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Sterben 2.0: Welt trauert um Beautybloggerin Talia Joy

22 Jul

Da das Sterben bekanntlich zum Leben gehört, hat es auch in das Web 2.0 Einzug gehalten.

Vor fast exakt einem halben Jahr berichtete ich hier über das Beauty-Blog von Talia Joy, einem kleinem krebskranken Mädchen. Über ihre Aktivitäten im Social Web (vornehmlich Youtube-Videos) hat sie einen Weg gefunden, der ihr offensichtlich half, wohl zumindest für einige Minuten am Tag, ihre schreckliche Krebserkrankung auszublenden. Sie zeigte all ihren Fans, dass sie nicht nur todkrank, sondern auch ein hübsches junges Mädchen ist, das sich für „Mädchenkram“ wie Schminke interessiert.

Talia Joy hat Kampf verloren

Talia Joy Castellano ist nun vor wenigen Tagen verstorben. Ihre Schwester informierte ihre Fans auf demselben Weg, den Talia genutzt hat: Sie lud ein Youtube-Video hoch. Ein mutiger Schritt in dieser für die Familie so schweren Zeit des Verlustes, der mir höchsten Respekt abringt!
Talias öffentlicher Umgang mit ihrer unheilbaren Krankheit hat sicher vielen Hoffnung und Mut gespendet. Auch ich habe ihre Videos gerne angeschaut und war beeindruckt von der starken Persönlichkeit Talias. Nicht zuletzt waren ihre Videos einfach schön anzusehen, auch wenn man sich keine Schmink-Tipps holen wollte.

Neue Blog-Serie: Sterben 2.0

Ihr Tod hat mich nun zu einer Serie auf meinem Blog inspiriert, die ich „Sterben 2.0“ nennen möchte. Das Internet verändert unsere Gesellschaft in allen Bereichen – sie beschleunigt sich. Erfuhren früher die Menschen vom Tod eines Menschen am nächsten Morgen aus der Zeitung, teilen dies oft Verwandte im Extremfall z. T. schon über Facebook und Co mit.
Das mögen einige vielleicht als unkonventionell, gar unmöglich empfinden. Ich möchte meine Beobachtungen, die ich mit dem Sterben 2.0 gemacht hab, nicht werten, nur zur Diskussion stellen.
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Krebspatientin Talia (13) hilft sich selbst und anderen mit Beautyblog

4 Jan

Eigentlich bin ich keine richtige „Kundin“ von Beautyblogs – liegt wohl daran, dass ich mich immer relativ ähnlich schminke und wenn ich ehrlich bin, gehen mir die Fotos vom hundersten lackierten Fingernagel auf die Nerven…
Ganz anders war es als ich Talias Blog entdeckte. Dieser Blog hat mich berührt – obwohl es um Schminktipps ging. Warum?
Talia Joy Castellano, die 13-jährige Bloggerin, ist eigentlich alles andere als eine prädestinierte Beautybloggerin. Sie ist schwerkrank. Krebskrank und von ihrer Krankheit gezeichnet, hat keine Haare mehr. Sie weiß selbst, dass es für sie keine Heilung geben wird. Und dennoch gibt sie mit einer Leichtigkeit und Fröhlichkeit Schminktipps im Netz, dass es schon fast unheimlich ist. Denn es ist ungewiss, ob Talia ihren 14. Geburtstag überhaupt erleben wird. Das alles weiß Talia.
Ich finde, von diesem mutigen Mädchen können wir uns alle eine Scheibe abschneiden!! Denn dieser Beautyblog hat eine viel tiefer Botschaft: Gib dich nicht auf. Liebe das Leben, egal wie schwer es für dich ist. Und wahre Schönheit kommt von innen!

Talias Videoblog ist ein gutes Beispiel, wie über das Social Web die Welt näher zusammenrücken kann. Das positive Feedback, das Talia für ihre Videos erhält, gibt ihr Kraft. Gleichzeitig macht sie anderen Kranken Mut, sich nicht aufzugeben – Youtube also hier als eine ganz moderne Art der „Selbsthilfegruppe“!

FC Bayern München zeigt, wie Social-Media-Marketing nicht funktioniert

26 Jan

Der FCB hat für heute um 14h eine Pressekonfernz angekündigt, die nur auf Facebook übertragen werden sollte. Grund: Es wurde ein neuer Spieler verpflichtet.

Dann die große Überraschung, der neue Spieler war (noch) nicht da – stattdessen hielt FCB-Sportdirektor Nerlinger ein grünes Blatt in die Kamera. Auf dem Blatt war kein Foto zu sehen, sondern darauf sollte das Facebook-Profil des Fans zu sehen sein, der via Facebook die Pressekonferenz gerade verfolgte.

Originelle Aktion oder Lachnummer im Netz?

Doch der vermeintliche Gag schlug fehl – die technische Aufmachung war vielleicht ganz originell, aber das Einblenden des Facebook-Profils funktionierte wohl nur bei den wenigsten Fans: Die Server waren überlastet.

Die Reaktionen auf die FCB-Facebook-Aktion sind im Netz relativ heftig. Ob sich der FCB selbst zu einer Lachnummer gemacht hat? Oder war die Aktion einfach auf einen unglücklichen Termin gelegt? Immerhin hatte der FC Bayern erst den Rückrundenauftakt gegen Gladbach verloren…

FCB braucht einheitliche Social-Media-Philosophie

Ich meine, die FCB-Facebook-Aktion von heute war ein Lehrbuch-Beispiel dafür, wie Social-Media-Marketing nicht funktioniert! Nahezu bedenklich finde ich, dass der Trainer des weltbekannten Fußball-Vereins die privaten Social-Media-Aktivitäten einiger Spieler einschränken will. Warum greift man auf einen Social-Media-Marketing-Gag zurück, wenn man offensichtlich nicht richtig versteht, um was es bei Social-Media geht?

Der FCB sollte sich meiner Meinung nach auf eine einheitliche Social-Media-Philosophie verständigen, mit der Spieler, Trainer und Vereinsführung zufrieden sind. Denn die Grundidee der FCB-Facebook-Aktion war im Prinzip – vielleicht für den 1. April ganz gut geeignet. Auf der FCB-Fan-Seite wurde erklärt, was hinter der Pressekonferenz steckte:

„Sorry liebe Fans,
wie wir Euren zahlreichen Kommentaren entnehmen, seid ihr über die heutige Aktion sehr verärgert.

Es war nicht unsere Absicht, Euch mit der neuen App zu enttäuschen. Vielmehr wollten wir Euch mit dieser Aktion in den Mittelpunkt stellen und dadurch zeigen, wie wichtig jeder Fan für den FC Bayern München ist. In mehreren folgenden Videoclips auf der App soll der Fan Teil der Mannschaft werden, indem z.B. der Nachname des Fans auf dem Trikot zu sehen ist und der Fan in den Medien als Star dargestellt wird. Diese persönlichen Videos sollen Euch und Euren Freunden Spaß und Freude bereiten.“

Keine Aufzeichnungen mehr auf Youtube

Dass die Fans dem FCB wichtig sind, das ist wohl die vielleicht einzig positive Botschaft, die von der Aktion bleibt… Etwas peinlich ist auch, wie ich finde, dass alle Aufzeichnungen von der Pressekonferenz von Youtube entfernt wurden. Wer das Video der Pressekonferenz sehen will, muss Fan des FCB auf Facebook werden und dann auf die Rubrik „The New FCB Star“ klicken.

Wer einen „Fehler“ macht ,sollte dazu stehen – auch oder gerade der FC Bayern München!