hat, was jetzt genau gratis ist. Liebe PNP, Hand auf’s Herz: Die Beileige ist doch ohnehin nur pure Eigenwerbung für euch! Warum also nicht „verschenken“?

PNP-Mitarbeiter wissen offensichtlich selber nicht genau über Bezahlmodell Bescheid

Ich rief nämlich im Aboservice an – die Dame dort wollte mich direkt zu Roland M. durchstellen. Von Twitter hat diese Dame wohl noch nicht so oft gehört. Das macht wohl in der Regel auch nichts, denn Roland M. hat selbst nur unter 100 Follower.  

Als dieser nicht abhob, hat sie währenddessen direkt mit der Online-Redaktion Rücksprache gehalten: Die Beilage sei nun gratis verfügbar, erklärte sie mir. Das war sie jedoch nicht und ist sie bis heute nicht.

Roland M. entschuldigte sich via Twitter, dass er da wohl falsch informiert war.

Weil ich schon gerade dabei war, habe ich die PNP via Twitter angefragt, ob ich das PDF meines Artikels denn auf meinem Blog veröffentlichen dürfte. Keine Antwort! Und auch die freundliche Jung-Redakteurin hat bis heute das versprochene PDF nicht geschickt.***

Fazit:

70 Jahre PNP, meine Heimatzeitung mag viel können – Veranstaltungsreihen wie “Menschen in Europa” zum Beispiel und seit Neuestem sogar Briefe austragen – aber online kann sie nicht! Und von Twitter wollen wir mal ganz schweigen…

 

*** UPDATE *** Mittlerweile ist das PDF meines Artikels bei mir eingetroffen. Die Jung-Redakteurin meinte, dass sie in der Redaktion nachgefragt hat und ich es auch für meine Blogs nutzen dürfte. Hoffen wir, dass mich die PNP nun nicht nachträglich verklagt, wenn ich den Artikel über mich hier als Lektüre zur Verfügung stelle 😉

Zum ausführlicheren Pressespiegel meines Sparblogs ISASPARER geht’s übrigens hier entlang.

Fluthilfe revidiert meine Meinung über soziale Medien

21 Sep

Rund 100 Tage ist die „Flut“ her. Zeit, einmal Bilanz zu ziehen – vornehmlich über die Engagment für und um die Fluthilfe in sozialen Medien.

1. Über den Wahrheitsgehalt von Informationen in sozialen Medien

Die Schleuse Kachlet während der "Jahrtausendflut".Meinem Post muss ich vorwegschicken, dass ich von Natur aus ein gutgläubiger Mensch bin. Da die Stadt Passau bis dato keinen richtig guten Auftritt in sozialen Medien hat, waren wir auf Postings von Privatleuten angewiesen. Dies geschah bei mir vornehmlich über die Gruppen „Infoseite – Hochwasser 2013 Bayern“ und „Fluthelfer Passau“.

Wann und wo werden Leitungswasser und Strom abgestellt? Der Aufruf zum Wassersparen, Postings von Wasserausgabeorten – das alles geschah über Facebook (FB). Twitter ist bei den Passauern wohl noch nicht so angekommen 😉

Nun gut, ich bin schon an normalen Tagen äußerst Social-Media-affin… Aber in den Hochwasser-Tagen war mein Konsum extrem.

Katastrophale Rechtschreibung mit dem Klassiker der das-und-dass-Schwäche ist ja noch harmlos. Ich bedanke mich an dieser Stelle auch bei der niederbayerischen Jugend, die mich, in diesen Tage gelehrt hat, dass Sätze ohne der, die, das gebildet werden: „Was geht Kachlet?“

Panikmache via FB

Ja, was geht Kachlet… (Für alle OrtsUNkundigen, das Kachlet ist ein Schleusenkraftwerk im Passauer Westen, wo ich wohne.) Das Kachlet ist hochwassererprobt. Die Wehre müssen geöffnet werden, egal wie viel Wasser dann Richtung Altstadt fließt. Dass diese Fluten bei dieser Jahrtausendflut enorm waren, ist logisch.

