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Hat Teresa noch immer die schönsten Eier? Ein Einblick in die aktuelle Osterhasen-Werkstatt

5 Apr

 

PaWo TitelgirlMittlerweile ist es zwar schon ein paar Jährchen her, dass ich mit einer boulevardesken Überschrift als „Cover-Girl“ fungierte… Da ich aber, gerade in der Fastenzeit, noch heute darauf angesprochen werde, ob ich immer noch Ostereier bemale, wird es Zeit, der Frage auf den Grund zu gehen: Hat Teresa noch immer die schönsten (Oster)Eier?

Wer mir auf meiner privaten Instagram-Seite folgt, bekommt dort auch immer wieder Bastelerzeugnisse von mir zu Gesicht. Ganz besonders hoch im Kurs steht bei mir seit einigen Jahren Origami. Ich habe schon mit Gruppen für die BR-Aktion „Sternstunden“ Weihnachtssterne in dieser (und anderen) Techniken gebastelt. Aber in diesem Post soll es ja um Ostern und Eier gehen.

Bevor ich jedoch meine Eier-Kollektion aus dem Jahr 2017 zeige, möchte ich euch auf meinen Blogpost auf meinem Spar-Blog ISARSPARER verweisen, dort findet ihr Links zu einem 3D-Origami-Osterhasen. Für den Fall, dass euch dieser Blogpost Lust auf Basteln macht, ihr euch aber das mit echten Eier nicht zutraut.

 

Derweil muss ich immer wieder sagen: So zerbrechlich ist ein Ei gar nicht. Man kann es also schon fest in die Hand nehmen, wenn man es bemalt und auch zum Beispiel etwas vorzeichnen mit Bleistift. Sogar das Radieren hinterher hält das Ei aus, insbesondere Gänseeier sind stabiler als die vom gemeinen Haushuhn.

Weniger religiöse Symbole auf Ostereiern

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Grün auf grün. Auch an Ostern macht mir Origami Spaß! Wer findet den Hasen? (Foto: Winderl)

Dieses Jahr konnte ich endlich mal wieder die Ostereier-Ausstellung in Pocking besuchen. Zusammen mit meiner Mama war das früher immer ein Pflichttermin, doch mittlerweile bin ich nicht mehr jedes Wochenende in der Region Passau und konnte den Termin leider nicht immer einplanen.

Was ich – nicht nur bei den Ostereiern beobachte – Basteln folgt gesellschaftlichen Trends. Manche Stände kamen dieses Jahr gänzlich ohne religiöse Symbolik auf den Eiern aus. Ist es Ausdruck unserer säkularen Gesellschaft? Oder passen zum Beispiel überladene Klosterarbeiten einfach nicht mehr so gut in die oft puristischen Wohnraumkonzepte?

Auch ich verschließe mich Basteltrends nicht. Früher haben meine Mama und ich auch schöne Klosterarbeiten zusammen gemacht. Heute bastle ich eher allein und will schnell einen Erfolg sehen. (Im Vergleich dazu könnt ihr euch gerne einen älteren Blogpost von mir mit Ostereiern ansehen.)

Lettering als DIY-Trend

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Lettering auf Ei oder Papier eine DIY-Methode, um schnell schöne Effekte zu erzielen, wie diese Osterkarte zeigen soll. (Foto: Winderl)

Schnell geht das zum Beispiel mit einem neuen DIY-Trend (man spricht jetzt auch eher von Do It Yourself als altmodisch „basteln“) Lettering. Das ist als eine Art moderne Kalligraphie.

Kurz zusammengefasst: Die Abstriche der Buchstaben sollen dabei dicker (hierfür Druck auf den Stift ausüben) als ihre Aufstriche sein. Dafür gibt es spezielle Stifte zum Beispiel von Tombow*, aber die sind leider nicht wasserfest – deswegen konnte ich sie für meine Ostereier Edition 2017 nicht verwenden.

Benutzt habe ich einen einfachen schwarzen Edding*, denn ich finde, damit sieht es richtig nach Lettering aus. (Aber natürlich gibt’s die Edding-Stifte auch zum Beispiel in silber- oder goldfarben*.) Die dickeren Abstriche der Buchstaben musste ich so „simulieren“. Mit den teuren Pinselstiften werden diese quasi automatisch erzeugt – wenn man weiß wie der Hase läuft bzw. der Stift richtig zu handhaben ist.

