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Österreichisches Deutsch Lektion 1: „Bitte mit Bankomat!“ – Einkaufen

17 Aug

Österreich ist unser Nachbarland. Eigentlich sollten wir es also kennen und auch die Österreicher verstehen – sprechen sie doch auch „Deutsch“, wie wir. Aber österreichisches Deutsch ist nicht gleich „Deutsch“ und die Frage der Verständigung auch eine ganz andere… Manche österreichischen Ausdrücke -Austriazismen- sind anders. Aber können oder wollen uns die Österreicher mit unserem „deutschen Deutsch“ nicht verstehen? In unregelmäßigen Abständen möchte ich meine Leser in den Genuss der „Fremdsprache“ Österreichisch bringen. Deka statt Gramm Gehen wir nur einmal in Österreich zum Metzger. Sehen wir einmal von den österreichischen Bezeichnungen für Fleisch- und Wurstwaren, wie etwa Faschiertes für Hackfleisch ab und widmen uns nur dem Bestellvorgang. Wer den Aufschnitt dort nicht in „Deka“, sondern in „Gramm“ verlangt, dem kann es schon passieren, dass er überhaupt keine Wurst bekommt. Um dem vorzubeugen: 100 Gramm sind 10 Deka(gramm), also von den „deutschen“ Gramm einfach ein 0 abziehen. Umgangssprachlich werden die Dekagramm übrigens meist zu „Deka“ verkürzt. Die Österreicher scheinen auf ihre für uns ungewöhnliche Gewichtsangabe zu bestehen, obwohl ich in der Grenzstadt Passau auch immer wieder Österreicher beim bayerischen Metzger in Deka bestellen höre… Mit „Karte bezahlen“? Nicht in Österreich… Ein anderes Einkaufserlebnis. Es war ein schöner sonniger Tag, die Sonne brachte mich so richtig in Shopping-Laune und ich wollte mehr einkaufen, als ich am Morgen geplant hatte. So ging mir das Bargeld aus. Was also tun? a) das shoppen aufhören oder b) „mit Karte“ bezahlen. Ich entschied mich für Alternative b und sagte das auch in dem Geschäft an der Kärtner Straße in Wien auch, dass ich bitte gerne „mit Karte“ bezahlen möchte. Eigentlich kein großes Ereignis – aber die Verkäuferin sieht mich plötzlich groß und klein an. Ich fuchtel mit meiner Sparkassen-Card vor ihr in der Luft herum und betone immer wieder, dass ich „mit Karte“ bezahlen möchte. Nach einer gefühlten Ewigkeit erlöst mich die Verkäuferin indem sie versteht: „Ah, Sie wollen mit Bankomat bezahlen!“ Seit diesem Ereignis wollte ich in Österreich nie wieder „mit Karte“ bezahlen. Der Peinlichkeitsfaktor in dem Geschäft an der Kärntner Straße war mir einfach zu hoch. Bis heute frage ich mich, ob die Dame an der „Kassa“ mich mit gezückten Geldkarte in der Hand wirklich nicht verstanden hat oder mich nur nicht verstehen wollte… Übrigens bezeichnen die Österreicher auch den Geldautomaten als Bankomat. Wir lernen: Einkaufen in Österreich kann für den Deutschen so seine Tücken haben!