Urplötzlich tauchte in FB das Gerücht auf, das Kachlet könnte den Fluten nicht mehr Stand halten. Ich, als gutgläubiger Mensch dachte, an der Sache könnte was dran sein. Denn welcher Mensch würde in einer solchen Katastrophen-Situation so grausam sein und seine Mitmenschen auch noch mit falschen Gerüchten quälen?

Falsch gedacht: Krönung war für mich folgender Post:

Leider verbreiteten sich auch "Horror-Falschmeldungen" über soziale Medien.

Leider verbreiteten sich auch „Horror-Falschmeldungen“ über soziale Medien.

Spätestens jetzt war mir klar: An dem Gerücht ist nichts dran. Welcher Experte würde davon sprechen, dass eine Staustufe „bricht“ und dann auch noch genau „ab 20h“.

Vielen Dank an dieser Stelle an all diese Menschen da draußen, die uns Passauern noch zusätzlich Angst gemacht bzw. versucht haben!

FAZIT Krisenkommunikation via Social Media funktioniert nur bedingt!

2. Fluthilfe als Hilfe zur Selbstdarstellung?

Die Selbstdarstellung im Social Web ist ja auch sonst nicht ohne. Aber ich für meinen Teil konnte bei den eigentlichen Hochwasser-Einsätzen nicht auch noch darauf achten, das „passende“ Bild für Facebook und Co zu machen. Deswegen fehlen auch bei meiner Fluthelfer- Reportage einige Bilder, wie ich anmerkte.

Umso trauriger finde ich persönlich, dass es politische (Jugend)gruppierungen geschafft haben, genau solche Fotos hochzuladen. Ich habe sehr genau hingesehen und festgestellt, dass so ein Einsatz z. B. nur an einem Tag stattfand. Imposante Fotos davon ins Netz zu stellen, finde ich umso beschämender, wenn Studenten zum Teil mehrere Tag hintereinander bis zur gänzlichen Erschöpfung als Fluthelfer im Einsatz waren. Ist doch Passau „nur“ ihre Universitätsstadt, für die anderen aber ihre Heimat…

Sicherlich geht es jetzt nicht darum, hochzurechnen, wer wie viele Stunden aktiv Fluthilfe geleistet hat – aber nachdenklich macht es mich schon. Helfen machen nur, um dokumentieren zu können, dass sie geholfen habe?

Ähnlich kritisch sehe ich im Übrigen auch die jetzt aufkommenden Ehrungen durch Stadt und Staat. Ganz bewusst habe ich z. B. NICHT am Helferfest der Stadt Passau teilgenommen. Ich war gern als Fluthelfer im Einsatz und bemühe mich nach meinen Kräften auch noch heute, Betroffenen zu helfen.

Statt einer Maß auf der Dult hätte ich z. B. lieber Unterstützung für meine Spendenaktion gehabt!

3. Keine Unterstützung für meine Ebay-Auktion

Wie man hier nachlesen kann, habe ich einen selbstgefertigten Passau-Scherenschnitt auf Ebay für die Fluthilfe der Passauer Neuen Presse (PNP) versteigert. Gut, über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten, aber ich möchte behaupten, dass das schlicht-klassische Design wohl in viele Einrichtungsstile passt. Mit der Endsumme der Versteigerung war ich nicht wirklich zufrieden. (An dieser Stelle jedoch ein großes Dankeschön an den Berliner Käufer, der mich lediglich über Twitter „kennt“ und noch einen Extra-Betrag gespendet hat.)