In Pocking am Ostermarkt habe ich mich auch immer gerne mit ausgeblasenen Eiern eingedeckt. Aber die Preise dort sind gestiegen. Schade, dass man sie mittlerweile im Internet schon fast günstiger bestellen kann. Wer also gleich loslegen will mit der Kunst am Ei, dem empfehle ich mit den stabileren Gänseeiern (12 Stück auf Amazon für unter 11 Euro*) zu starten.

DaWanda-Shop von Teresa ohne h eröffnet

Bisher kamen nur liebe Freunde und Verwandte in den Genuss, Bastelerzeugnisse von mir geschenkt zu bekommen. Da aber wie gesagt die Nachfrage danach relativ hoch ist, habe ich mich dazu entschlossen einen Shop bei DaWanda zu eröffnen. Dort könnt ihr ab sofort einige Basteleien von mir kaufen – mal schauen, ob das auch irgendwer tut oder die Leute meine Sachen immer nur geschenkt wollen 😉

Aber hier nur ein kleiner Einblick in meine Werkstatt:

 

#2popesaints: Was Papst Franziskus mit dem hl. Johannes XXIII. gemein hat

28 Apr

Wenn ich auch wieder „geschimpft“ werde, dass ich zu einem Thema blogge, über das ohnehin in den Medien rauf und runter berichtet wird 😉 Mir ist dieser Blog-Beitrag persönlich wichtig, weil die Heiligsprechung dieser zwei Päpste am Weißen Sonntag 2014 für den Kenner noch viel mehr (versteckte) Zeichen enthält als die populäre Berichterstattung:

Screenshot vatican.va zur Heiligsprechung am 27. April 2014

Screenshot vatican.va zur Heiligsprechung am 27. April 2014

Gleich zu Beginn seines Pontifikats hat Papst Franziskus auf sein Vorbild, Johannes XXIII., referiert, in dem er während seines ersten öffentlichen Auftritts nur davon sprach, „Bischof von Rom“ zu sein – nicht Papst (darüber habe hier gebloggt).

Papst als Bischof unter Bischöfen

Als Johannes XXIII. am 11. Oktober 1962 das Zweite Vatikanische Konzil feierlich eröffnete, trug er als Zeichen seiner kollegialen Verbundenheit mit den 2540 stimmberechtigten Konzilsvätern statt der Tiara, der Papstkrone, die Bischofsmitra. Als Bischof unter Bischöfen wollte das Kirchenoberhaupt an „seinem“ Konzil teilnehmen. Gewöhnlich sprach der Roncalli-Papst und Bischof von Rom von „wir Bischöfe“.

Auch die demütige Haltung mit der Papst Franziskus das Papst-Amt ausübt – immer wieder bittet er die Gläubigen, für ihn zu beten – erinnert an den nun hl. Johannes XXIII.: Er schrieb in seiner Antrittsenzyklika „Ad Petri cathedram“: „Wir kennen die Geringheit Unserer Person, die Gott … zur Würde des Papsttums erhoben hat. Deshalb wiederholen Wir diese Worte (des ägyptischen Joseph) an alle Unsere vom Stuhl Petri getrennten Brüder und Söhne: Ich bin Joseph euer Bruder.“

Sein Pontifikat war wie der von Franziskus, mehr pastoral als dogmatisch geprägt. So besuchte er Gefängnisse und Krankenhäuser – auch das erinnert an Franziskus, der immer ein besonders Augenmerk für die Ärmsten der Armen hat.

Kirche muss durch beide Lungenflügel atmen

Papst Franziskus ist immer wieder um die Einheit der Kirche von Ost und West bemüht – deswegen wird z. B. als sichtbares Zeichen das Evangelium zusätzlich auf griechisch verkündet. Damit greift er das Anliegen von dem ebenfalls heilig gesprochenen Johannes Paul II. auf – die Kirche könne nur existieren, wenn sie mit beiden Lungenflügeln atme – nämlich mit Ost und West. Durch die Gemeinschaft mit anderen Glaubensgemeinschaften und der Anwesenheit von z. B. Juden und Muslimen bei Feierlichkeiten im Vatikan, knüpft er direkt an die Friedensbemühungen seines Vorbildes, Johannes XXIII., an.

Erstmals in der Geschichte der Kirche wandte sich Johannes XXIII. mit seiner Friedens-Enzyklika „Pacem in terris“ vom 11. April 1963 „an alle Menschen guten Willens“ (Original: universis bonae voluntatis hominibus) und nicht nur an die Katholiken.

Mit der Heiligsprechung von Johannes Paul II. gemeinsam mit Johannes XXIII. vereint Papst Franziskus aber auch zwei (Lungen)Flügel innerhalb der römischen Kirche: Den der Konservativen mit dem liberalen.

Kirche wäre ohne Konzil eine andere

Johannes XXIII. war vielen Konservativen ein Dorn im Auge: Schließlich war er in ihren Augen „Schuld“ am Konzil. Im Zuge der Heiligsprechung sollten wir uns vor Augen führen, wie die Kirche ohne Johannes XXIII. und somit vielleicht ohne das 2. Vatikanisches Konzil heute aussehen könnte: Würden wir noch immer den Gottesdienst auf lateinisch und nicht in unserer Muttersprache hören? Der Priester dem Volk dem Rücken zugewandt, die Messe am Hochaltar zelebrieren? Das sind nur einige, aber doch sehr essentielle Änderungen, die das Zweite Vatikanum mit sich brachte – viele andere Beschlüsse sind bis heute nicht umgesetzt. Aber Papst Franziskus ist auf dem besten Weg, das von Johannes XXIII. angestoßene „Aggiornamento“ zu vollenden bzw. neue Impulse zu geben. (Es ging ihm dabei um das „Heutig-werden“ der Kirche, nicht die billige Anpassung an den Zeitgeist!)

Zwei echte „Übergangspäpste“

Das hätte man Angelo Roncalli, der bereits 77-jährig zum Kirchenoberhaupt gewählt worden war, nicht zugetraut: Er galt -schon angesichts seines Alters- als sog. Übergangspapst. Dass er zu einem Übergangspapst werden sollte, aber in einem ganz anderen Sinne, wie es die Kardinäle wohl gerne gesehen hätten, beeindruckt mich bis heute: Mit ihm öffnete sich die Kirche wieder der Welt. Das zeigte sich u. a. bildlich darin, dass er als erster Papst seit dem Verlust des Kirchenstaates im Jahr 1870, Rom verließ.

Deswegen wurde er als „Papst des Modernismus“ beschimpft und seine Kritiker haben z. B. durch homosexuelle Vorwürfe versucht, die Kanonisation des „il Papa buno“ zu verhindern. Egal wie man heute zum Kanonisationsverfahren steht:

Zeichen der Hoffnung

Papst Franziskus hat sich darüber hinweggesetzt: Für sein Vorbild reichte ein Wunder zur Heiligsprechung aus – und damit hat er ein Zeichen gesetzt! Ich glaube, auch Papst Franziskus ist ein Übergangspapst im Format eines hl. Johannes XXIII.

Vielen Dank, hl. Vater, für dieses Zeichen, das Hoffnung macht, dass die Kirche auf dem richtigen Weg ist!

Sterben 2.0: Darf ich Bilder „live“ von einer Beerdigung posten?

25 Sep

Da das Sterben bekanntlich zum Leben gehört, hat es auch in das Web 2.0 Einzug gehalten.

Wie sehr Altbischof Eder von seinen Diözesanen geschätzt wurde, zeigten u. a. die Einträge im Kondolzenzbuch, das im Passauer Stephansdom aufgelegt war.

Wie sehr Altbischof Eder von seinen Diözesanen geschätzt wurde, zeigten u. a. die Einträge im Kondolzenzbuch, das im Passauer Stephansdom aufgelegt war.

Ich gehöre nicht unbedingt zu den Personen, die gerade wenig in sozialen Netzwerken posten. Aber ich habe meine Grenzen! Dieser Rubikon wurde bei mir ganz deutlich überschritten, als ich Bilder von der Beerdigung des von mir hoch geschätzten Altbischof von Passau, Franz-Xaver Eder, auf Facebook (FB) entdeckte.