Diesen von mir selbstgefertigten Scherenschnitt von der Passauer Skyline versteigerte ich auf ebay für die Hochwasseropfer - leider ohne jegliche Unterstützung im Social Web

Diesen von mir selbstgefertigten Scherenschnitt von der Passauer Skyline versteigerte ich auf ebay für die Hochwasseropfer – leider ohne jegliche Unterstützung im Social Web

Er war auch einer von wenigen, der die Aktion im Netz überhaupt verbreitet – sie retweetet hat. Von den Politikern in meiner Timeline oder in meiner Freundesliste hat sich niemand bemüßigt gefühlt, meine Aktion zumindest zu teilen – das hat mich persönlich sehr enttäuscht. Gut, jetzt könnte das Argument kommen, die haben die Sache vielleicht nicht mitbekommen… Aber ich habe meine Auktion zumindest an die Facebook-Pinnwand von „City Marketing Passau“ (CMP) und diversen Seiten der PNP gepostet (und den offizillen Twitter-Account der Stadt Passau angetwittert). Auch von dieser Seite keine Unterstützung in der Form, dass mein Post geteilt worden wäre.

FAZIT Da der Wille bekanntlich für’s Werk zählt, habe ich zwar nur 30€ an die PNP-Fluthilfe überweisen können – aber für mich als Promotionsstudentin ist im Moment einfach nicht mehr drin. Nachdenklich macht mich die Nicht-Unterstützung von PNP und CMP, da diese Institutionen sich die Hochwasser-Hilfe groß auf ihrer Fahnen geschrieben haben.

Und so ist insgesamt mein Fazit zu „Social Media und Hochwasser“ ernüchternd: JA, durch Social Media gab es Informationen – aber vielleicht auch zu viele!? Die Zeit für über soziale Medien vermarktete Spendenaktionen scheint noch nicht reif zu sein – ob das zum Teil an mangelnder Medienkompetenz liegt, möchte ich nicht bewerten.

Social Media als Feedback für Öffentlich-Rechtliche: ZDF verschenkt Chance

5 Apr

Mein gestriger Blogbeitrag über das Verhalten des ZDF-Mitarbeiters Michael Umlandt hat eine große Welle der Diskussion ausgelöst.

Viele haben mir via Facebook, Twitter, whatsapp und Co geschrieben und in persönlichen Gesprächen gesagt, ich solle sie über die aktuelle Entwicklung am Laufenden halten: Da muss ich meine Freunde/ Follower enttäuschen – das ZDF hat bis dato nicht reagiert. (Wie auch, wenn wohl hinter dem ZDF-Twitter-Account der „Social-Media-Monkey“ sitzt? ;)). Also eigentlich nichts Neues.

ZDF trotz „Fehlern“ qualitativ wertvoll

Eigentlich, denn wer schweigt, gesteht seine Schuld ein. Eigentlich. Aber „Schuld“ das sind zu große, schwerwiegende Worte. Besinnen wir uns auf das Wesentliche: Es ging um Kritik am Programm des ZDFs. Und ich muss sagen, dass ich bis dato Öffentlich-Rechtliche neben all ihren „Fehlern“ sehr gern geschaut habe. (An dieser Stelle mal ein kleiner Werbeblock für den Bayerischen Rundfunk, müsste ich mich für ein Fernsehprogramm entscheiden, ich würde euch wählen! Denn ältere wie jüngere Zuseher kommen bei eurem breitgefächerten Programm gleichermaßen auf ihre Kosten. Aber das vielleicht mal in einem extra Post ;))

„Und dafür zahle ich GEZ?“

Zeitgleich zu meinem Blogpost machte gestern der Post „Und dafür zahle ich GEZ?“ die Runde. Er bringt meiner Meinung das Dilemma der Öffentlich-Rechtlichen gut auf den Punkt. Denn auch wenn das ZDF meint, sich mit Oli Pocher, Cindy aus Marzahn und wie sie alle heißen mögen, „verjüngen“, „verhippen“ oder was auch immer zu müssen – allein das ZDF bietet natürlich mehr Qualität als alle privaten Sender zusammen!

Über Geschmack lässt sich freilich streiten. So empören sich viele darüber, für meine Lieblingssoap Lindenstraße zahlen zu müssen 😉 (Nebenbei – die sind in Sachen Social Media aber vorbildlich)

Daher an dieser Stelle meine Fazit:

Ich finde es schade, wenn über soziale Medien kein Austausch von unterschiedlichen Meinungen stattfindet. Herr Umlandt, Souveränität ist etwas anderes! Denn was wäre besser für eine Interaktion von Zuseher und Sendern geeignet als Twitter und Co? Feedback und das sogar noch in Echtzeit – ein Traum! Gerne hätte ich natürlich mit @michaelumlandt, Oli Pocher und anderen diskutiert. Aber da man bekanntlich niemand zu seinem „Glück“ zwingen kann, sage ich: „Schwamm drüber“!

Der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk hat in einer pluralistischen Gesellschaft natürlich genauso seine Daseinsberechtigung wie RTL-Humor. Bei allen, die meine (marketingtechnische überspitzte) Kritik beleidigt hat, möchte ich auf diesem Weg entschuldigen. Entschuldigen möchte ich mich jedoch nicht für meinen persönlichen Geschmack, der noch nie mit Mainstream konform ging…

Rundfunkbeitrag: Vom ZDF via Twitter beleidigt zu werden und dafür auch noch zahlen?

4 Apr

Kürzlich erst habe ich eine Diskussion darüber geführt, wie weit Kunst gehen darf.  Die „Kunst“, die Oli Pocher  betreibt, geht für mich zu weit. Seine Scherze gehen auf Kosten von Menschen, die sich nicht wehren können – aktuellstes Beispiel ist Jenny Elvers-Elbertzhagen. Sie ist offensichtlich krank. Muss sich ein Comedian – meiner Meinung nach nicht einmal sonderlich originell – über ihre Schwäche lustig machen?

Ich meine nein! Und ich bin der Meinung, das ZDF sollte solche platte Unterhaltung auch nicht unterstützen  – einem wie Oli Pocher keine Plattform bieten. Deshalb retweetete ich folgenden Tweet von @victor5679, der sich auf den Pocher-Auftritt bei Lanz gestern Abend bezog:

 anstoß

Ich setzte den Zusatz auf Cindy aus Marzahn dazu. Denn seitdem die Trainingsanzug-Trägerin als Co-Moderatorin von „Wetten Dass“ aufgestiegen ist, meide ich diese ZDF-Sendung. Schade, denn mit dieser Samstags-Abend-Sendung bin ich eigentlich groß geworden.

Rundfunkbeiträge für Cindy aus Marzahn und Oli Pocher

Nichts Besonderes – möchte man denken. Da kritisieren zwei Twitterer das Programm des ZDF. Seine Meinung wird man in Deutschland doch noch äußern dürfen! Auch oder gerade über das Zweite Deutsche Fernsehen, das ich durch meinen Rundfunkbeitrag auch noch zwangsweise finanzieren muss.

Das dachte ich auch! Aber dann kam dieser Tweet von @michaelumlandt:

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Auchmonkey das wäre noch nicht schlimm gewesen, hat er eben eine andere Auffassung von Qualitätsjournalismus als @victor5679 und ich. Aber dann schaute ich in seine Bio: Er bezeichnet sich darin nach eigenen Angaben als „Social Media Monkey @ZDF“. Und dann fragte ich mich: Muss ich mich vom ZDF für meinen Qualitätsanspruch an das Öffentlich-Rechtliche Fernsehen beleidigen lassen? Sicher nicht! Und ohne Frage würde ich meine Meinung diesbzgl. noch gegenüber ganz anderen als einem Oli Pocher verteidigen!

@victor5679 schlug @ZDF und @michaelumlandt daher folgendes vor:

vorschlag

Bis heute haben wir keine Antwort von @michaelumlandt oder seinem Arbeitgeber, dem ZDF,  erhalten. Von einer Entschuldigung ganz zu schweigen. Ironie der Geschichte: Michael Umlandt hat sich (wie Richard Gutjahr hier berichtet) mit einem Freund quasi in das ZDF „hineingetwittert“ – erst ohne Auftrag, dafür jetzt mit einem offiziellen Arbeitsvertrag.