Und dabei meine ich nicht Bilder, die die bischöfliche Pressestelle angefertigt hat und die ich dann über Accounts befreundeter Priester in meiner Timeline entdeckte.

Nein, es geht mir konkret um das Foto einer Passauer Geschäftsfrau (Näheres möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, weil ich niemanden bloß stellen will), die während(!) des Requiems ein Foto von ihrem Sitzplatz aus auf FB postete: Zu sehen ist dabei deutlich der Sarg, wie er vorm Volksaltar aufgestellt war.

Social Media raubt jegliches Gefühl für den Augenblick

Bitte, versteht mich nicht falsch: Es geht mir nicht um das Bild von einem Sarg. Es geht mir vielmehr darum, wie uns soziale Medien jegliche Sakralität, das Gefühl für den Augenblick rauben. Wo bleibt die persönliche Einkehr, das Gebet für den Verstorbenen?

Warum gehe ich auf eine Beerdigung/ ein Requiem? Nur um sehen und gesehen zu werden? Wohl kaum. Aber genau das drückt dieser Post für mich aus.

Wenn ich eine Beerdigung besuche, erweise ich dem Verstorbenen die letzte Ehre. Wenigstens für diese wenige Minuten des Gottesdienstes verzichte ich auf den Gebrauch meines Smartphones. Ich möchte mich einlassen auf die Liturgie und durch Gebet und Gesang an ihr teilhaben. Und selbst wenn ich nicht der jeweiligen Religion angehöre, kann ich die Trauerfeierlichkeit mit positiven Gedanken an den Verstorbenen begleiten.

Wenn ich ein Bild mit meinen „Freunden“ von diesem wichtigen Ereignis teilen möchte, kann ich sicher auch warten, bis ich zu Hause am PC sitze und die Presse ihre Artikel ins Web gestellt hat.

Medienkompetenz bedeutet manchmal nur Menschenverstand gebrauchen

Wie gesagt, ich bin bestimmt kein Kind von bescheidener Selbstdarstellung im Web 2.0. Aber wann ich auf Twitter, Facebook und Co zu schweigen habe, das weiß ich. Das Beispiel zeigt für mich, dass Medienkompetenz auch manchmal nur einen normalen Menschenverstand bedingt. Schon als kleine Kinder lernen wir, wie wir uns bei einer Beerdigung/ im Gotteshaus zu verhalten haben. Auch wenn uns unsere Eltern damals noch nicht das Posten mit Smartphones verboten haben, weil es das eben noch nicht gab!

FAZIT Vor dem Posten einfach einmal Köpfchen einschalten!

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In meiner Blog-Serie „Sterben 2.0“ bisher veröffentlicht:

Papstwahl 2013: Habemus… Brüderlichkeit

13 Mrz

Ich dachte, kein“ Habemus Papam“ könnte mich jemals mehr so bewegen als das von 2005. Aber 2013 war es ähnlich und doch ganz anders:
Zuerst dachte ich, der ist ja schon wieder 76 und auch noch Jesuit… Sonderlich reformfreudig wird er nicht sein. „Immerhin“ ist er aus Südamerika.
Und dann trat der erste nicht-europäische Papst hinaus auf den Balkon – endlich! Fast wirkte er fremd und verloren dort, aber dann: „Buona sera!“ Ein freundliches Lächeln dazu, so menschlich. Auch war dieser erste Auftritt für mich voller Botschaften und ich hoffe, ich interpretiere nicht über, sondern es tritt so oder so ähnlich auch ein:

1. Sein Papstname trägt die Nominalzahl 1, d. h. er möchte nicht das Programm einer seiner Vorgänger fortführen, sondern gänzlich neue Akzente setzen. Und das muss er auch: Den Vatikan reformieren, sozusagen „mit straffer Hand zurück zu den Wurzeln“. Und dennoch die eigentliche Botschaft, das Evangelium, nicht aus den Augen verlieren. Das Kommunikationsmittel hierfür: Das Gebet. Demütig betet er für den Papa emeritus und lässt auch für sich beten.

2. Der Papstname enthält von sich aus eine Botschaft. Der hl. Franziskus, der Freund der Armen und Tiere… Vielleicht veräußert Franziskus I. Kunstwerke, die im Vatikan einfach nur „herumhängen“ und schenkt den Erlös den Armen. In jedem Fall wird er die Brüderlichkeit der Menschen untereinander fördern wollen und Demut üben.

3. Franziskus I. hat bei seinem Auftritt „nur“ davon gesprochen, Bischof von Rom zu sein. Nicht explizit betont, Papst zu sein (es sei denn, ich habe etwas überhört…) Mich hat das an Johannes XXIII. erinnert, der „Bischof unter Bischöfen“ sein wollte. Er berief das Zweite Vatikanum ein – ein großartiges Zeichen, die Roncalli-Geste im Konzils-Jubiläumsjahr aufzugreifen! Dringender als alles andere brauchen wir echte Kommunikation in der Kirche – ein „wir“ und eben echte Brüderlichkeit!

Naturereignis oder Zeichen Gottes? Gewitter im Vatikan

15 Feb
Am Tag des Papst-Rücktritts schlägt im Petersdom ein Blitz ein. Zeichen Gottes oder Naturereignis? (Quelle: Screenshot - Focus online)

Am Tag des Papst-Rücktritts schlägt im Petersdom ein Blitz ein. Zeichen Gottes oder Naturereignis? (Quelle: Screenshot – Focus online)

Das Kirchenrecht, die Kirchengeschichte erhält in diesen Tagen eine Renaissance, dass es fast schon unheimlich ist. Zufällig waren das während meines Theologie-Studiums genau meine Lieblingsdisziplinen u. a., weil ich sie für besonders lebenspraktisch und nützlich erachtet habe. Von meinen Kommilitonen im „profanen“ Studiengang erntete ich für solche Aussagen nicht selten einen Lacher. Was soll man in einer säkularen Welt schon mit Kirchenrecht?

Wer zuletzt lacht…

Blitzeinschlag im Petersdom am Tag des Rücktritts

Am Tag des Rücktritts habe ich mich hier bereits über die schlechte Informiertheit der Journalisten zum Thema Kirchenrecht beklagt. Ich könnte das Einzelbeispiel (man beschwerte sich, dass ich nur eins nenne – aber sorry, zum Zeitpunkt der Post-Veröffentlichung war erst eine Sondersendung vergangen) leider um einige erweitern. Aber ich möchte nicht (nur) das Nichtwissen der Kollegen kommentieren, sondern lieber mit Wissen dagegen halten 😉
Zugegeben etwas erschreckt war ich, als ich vom Blitzeinschlag am Montagabend in den Petersdom gelesen habe. Solche Wintergewitter sollen in Rom wohl relativ selten sein… Ich bin jetzt keine Meteorologin…

Vielleicht bin ich etwas offener für solch „himmlischen“ Dinge (immerhin habe ich ja auch mal Theologie studiert) und interpretiere da (zu) viel hinein. Hat Benedikt Gott mit seinem Rücktritt erzürnt? Hand auf’s Herz – egal wie man dieses Naturereignis interpretieren mag, aber das Timing ist schon in jedem Fall interessant!

Parallele zum Ersten Vatikanischen Konzil

Und plötzlich erinnerte ich mich an ein noch perfekteres Timing in der Kirchengeschichte. Am 11. Februar 2013 lagen zwischen der Ankündigung des Rücktritts und dem Gewittereinschlag doch einige Stunden… Doch am 18. Juli 1870 störte ein Gewitter direkt ein ebenfalls für die Kirchengeschichte bedeutendes Ereignis: An diesem Tag wurde am Ersten Vatikanischen Konzil die dogmatische Konstitution „Pastor Aeternus“ verabschiedet. Es wurden darin der Jurisdiktionsprimat und die Unfehlbarkeit des Papstes definiert. Gerade Letzteres sorgt bis heute gerade bei Kirchengegnern immer wieder für Diskussionsstoff – an andere Stelle habe ich schon darüber gebloggt.

Die Konzilssitzung fand in einem Seitenflügel des Petersdomes statt. Das Unwetter soll die Aula so verdunkelt haben, dass Kerzen entzündet werden mussten – und das um die Mittagszeit! Auch sollen die „Placets“ der Kardinäle vom Donnergrollen übertönt worden sein. Papst Pius IX. wollte diese Konstitution um alles in der Welt vom Konzil bestätigt wissen. Als er in der Konzilsaula sprach, soll das Gewitter seinen Höhepunkt erreicht haben.

Unfehlbarkeit unter Donnergrollen verkündet

War dies ein Zeichen göttlichen Zorns? Oder ein verzweifeltes Zeichen der Mächte der Unterwelt gegen den Fels Petri? Damals wie heute gibt uns dieses Naturereignis Anlass zur Interpretation. Ich möchte mich auf keine Deutung festlegen: Mich fasziniert einfach diese Parallele und wollte diese meinen Lesern nicht vorenthalten! (Nachzulesen ist das übrigens in der sehr guten Konziliengeschichte von Klaus Schatz)

FAZIT Liebe Medienleute, hättet ihr mal lieber in (Kirchen)geschichte aufgepasst, dann hättet Ihr jetzt eine schöne Story 😉

Wie immer gilt mein Angebot (das auch nach meinem Blogpost über den Rücktritt prompt angenommen wurde… und ich nenne an dieser Stelle keine Namen!!): Gerne stehe ich Ihnen in den kommenden Tagen, insbesondere auch während dem Konklave, als sozusagen „Papst-Fachfrau“ zur Verfügung!

Papstrücktritt überfordert deutsche Medien

11 Feb

„Unser“ Papst Benedikt XVI. tritt am 28. Februar um 20h zurück, das hat er heute in einem Konsistorium verkündet. Dazu möchte ich, als ehem. Theologie-Studentin und Journalistin, zwei Feststellungen aus zwei Perspektiven treffen:

  1. aus kirchlich/theologischer
  2. aus qualitätsjournalistischer Sicht

Zu 1.:

Als gläubige Katholikin hat mich die Entscheidung dieses Papstes, der meiner Meinung nach einer der fähigsten der Kirchengeschichte ist, traurig gemacht.

Aber ich respektiere diese Entscheidung und zolle dem Hl. Vater höchsten Respekt. In der Kirchengeschichte hat faktisch kein Pontifex maximus von der Möglichkeit, zurückzutreten, Gebrauch gemacht (abgesehen von einem Papst während des Abendländischen Schismas). Denn das Kirchenrecht (CIC) räumt dem Papst diese Möglichkeit ein – nach Can 332 § 2.

(Noch) gänzlich ungeregelt ist, was mit einem zurückgetretenen Papst geschieht: Wird er nach dem Rücktritt automatisch wieder zum Kardinal „zurückgestuft“? Wie wird ein „Alt-Papst“ korrekt angeredet?

Ich hoffe, dass für Benedikts Entscheidung keine ernsthafte Krankheit ausschlaggebend war – er einfach aufgrund seines Alters seine nachlassenden Kräfte spürte.
Ich bin erleichtert, dass wir bei „unserem“ deutschen Papst nicht „herwarten“ werden müssen, bis er seinen letzten Atemzug getan hat. Das öffentlich-mediale Warten auf den Tod Johannes Paul II. fand ich persönlich mehr als unwürdig. Das erspart uns Benedikt mit dieser Entscheidung, das wollte er sich sicher auch selber ersparen. Lieber im Vollbesitz der geistigen Kräfte, sozusagen am Höhepunkt der Macht, in Würde abtreten!

Das zeigt für mich auch, dass Benedikt nicht an Macht und Würden klebt – verzichten können ist Stärke! Vielleicht will er so auch noch Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers haben? Aber das sind Spekulationen. Sicher werden wir von diesem Papst auch im Ruhestand hören bzw. lesen. Ich hoffe, dass Benedikt seine letzten Lebensjahre noch produktiv nutzen wird und vielleicht auch wieder in unsere bayerische Heimat zurückkehrt 😉

Zu 2.:

Jetzt möchte ich einige Bemerkungen über die Berichterstattung verlieren, von der wir in den nächsten Tagen sicher nicht „verschont“ bleiben werden…

Ich verlange nicht, dass jeder Journalist Kenner des Kirchenrechtes ist, aber ich erwarte, dass gerade die Öffentlich-Rechtlichen keine falschen Informationen verbreiten.

Sicherlich, der Rücktritt kam völlig überraschend. Wie gut, dass (wohl für den Nachruf) Rückblicke auf den Pontifikat in den Redaktionen vorhanden sind. So konnte wenigstens halbwegs Sinnvolles bisher gesendet werden.

Aber was völlig daneben war, war ein Korrespondenten-Bericht der ARD. Die Journalistin Hilde Stadler sagte in der Tagesschau um 13h (ab Min 12): „Zu dem Konklave, das ja in Bälde jetzt zusammentreten wird, sollen die Kardinäle unter 80 Jahre zusammentreten. Das ist auch ein Hinweis. Vielleicht wird man jetzt auch versuchen, einen doch um einiges jüngeren Papst zu wählen“.

Liebe ARD, wenn ihr mich in der Nacht aufgeweckt und vor die Kamera geholt hättet – so einen Blödsinn hätte ich nicht verzapft! Sorry, aber fast jedes Kind weiß, dass Kardinäle nur bis zum 80. Lebensjahr wahlberichtigt sind. Gewählt werden kann aber theoretisch jeder andere (männliche) Katholik – er muss also weder Kardinal, noch im Konklave sein. Das ist also kein Hinweis, das ist Fakt!

Also, wenn ihr in den kommenden Tagen eine versierte „Kirchenkennerin“ braucht, ich stehe euch da gerne zur Verfügung 😉 Mich wundert, dass das ifp es offensichtlich nicht schafft, seine Leute an „Schaltstellen“ zu setzen. Dieses Institut der Deutschen Bischofskonferenz fördert Journalisten. Vielleicht sollte es seine Auswahlkriterien überdenken?

So einen Blödsinn will ich, insbesondere in den Öffentlich-Rechtlichen, nirgends mehr hören! Quo vadis Qualitätsjournalismus?

Zu Epiphanie: Weg mit dem Christbaum?

6 Jan
Kommen die Hl. Drei Könige - geht der Christbaum.

Kommen die Hl. Drei Könige – geht der Christbaum.

Traditionell wird bei uns zu Hause der Christbaum zu Epiphanie (6. Januar), dem Dreikönigstag, abgeräumt. Damit stehen wir eher in evangelischer Tradition, denn bei den Katholiken steht der Christbaum eigentlich traditionell bis Lichtmess (2. Februar) – zumindest früher war das so. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis kenne ich kaum jemanden, der das noch durchzieht.


Doch so schön der Christbaum jedes Jahr ist, wenn er am Vorabend des Hl. Abends in unser Wohnzimmer kommt, spätestens an Silvester beginnt er seine Nadeln zu verlieren und dann ist es auch wieder schön, wenn wir ihn abräumen…
In unser Wohnzimmer kommt uns nur eine Nordmanntanne aus heimischen Gefilden. Es sind prächtige und gut duftende Bäumchen. Eigentlich schade, wenn sie nur einen kurzen „glänzenden“ Auftritt in den Wohnzimmern haben.
Gnadenfrist bis Lichtmess

Aus dem Garten meiner Großeltern: Christbaum 2012 vor der Vilshofener Stadtpfarrkirche.

Aus dem Garten meiner Großeltern: Christbaum 2012 vor der Vilshofener Stadtpfarrkirche.

Aber einige Tannenbäume haben Weihnachten ihren letzten großen Auftritt. Viele Jahre habe ich irgendwie die Spender von den Christbäumen in und um die Kirchen bewundert. Dieses Jahr gehörten auch meine Großeltern zu diesem Kreis. Der Tannenbaum in ihrem Garten war viel zu groß geworden. Ihn einfach abzuholzen dafür war er viel zu schade. Und so freuten wir uns in der Familie, dass er seinen letzten glänzenden Auftritt vor der Vilshofener Stadtpfarrkirche haben durfte.
Und weil die Kirche katholisch ist, hat er sogar noch eine Gnadenfrist bis Lichtmess 😉 Diese Art von „Recycling“ von zu groß gewordenen Tannenbäumen finde ich eine schöne und clever Idee von Kommunen und Kirchen!