Offensichtlich hat das ZDF in letzter Zeit nicht nur eine ganz eigene Auffassung von Qualitätsfernsehen entwickelt, sondern auch von Kommunikationskultur. Denn als rundfunkbeitragzahlendes Mitglied der Gesellschaft fand ich den Tweet von ZDF-Mitarbeiter @michaelumlandt nicht nur unhöflich, sondern völlig daneben. Denn @victor5679 und ich haben die „Kunst“ von Oli Pocher und Cindy aus Marzahn, also von zwei Kunstfiguren, in Frage gestellt. Der Social-Media-Arbeiter hat uns daraufhin auf unangebrachte, persönliche Art beleidigt.

Beleidigungen via Twitter als „Grundversorgung“?

Als Journalistin und Medienwissenschaftlerin weiß ich, dass zum Auftrag des Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk nicht nur Bildung, sondern u. a. auch Unterhaltung gehört. Was „wertvolle“ Unterhaltung ist, darüber lässt sich freilich streiten.

Gestritten wird auch schon seit längerem über das Engagement der Öffentlich-Rechtlichen Sender im Internet – ob dies auch zur sog. Grundversorgung gezählt werden darf oder nicht. Ich meine, dass das ZDF mit einem wie @michaelumlandt beweist, dass unsere Rundfunkbeiträge im www NICHT vergeudet werden dürfen! Denn Zuseher zu beleidigen, das schaffen die privaten Sendern auch ganz ohne Rundfunk“zwangs“beiträge…

Ein Blogeintrag schlägt große Wellen: „Vorladung“ bei der Sparkasse Passau

26 Aug

Gestern habe ich hier über meine persönlichen Erfahrungen mit der Sparkasse Passau gebloggt – heute finde ich folgenden Brief in meinem snailmail-Briefkasten:

Brief Sparkasse Passau

Ich habe dem Marktdirektor heute daraufhin folgende E-Mail geschrieben:

„Sehr geehrter Herr G(…),

ich habe heute Ihren Brief erhalten. Gerne gebe ich der Sparkasse Passau die Gelegenheit, zu meinem – ich nehme an, Sie meinten meinen Blog-Eintrag – persönlich Stellung zu nehmen. Nur hätte ich mir als Kundin solche Aufmerksamkeit gewünscht! Sicher habe Sie nur versehentlich meinen Vornamen mit h geschrieben – denn ich twittere und blogge unter dem „Pseudonym“ Teresa_ohne_h.
An dem Termin, den Sie für mich „vorgemerkt“ haben, habe ich keine Zeit. Bitte nennen Sie mir daher Alternativen! Wie darf ich den Termin überhaupt verstehen? Handelt es sich hierbei um eine „Vorladung“ oder um ein Angebot für ein Gespräch?
Am liebsten würde ich die Angelegenheit gleich in Gegenwart von Fr. Braun in der Zentrale und nicht in der Geschäftsstelle Heining besprechen, ich werde dann im Übrigen auch die Kommentare mitnehmen, die in Facebook über den Link zu meinem Blog gemacht wurden. Sie können ja lediglich auf die Kommentare zurückgreifen, die direkt auf WordPress gemacht werden.
Ich wollte den Link zu meinem Blogeintrag ohnehin der Vorstandsvorsitzenden persönlich mailen, habe jedoch keine Kontaktmöglichkeit zu Fr. Braun gefunden. Die Sparkasse Passau hätte meines Erachtens nämlich auch Bedarf an einer Social-Media-Schulung ihrer Mitarbeiter – gerne unterbreite ich Ihnen hierfür ein Angebot und erläutere Ihnen persönlich den Unterschied zwischen Twitter und einem Blog, da Sie geschrieben haben, Sie hätten meinen „Twitter-Eintrag“ zur Kenntnis genommen.

Mit freundlichen Grüßen
Teresa Winderl“

–> Seid sicher, ich halte Euch auf dem Laufenden, was sich in der „Causa Sparkasse“ noch alles ereignet 😉

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Alle Posts zur „Causa Sparkasse“ im Überblick: